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Zeitung: NSA soll auch in Bern und Zürich spionieren

Sammelt der US-Geheimdienst nicht nur in Genf, sondern auch in der Deutschschweiz Daten? Einem Bericht der «Schweiz am Sonntag» zufolge, behauptet dies ein ehemaliger hochrangiger NSA-Mitarbeiter.

mw
Abhöranlagen installiert? US-Konsulat in Zürich (Mitte).
Abhöranlagen installiert? US-Konsulat in Zürich (Mitte).
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Der US-Geheimdienst NSA betreibe nicht nur in Genf eine Abhöranlage, um den Internet- und Telefonverkehr zu überwachen, schreibt die «Schweiz am Sonntag». Sie beruft sich auf einen «früheren hochrangigen NSA-Mitarbeiter».

Gemäss dem Bericht spionieren die USA auch von Zürich und Bern aus. «Die Haupteinheit des Special Collection Service (SCS) sitzt in Genf bei der UNO-Mission der USA. Weitere Einheiten dürften sich in der US-Botschaft in Bern sowie beim US-Konsulat in Zürich befinden», sagt der ehemalige NSA-Mitarbeiter zur «Schweiz am Sonntag».

Zumindest in Zürich solle auch Abhörtechnik zum Einsatz kommen, die möglicherweise im Konsulat selbst stationiert sei. Laut dem NSA-Mitarbeiter seien die Amerikaner in Zürich besonders an Informationen über den Finanzplatz interessiert: «Ziel ist auch das nahe Liechtenstein.» Auf Zug habe es die NSA von Zürich aus ebenfalls abgesehen. Im Fokus stünden dort Rohstoffhandelskonzerne.

Team in Bern aktiv

Auch die «SonntagsZeitung» berichtet, der US-Geheimdienst sei in Bern aktiv. Spätestens seit 2006 sei in Bern ein Spionage-Team des US-Geheimdienstes NSA aktiv gewesen, was Recherchen ergeben hätten. Ein sogenanntes «Surveillance Detection Team» (SDT) sei damit beschäftigt gewesen, die nähere Umgebung vom Innern der Botschaft aus zu überwachen. Diese Informationen deckten sich mit einer Wikileaks-Depesche der Berner Botschaft aus demselben Jahr.

2006 habe die US-Botschaft in Bern beim Bundesrat sogar den Einsatz von SDTs auf öffentlichem Grund beantragt. Private Sicherheitsleute sollten Passanten observieren und ausspionieren. Der Bundesrat lehnte das Begehren 2007 ab.

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