Armee setzt am WEF bis zu 3300 Soldaten ein

Auch dieses Jahr unterstützt die Schweizer Armee die zivilen Behörden am World Economic Forum in Davos am Boden und in der Luft.

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Dieses Jahr werden am WEF voraussichtlich 3300 Soldatinnen und Soldaten im Einsatz stehen. Das WEF findet zwar in Davos statt, das Einsatzgebiet der Armee umfasst aber grosse Teile des Kantons Graubündens, wie der Chef der Bodentruppen, Divisionär Marco Cantieni, vor den Medien in Thusis sagte. Die Kernzone verläuft entlang der Zufahrtswege von Landquart und von Thusis nach Davos.

Die Armee unterstützt die Polizei und die zivilen Behörden: Sicherungseinsätze am Boden und in der Luft gehören dazu, ebenso Lufttransporte von völkerrechtlich geschützten Personen, Personenschutz und Sanitätsdienst. Zudem leisten Soldaten Auf- und Abbauarbeiten. So errichteten sie ganze 18 Kilometer Absperrzaun.

Während die Soldaten 2012 mit Unmengen von Schnee kämpften, machen ihnen dieses Jahr die tiefen Temperaturen zu schaffen. Bis zu 20 Grad unter Null in der Nacht setzen vor allem den Kontrollposten im Freien zu.

Ausserordentliches Ereignis

Maximal 5000 Armeeangehörige können gemäss Bundesbeschluss für das WEF aufgeboten werden. Der Kommandant des WEF-Einsatzes, Divisionär Jean-Marc Halter, rechnet damit, dass im Durchschnitt jeden Tag 3300 Männer und Frauen im Einsatz stehen werden.

Erst vergangenen Herbst gab das Parlament dem Dienst für das WEF für weitere drei Jahre grünes Licht. Die Armee unterstützt das Forum in dieser Form seit dem Jahr 2000, als der Bundesrat das Treffen als «für die internationalen Interessen der Schweiz ausserordentliches Ereignis» definierte.

Der Einsatz folgt dem Prinzip der Subsidiarität, wie Divisionär Halter erklärte. Das Militär kommt zum Zug, wenn alle zivilen Mittel nicht genügen und die Aufgabe von öffentlichem Interesse ist. Die Armee geht davon aus, dass der WEF-Einsatz mit Kosten von rund 28 Millionen Franken erstmals nicht teurer wird als normale Wiederholungskurse.

WEF-Training für Milizsoldaten

90 Prozent der Truppen sind Milizen. Sie durchliefen vor ihrem Einsatz eine einwöchige WEF-Vorbereitung und mussten eine Prüfung ablegen. In der Davoser Kernzone kommen allerdings nebst der Sanität nur Berufssoldaten der Militärpolizei zum Einsatz. Sie verfügen während des WEF über Polizeibefugnisse.

Die Luftwaffe erledigt auch Transporte, hat aber primär luftpolizeiliche Aufgaben zu erfüllen und die Lufthoheit zu wahren. Während des Forums ist der Luftraum über weiten Teilen Graubündens und im benachbarten Ausland nur eingeschränkt nutzbar. Das Standard-Dispositiv besteht aus zwei F/A-18 Kampfjets, die zusammen patroullieren.

Einen allfälliger Waffeneinsatz zur Durchsetzung der Lufthoheit muss Bundesrat Ueli Maurer als Verteidigungsminister anordnen. In der Vergangenheit musste zu diesem «letzten Mittel» nie gegriffen werden. Regelmässig kommt es aber zu Verletzungen des Luftraums - letztes Jahr neun Mal, vorletztes Jahr vier Mal. (kpn/sda)

Erstellt: 22.01.2013, 20:51 Uhr

«Crystal Award» für Charlize Theron

WEF-Gründer Klaus Schwab hat die Teilnehmer des 43. Weltwirtschaftsforums in Davos begrüsst. Ziel des Treffens sei, in einer immer komplexeren Welt den Dialog zu fördern. Seine Frau Hilde verlieh den Preis «Crystal Award», unter anderen der Schauspielerin Charlize Theron.

Die 37-jährige Südafrikanerin habe ihre Begabung auch dafür genutzt, sich humanitär zu engagieren und damit die Welt zu verbessern. So gründete die Oscar-Preisträgerin in ihrer Heimat das Anti-Aids-Projekt «Charlize Theron Africa Outreach Project (CTAOP)». 2008 war sie zudem zur UNO-Friedensbotschafterin ernannt worden.

Licht auf dunkle Seite

Theron bezeichnete die Auszeichnung als grosse Ehre. Als Künstlerin stehe man im Scheinwerferlicht, sie wolle Licht in die dunklen Seiten ihres Kontinents bringen. Der Kampf gegen Aids sei noch lange nicht gewonnen.

Weitere «Crystal Awards» gingen an den brasilianischen Künstler und Ausstellungskurator Vik Muniz und an die pakistanische Dokumentarfilmerin Sharmeen Obaid Chinoy, die 2012 für ihren Film «Saving Face» über Säure-Attacken auf Frauen einen Oscar erhalten hatte.

Sharmeen Obaid Chinoy erklärte, «Saving Face» habe gezeigt, wie ein Film das Leben vieler verändern und auch die Gesetze beeinflussen könne. Inzwischen würden Säureangriffe in Pakistan als Terrorismus mit Gefängnis geahndet. (sda)

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Bekannte WEF-Teilnehmer

Bekannte WEF-Teilnehmer Das WEF gilt als Stelldichein der internationalen Wirtschaftsführer und Staats- und Regierungschefs. Wer sich für das 43. Forum angemeldet hat.

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