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Zweiminütige Standing Ovation für Suu Kyi

Gestern erlitt Aung San Suu Kyi in Bern einen Schwächeanfall. Heute ging es der burmesischen Politikerin wieder besser. Nach ihrem Besuch im Parlament in Bern verliess sie die Schweiz Richtung Norwegen.

In der Schweiz möchte die burmesische Politikerin einen Blick auf die hiesige Demokratie werfen: Aung San Suu Kyi posiert im Rosengarten vor dem Bundeshaus. (15. Juni 2012)
In der Schweiz möchte die burmesische Politikerin einen Blick auf die hiesige Demokratie werfen: Aung San Suu Kyi posiert im Rosengarten vor dem Bundeshaus. (15. Juni 2012)
Reuters
Suu Kyi trifft in der Schweiz auf mehrere Bundesräte: Die Freiheitskämpferin an der ILO-Konferenz in Genf. (13. Juni 2012)
Suu Kyi trifft in der Schweiz auf mehrere Bundesräte: Die Freiheitskämpferin an der ILO-Konferenz in Genf. (13. Juni 2012)
Keystone
Hat einen langen Flug hinter sich: Aung San Suu Kyi kurz nach ihrer Ankunft in Genf.
Hat einen langen Flug hinter sich: Aung San Suu Kyi kurz nach ihrer Ankunft in Genf.
Screenshot Reuters-Video
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Die burmesische Oppositionsführerin Aung San Suu Kyi ist im Bundeshaus mit herzlichem Applaus empfangen worden. Bevor sie via Zürich nach Oslo reiste, besuchte sie die Berner Altstadt. Begrüsst wurde Suu Kyi im Nationalratssaal von den Präsidenten und Vizepräsidenten des National- und des Ständerates. Während zwei Minuten habe sie eine Standing Ovation durch die zahlreich erschienenen Parlamentarier erhalten, sagte der Sprecher der Parlamentsdienste, Mark Stucki. Auch die Zuschauertribüne sei voll besetzt gewesen.

Nationalratspräsident Hansjörg Walter habe ihr im Namen des Parlaments eine gute Fortsetzung der Reise in der Schweiz und in Europa gewünscht. Vor dem Bundeshaus wurde sie von Zuschauern - Schweizer und Burmesen - beklatscht. Nach einem kurzen Besuch in der Berner Altstadt und dem Rosengarten reiste Suu Kyi am Mittag nach Zürich weiter.

«Sie ist in Form und hat gut geschlafen»

Der Politikerin schien es am Freitag wieder besser zu gehen. An einer Medienkonferenz am Vorabend hatte sie einen Schwächeanfall erlitten und musste ein Abendessen mit Bundespräsidentin Eveline Widmer-Schlumpf, Aussenminister Didier Burkhalter und Justizministerin Simonetta Sommaruga absagen.

«Sie ist in Form und hat gut geschlafen», erklärte der Informationschef des Aussendepartementes, Jean-Marc Crevoisier, auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda vor Beginn des zweiten Besuchstages in Europa. Noch habe sie ein wenig Kopfschmerzen, sagte ein Mitglied ihrer Delegation.

Suu Kyis Ärzte in Rangun erklärten, die Friedensnobelpreisträgerin habe einen niedrigen Blutdruck, aber keine grösseren Gesundheitsprobleme. Suu Kyi ist derzeit zum ersten Mal seit 24 Jahren in Europa.

Eine Entdeckungsreise

In einem Interview mit dem Westschweizer Fernsehen sprach Suu Kyi über ihre Eindrücke, die sie am frühen Morgen vor dem Empfang im Parlament gesammelt hatte. Sie habe ein noch schlafendes Bern gesehen und dabei realisiert, dass diese Reise auch ein Wiederentdecken von Empfindungen sei, die sie verloren habe, als das Regime sie in eine streng überwachte Villa eingesperrt hatte. Erst im November 2010 wurde sie aus diesem Hausarrest entlassen.

Erfreut zeigte sich die Politikerin über die geplante Eröffnung einer Schweizer Botschaft in Burma. Das sei gut für beide Länder, sagte sie im Interview weiter.

Am (morgigen) Samstag will Suu Kyi in Oslo nachträglich die Dankesrede zu ihrem Nobelpreis halten, der ihr 1991 in Abwesenheit zuerkannt worden war. Sie wurde für ihren gewaltlosen Kampf für Demokratie und Menschenrechte ausgezeichnet.

Am Donnerstag war Suu Kyi in Genf eingetroffen, der ersten Station ihrer Europareise. Nach der Schweiz und Oslo reist sie nach Irland, Frankreich und Grossbritannien weiter. In London will sie mit ihren beiden dort lebenden Söhnen ihren 67. Geburtstag feiern.

SDA/mrs

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