Zum Hauptinhalt springen

Übel riechender Gegenwind

Warum Wemakeit das Crowdfunding zur No-Billag-Initiative zu Recht stoppte.

Die Chefs von Wemakeit halten die No-Billag-Initiative für zu extrem: Blick in den Regieraum von SRF. Foto: Keystone
Die Chefs von Wemakeit halten die No-Billag-Initiative für zu extrem: Blick in den Regieraum von SRF. Foto: Keystone

Der Frust bei den «No Billag»-Befürwortern ist gross: Vergangenen Freitag starteten sie eine ­Sammelaktion auf der Crowdfunding-Plattform Wemake­it, bis zum Montag hatten sie bereits 11'500 Franken gesammelt. Doch da intervenierten die Wemakeit-Chefs. Die Initiative sei extrem und staatspolitisch gefährlich, weshalb man die Aktion stoppe und das Geld zurückerstatte. Und übrigens möchte man bei dieser Gelegenheit alle Medien- und Kulturschaffenden sowie ihre Community dazu aufrufen, sich Gedanken über mögliche Folgen der Initiative zu machen. Man schloss die Mitteilung mit dem Hashtag: #NeinZuNoBillag.

Das sitzt – und ist in dieser Deutlichkeit aussergewöhnlich. Entsprechend schlecht kam die Aktion bei den «No Billag»-Initianten an. Ein «Akt der Willkür» sei das, unprofessionell, demokratiefeindlich und ein Affront. In den sozialen Medien schäumten die Befürworter über «Zensur» und «politische Säuberung», die Plattform stecke «tief im Hintern des Staates».

Video: Welche SRF-Sendung würden Sie vermissen?

Die Umfrage zu den möglichen Folgen von «No Billag» am TV.

Letzteres ist, mit Verlaub, ein lauwarmer Furz. Dass ein privates Unternehmen gewillt ist, politisch zu handeln und die Folgen eines solchen Entscheids zu tragen, mag in der Geschäftswelt nicht üblich sein. Dort kommt es kaum vor, dass jemand aus politischen Gründen auf einen Deal verzichtet – Business ist schliesslich Business. Aber mit Zensur hat es nichts zu tun, mit Willkür noch weniger, und undemokratisch ist es schon gar nicht, im Gegenteil.

Es wäre sogar wünschenswert, würden sich Unternehmer vermehrt Gedanken über nicht nur die politischen, sondern auch die sozialen Auswirkungen ihrer Geschäfte machen. Dazu muss man nicht im «Hintern des Staates» wohnen, wie die SRG-Gegner behaupten. Wer den süssen Duft der Freiheit kennt – nämlich der Freiheit, für seine Überzeugungen einzustehen –, dem macht auch ein bisschen Gegenwind nichts aus. Selbst wenn er übel riecht.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch