Klare Mehrheit gegen SVP-Initiative

Bei der Selbstbestimmungsinitiative konnte das Nein-Lager in der jüngsten Tamedia-Umfrage auf 58 Prozent zulegen. Auch die Hornkuhinitiative verliert an Zustimmung.

Die Volksinitiative «Für die Würde der landwirtschaftlichen Nutztiere (Hornkuh-Initiative)» wurde von der Interessengemeinschaft «Hornkuh» lanciert. Video: SDA

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Der Hornkuhinitiative ergeht es wie vielen anderen Volksinitiativen auch: Nach einem fulminanten Start verliert sie an Terrain. Hat die Zustimmung im Verlauf der Abstimmungskampagne erst moderat abgenommen, büsst sie nun erstmals die Mehrheit ein. Das zeigt das Resultat der dritten Welle der Tamedia-Umfrage zu den eidgenössischen Abstimmungen vom 25. November.

Das Volksbegehren verlangt Subventionen für horntragende Tiere. In der ersten Umfragewelle Mitte Oktober trugen 53 Prozent der Befragten die Forderung mit. Inzwischen sind es noch 45 Prozent, die mit eher Ja oder Ja antworteten. Meistgenanntes Argument gegen die Initiative ist, dass Subventionen für diesen Zweck nicht nötig seien.

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Die Umfrage deute auf eine gefestigte Meinungsbildung hin, sagt Politologe Fabio Wasserfallen. Dies könne aus der geringen Zahl von Personen, die noch keine klare Meinung haben oder mit eher Ja/Nein antworteten, abgeleitet werden. Insbesondere bei Wählern der BDP, CVP und SVP ist der Anteil Nein-Stimmen gestiegen. Wasserfallen führt dies darauf zurück, dass das meistgenannte Argument des Ja-Lagers – Enthornen sei Tierquälerei – eher linken Kreisen entspricht.

Trotz des Umfrageresultats bleibt Initiant Armin Capaul optimistisch: «Gespräche zeigen, dass besonders die Stadtbevölkerung das Anliegen unterstützt.» So rechnet er weiterhin mit einem Erfolg und sagt: «Bei einem Nein werde nicht ich, aber die Kühe und Ziegen verlieren.»

Nein-Trend bei SVP-Vorlage

Auch bei der Selbstbestimmungsinitiative konnte das Nein-Lager auf 58 Prozent zulegen (+5 Prozent). Dazu gehört auch eine zunehmende Ablehnung bei den Wählern der bürgerlichen Parteien (BDP 83 Prozent, CVP 78 Prozent, FDP 69 Prozent). Gemäss Wasserfallen ist damit die Konfliktlinie zwischen der SVP und den restlichen Parteien noch stärker ausgeprägt. Die Ablehnung der Initiative ist zudem in der Romandie im Vergleich zum Tessin und der Deutschschweiz höher.

Feindbild der SVP: Richter am Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR). Foto: Keystone

Keine Chance dürften die Gegner des Gesetzes zur Überwachung von Versicherten haben. 67 Prozent wollen der Vorlage zustimmen, nur 32 Prozent lehnen sie ab. Die Gegner punkten mit dem Referendum einzig bei Wählern von SP und Grünen. Die Befürworter begründen ihre Zustimmung zur Überwachung damit, dass diese eine effektive Missbrauchsbekämpfung erlaube. An der Onlineumfrage beteiligten sich am 8. und 9. November 13'298 Personen aus der ganzen Schweiz. Die Umfragedaten werden nach demografischen, geografischen und politischen Variabeln gewichtet. Der Fehlerbereich liegt bei 1,4 Prozentpunkten.

Erstellt: 13.11.2018, 21:58 Uhr

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