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Zuger SVP-Präsident bestreitet Missbrauchs-Vorwürfe

Der Präsident der SVP Zug sass vorübergehend in Haft. Die Polizei ermittelt, ob er einer Kantonsrätin K.-o.-Tropfen verabreicht und sie vergewaltigt hat.

Hier kam es zum Vorfall, dessen Umstände die Zuger Kantonspolizei ermittelt: Restaurant Schiff in Zug.
Hier kam es zum Vorfall, dessen Umstände die Zuger Kantonspolizei ermittelt: Restaurant Schiff in Zug.

Am Rande der Feier zur Einsetzung des neuen Zuger Landammanns Heinz Tännler (SVP) könnte ein Verbrechen verübt worden sein, berichtet der «Blick». SVP-Kantonspräsident Markus Hürlimann steht im Verdacht, am frühen Sonntagmorgen eine Kantonsrätin sexuell missbraucht zu haben, wie die Zuger Kantonspolizei gegenüber Redaktion Tamedia bestätigt. Dabei könnten auch K.-o.-Tropfen eine Rolle gespielt haben. Die betroffene Frau war weder für «Blick» gestern, noch für Redaktion Tamedia heute Morgen erreichbar.

Die Polizei ermittelt und befragt dazu auch Zeugen der Feier, an der reichlich Alkohol geflossen ist, wie Polizeisprecherin Judith Aklin gegenüber Redaktion Tamedia schildert. Alarmiert wurden die Behörden vom Kantonsspital Zug. Dorthin hatte sich die Frau laut der Polizei am Tag nach der Feier begeben. Sie habe sich an nichts mehr erinnern können, schreibt «Blick». Es wurden Blut- und Urintests gemacht, deren Resultate noch ausstehen. Da der Verdacht auf ein Offizialdelikt bestand, musste das Spital die Polizei einschalten. Seither laufen intensive Ermittlungen.

Parteileitung vorübergehend abgegeben

Dabei wurde am Dienstag auch Markus Hürlimann verhaftet. Am Mittwochmittag wurde er wieder auf freien Fuss gesetzt. Polizeisprecherin Aklin hatte zuvor erklärt, die Entlassung aus der Haft sei nicht abhängig von den Testresultaten. Diese könnten wegen der Weihnachtstage bis zu einer Woche auf sich warten lassen. «Denn selbst wenn K.-o.-Tropfen nachgewiesen würden, heisst das nicht automatisch, dass sie von Hürlimann stammen», erklärte die Polizeisprecherin.

Mittlerweile hat sich der Anwalt des SVP-Präsidenten zu Wort gemeldet. «Mein Mandant bestreitet die an ihn gerichteten Vorwürfe, beziehungsweise sich eines strafbaren Verhaltens schuldig gemacht zu haben», schreibt er in einer Mitteilung. Hürlimann selber werde sich wegen des laufenden Verfahrens erst später äussern. Bis zu dessen Beendigung tritt Hürlimann in den Ausstand als Präsident der SVP Zug. Nationalrat Thomas Aeschi übernehme ad interim die Leitung, schreibt die Partei in einer Medienmitteilung.

50 Politiker im Restaurant

Die Einsetzung des neuen Landammanns wird in Zug alle zwei Jahre mit einem Volksfest gefeiert. Für viele endet es erst in den frühen Morgenstunden. Nach der offiziellen Feier auf dem Landsgemeindeplatz zogen geladene Gäste auf die Schiffe MS Zug und MS Rigi. Rund 50 Lokalpolitiker sind nach Mitternacht gemäss «Blick» noch weiter ins Restaurant Schiff gezogen. Dort hat sich der Vorfall ereignet, wie die Polizei bestätigt.

Der Vizepräsident der SVP Zug, Thomas Aeschi, wollte auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA noch keine Stellung nehmen. Die Partei werde am Nachmittag mit Markus Hürlimann sprechen und danach informieren.

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