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Züge im Gotthardtunnel erreichen geplantes Tempo

Im Vorfeld wurden Zweifel laut, dass die Züge auf 200 km/h beschleunigen können. Dies haben die SBB nun geschafft.

Am 1. Juni wurde der längste Eisenbahntunnel der Welt, der Gotthard-Basistunnel, feierlich eröffnet. Matteo Renzi, Angela Merkel, François Hollande und Johann Schneider-Ammann im Sonderzug von Erstfeld nach Bodio. (1. Juni 2016)
Am 1. Juni wurde der längste Eisenbahntunnel der Welt, der Gotthard-Basistunnel, feierlich eröffnet. Matteo Renzi, Angela Merkel, François Hollande und Johann Schneider-Ammann im Sonderzug von Erstfeld nach Bodio. (1. Juni 2016)
Ruben Sprich, Reuters
Freuden-Oden: Der erste Zug wird am Nordportal bei Erstfeld mit Feuerwerk empfangen. (1. Juni 2016)
Freuden-Oden: Der erste Zug wird am Nordportal bei Erstfeld mit Feuerwerk empfangen. (1. Juni 2016)
Laurent Gillieron, Keystone
Gedenken am Tag zuvor: Angehörige der neun verstorbenen Mineure nahmen bei Erstfeld an einer Feier teil. (31. Mai, 2016)
Gedenken am Tag zuvor: Angehörige der neun verstorbenen Mineure nahmen bei Erstfeld an einer Feier teil. (31. Mai, 2016)
Gaetan Bally, Keystone
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27 Tage vor der Inbetriebnahme des Gotthard-Basistunnels sind die SBB fahrplanmässig unterwegs: Der laufende Probebetrieb zeigt auf, dass die Personen- und die Güterzüge mit den geplanten Geschwindigkeiten und der vorgesehenen Anhängelast durch den Tunnel brausen können.

Somit könnten die geplanten Reise- und Trassenzeiten eingehalten und das Angebot 2017 im Güter- und Personenverkehr fahrplanmässig umgesetzt werden, schreiben die SBB in einer Medienmitteilung von heute. Im Vorfeld berichteten verschiedene Medien, dass der neue Fahrplan allenfalls nicht eingehalten werden könne, weil die Züge im Gotthard-Basistunnel offenbar nicht auf die vorgesehene Geschwindigkeit von 200 km/h kommen würden.

Mischverkehr zweimal pro Woche im Test

Nun aber teilten die SBB mit, dass Personenzüge im Gotthard-Basistunnel die derzeit geplante Geschwindigkeit von 200 km/h erreichen, und die Güterzüge mit 100 km/h und der vorgesehenen Anhängelast von maximal 1600 Tonnen in Nord-Süd-Richtung und 1400 Tonnen in Süd-Nord-Richtung verkehren würden. Dies zeige der laufende Probebetrieb auf.

Seit Mitte Oktober wird jeweils donnerstags und freitags der Mischverkehr – also Personen- und Güterzüge in regelmässiger Abfolge – getestet. Erfolgreich, wie die SBB weiter schreiben. An diesen Tagen seien jeweils bis zu 16 Personen- und bis zu 90 Güterzüge pro Tag im neuen Tunnel statt auf der Panoramastrecke unterwegs.

Reisende kommen früher an

Bis zur Inbetriebnahme des Basistunnels werden die SBB rund 5000 solcher kommerzieller Fahrten mit Güter -und Personenzügen durchgeführt haben. Heute stand einer von zwei ausserordentlichen Testtagen an.

Von morgens um 5.46 Uhr bis abends um 24 Uhr lenken die SBB insgesamt 48 Personenzüge und rund 40 Güterzüge durch den Gotthard-Basistunnel statt über die Panoramastrecke.

Zwischenfall konnte rasch behoben werden

Um die Mittagszeit kam es zwischen Zug und Arth-Goldau SZ zu einem kurzen Zwischenfall: Die Strecke war wegen eines blockierten Eurocity-Zugs von Zürich nach Chiasso für den Bahnverkehr für kurze Zeit unterbrochen. Beim Zug handelte es sich um einen Testzug, der durch den Basistunnel gelenkt wurde. Der Lokführer konnte das Problem aber durch einen Reset des Systems rasch beheben, wie SBB-Sprecher Reto Schärli auf Anfrage sagte. Der Unterbruch hatte keine Auswirkungen auf den Testbetrieb.

Aufgrund der schnelleren Verbindung werden die IC- und EC-Reisenden früher in Bellinzona beziehungsweise in Arth-Goldau ankommen. Um den Fahrplan einhalten zu können, werden die Züge an beiden Orten während rund 20 Minuten warten. Am 1. Dezember ist ein weiterer Schwerpunkttag geplant.

SDA/sep

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