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Zünglein neben der Waage

Abstimmungen schwänzen gilt bei Nationalräten als lässliche Sünde. Hauptsache, man ist da, wenn es zählt. Dabei fehlen Blocher, Leutenegger und Co. auch bei den knappen Entscheiden am häufigsten.

Medienunternehmer Filippo Leutenegger, Präsident der «Basler Zeitung», macht sich Sorgen um sein Gewerbe. Er stellt gegenüber der «SonntagsZeitung» eine «zunehmende Banalisierung im Journalismus» fest und beklagt «Medienfüllprogramme: Sie ersetzen eigene Recherchen, erlauben ohne Verantwortung genüssliche Treibjagden.» Worüber er sich da so ärgerte, war die einfache Nachfrage, warum er als Nationalrat in der laufenden Legislatur 39,1 Prozent der Abstimmungen fernblieb. Der Freisinnige wurde zum «Schwänzerkönig» erklärt. Das schmerzt.

Dabei ist Leutenegger in guter Gesellschaft. Mit Peter Spuhler (der zurücktritt und darum nicht mehr zählt), Christoph Blocher, Hans Grunder, Fulvio Pelli, Ursula Wyss, Ruedi Noser, Christoph Mörgeli oder Alexander Tschäppät sind lauter Promis von SVP, FDP und SP in den Top Ten der Schwänzer. Vor allem Unternehmer fehlen oft; eine unerwünschte Nebenwirkung des Milizsystems, heisst es nun.

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