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Zieht eine Genferin ins SVP-Präsidium?

Yvan Perrin, der die SVP in der Westschweiz auf Erfolgskurs bringen soll, tritt nach den Eidgenössischen Wahlen als Parteivize definitiv ab. Er hat eine klare Idee, wer ihm im Parteiamt folgen soll.

Eigentlich wollte der Neuenburger Nationalrat Yves Perrin schon längst das Amt des Vizepräsidenten der SVP Schweiz niederlegen. Es war im Juni letzten Jahres, als es zwischen ihm und der Deutschschweizer SVP Unstimmigkeiten gab in der Haltung zum Staatsvertrag zwischen der Schweiz und den USA in Sachen UBS. Als treuer Parteisoldat entschied sich Perrin, doch zu bleiben – bis zu den Eidgenössischen Wahlen im nächsten Herbst. Dann ist definitiv Schluss mit dem Amt eines Vizepräsidenten der nationalen SVP, wie er der Westschweizer Zeitung «Le Matin» sagte.

Mit seinem angekündigten Rücktritt gibt Perrin gleich auch eine Wahlempfehlung für die Nachfolge im SVP-Präsidium ab. Es ist die Genferin Céline Amaudruz, die die Interessen der Westschweizer SVP im Präsidium der SVP Schweiz vertreten soll. Die 32-jährige Amaudruz präsidiert die SVP des Kantons Genf, und sie sitzt seit dem Herbst 2009 im Genfer Parlament. Sie habe das ideale Profil für das Amt einer Vizepräsidentin, sagt Perrin. Amaudruz habe die Genfer SVP auf einen Erfolgsweg geführt. Gemäss «Le Matin» haben andere mögliche Kandidaten – Jean-François Rime (FR), Guy Parmelin (VD) und Yves Nidegger (GE) – kein Interesse am Amt des SVP-Vizepräsidenten. In der Leitung der SVP Schweiz sitzen insgesamt fünf Vizepräsidenten. Dazu gehört auch eine Frau: Die Bernerin Nadja Pieren vertritt im Spitzengremium die Junge SVP.

«Eiserne Dame, die allergisch auf Europa ist»

Amaudruz, die sich rasch in der Genfer Politik etabliert hat, würde ganz gut in das von den Deutschschweizern dominierte Präsidium der SVP Schweiz passen. Die 32-jährige Genferin äusserte sich in einem Porträt der Westschweizer Zeitschrift «L'Illustré» mit lobenden Worten über Christoph Blocher, Alt-Bundesrat und Chefstratege der SVP. Blocher sei – neben dem Walliser Nationalrat Oskar Freysinger – der einzige Schweizer Politiker, der den Mut habe, seine Meinung frei zu äussern. «L'Illustré» bezeichnet die Genfer SVP-Politikerin als «eiserne Dame, die allergisch auf Europa ist».

Gegenüber «Le Matin» erklärte Amaudruz, dass es noch zu früh sei, um über die Nachfolge von Perrin zu sprechen. Sie gab aber auch zu verstehen, dass sie diese Chance packen würde, obwohl sie noch wenig politische Erfahrung habe. Eine Voraussetzung für die Perrin-Nachfolge ist aber, dass Amaudruz im Herbst die Wahl in den Nationalrat schafft. «Man muss über das, was in Bern passiert, auf dem Laufenden sein», sagt Perrin, der seine Zukunft in der Regierung des Kantons Neuenburg sieht. Offenbar erwägt er eine Kandidatur für die Neuenburger Staatsratswahlen von 2013. Bei den kommenden Nationalratswahlen im Herbst wird Perrin nochmals kandidieren, wie er auf Anfrage von Redaktion Tamedia erklärte.

SVP möchte vor allem in Genf und Lausanne zulegen

Für die kommenden Eidgenössischen Wahlen hat sich die SVP hohe Ziele gesetzt – auch für die Romandie. Blocher will vor allem in den Städten wie Lausanne und Genf zulegen, wie er vor ein paar Wochen in einem Interview mit der Westschweizer Zeitung «Le Matin» erklärte. «Wir müssen die Bürger dafür sensibilisieren, dass der Staat nicht zum Geldausgeben da ist.» Dieser Fokus auf urbane Finanzpolitik bedeute aber nicht, dass die SVP in der Romandie starke SVP-Themen wie die Ausländer- und Sicherheitspolitik vernachlässigen werde.

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