Woran die meisten Schweizer sterben

Infolge Grippe und Hitze gab es 2015 aussergewöhnlich viele Sterbefälle. Neue Zahlen zeigen, was die häufigsten Todesursachen sind.

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Im Jahr 2015 starben in der Schweiz 67'606 Menschen, 6 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Grippewelle im Frühjahr, die Hitzewelle im Juli und die Alterung der Bevölkerung haben dazu beigetragen. Entsprechend nahmen die Mortalitätsrate und die verlorenen potenziellen Lebensjahre zu, die Lebenserwartung bei Geburt ging vorübergehend zurück. Die häufigsten Todesursachen sind zwischen dem 15. und dem 40. Altersjahr Unfälle und Suizid, zwischen dem 40. und 80. Altersjahr Krebs und bei über 80 Jahren die Herzkreislaufkrankheiten. Dies geht aus der neuen Todesursachenstatistik des Bundesamts für Statistik (BFS) hervor.

Die starke Grippewelle im Frühjahr 2015 hat etwa 2500 Todesfälle und die Hitzewelle im Juli etwa 500 Todesfälle zusätzlich zur normalerweise erwarteten Zahl bewirkt. Ausserdem sterben jedes Jahr infolge der zunehmenden Zahl alter Menschen in der Schweiz etwa 500 Personen mehr. 2015 ging sogar die Lebenserwartung vorübergehend und geringfügig zurück, was seit 1990 nicht mehr vorkam. Sie betrug 80,7 Jahre für die Männer und 84,9 Jahre für die Frauen. Im Jahr 2016 nahm die Zahl der Todesfälle wieder auf 64'964 ab und die Lebenserwartung stieg über den Stand von 2014. (Publikationen des BFS vom 29. Juni 2017 und vom 30. August 2017).

Veränderungen der häufigsten Diagnosen

Seit 100 Jahren sterben am meisten Menschen an Herzkreislaufkrankheiten. Aktuell gilt dies aber nur für die 80-Jährigen und älteren. Im mittleren Alter ist Krebs die häufigste Todesursache – im Jahr 2015 bei den Männern zwischen 45 und 82, bei den Frauen zwischen 36 und 79. Vorher, ab dem Alter von 15, sind Unfälle und Suizid bei Männern und Frauen am häufigsten. Todesfälle bei Kindern sind sehr selten, es gibt keine dominierende Ursache. Etwa 4 von 1000 Säuglingen sterben im ersten Lebensjahr, hauptsächlich an angeborenen Krankheiten.

Langsam aber stetig zurück geht die Bedeutung der Herzkreislaufkrankheiten (21'593 Todesfälle). Sie stellen zwar mit 32 Prozent immer noch den grössten Anteil an allen Todesursachen, doch bei den verstorbenen Männern ist der Unterschied zu Krebskrankheiten gering geworden: bei ihnen sind in 29,8 Prozent der Fälle Herzkreislaufkrankheiten und in 29,3 Prozent der Fälle Krebskrankheiten die Haupttodesursache.

Die zweitgrösste Gruppe der Todesursachen sind mit 26 Prozent die Krebskrankheiten (17'261 Todesfälle). Ihre Zahl hat 2015 um 496 Fälle oder 3 Prozent zugenommen gegenüber dem Vorjahr, deutlich weniger als die Demenz mit plus 606 Todesfällen (+10,5 Prozent) und die Krankheiten der Atmungsorgane mit plus 780 Fällen (+20,3 Prozent). Insbesondere wurden 1469 Lungenentzündungen konstatiert, gegenüber 2014 eine Zunahme von 349 Fällen (+31 Prozent). Die Grippediagnosen haben sich 2015 mit 244 Todesfällen fast verfünffacht (+388 Prozent). Insgesamt hat die Anzahl Todesfälle mit einer Hauptdiagnose Lungenkrankheit um 20 Prozent zugenommen.

Weitere Diagnosen, die deutlich zugenommen haben, sind Parkinson (797 Fälle, +21 Prozent) sowie die Diagnosen Senilität und Altersschwäche (563 Fälle, +25 Prozent). Unter den Herzkreislaufkrankheiten hat 2015 die Diagnose einer Herzinsuffizienz deutlich zugelegt (1907 Todesfälle, +14 Prozent). Bakterielle Infekte, insbesondere infektiöse Darmkrankheiten und Sepsis, haben nur bei Frauen zugenommen (247 Fälle, +33 Prozent).

Die Todesfälle in Folge von Magenkrebs haben um 5 Prozent auf 530 Fälle abgenommen. Es wurden 487 oder 4 Prozent weniger Fälle von Tumoren unbekannten Charakters diagnostiziert, sowie 364 Fälle von Arteriosklerose, 7 Prozent weniger als im Vorjahr.

Assistierter Suizid nimmt deutlich zu

Während sich bei den Frauen die Zahl der Verkehrsunfalltoten kaum verändert hat, sind 2015 bei der männlichen Bevölkerung mit 41 Fussgängern, 29 Velofahrern und 43 Motorradfahrern 36 Personen mehr verstorben. Hingegen starben bei den Männern nur 36 Autolenker und Insassen im Verkehr, 11 weniger als im Jahr 2014.

792 Männer und 279 Frauen haben sich 2015 das Leben genommen, das sind 43 Personen mehr als im Vorjahr. Assistierter Suizid (Sterbehilfe) wurde bei 426 Männern und 539 Frauen festgestellt, das sind 223 Fälle mehr. (wig.)

Erstellt: 14.11.2017, 09:46 Uhr

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