Das sind die prominentesten WEF-Teilnehmer

An einer Medienkonferenz wurden die wichtigsten Teilnehmer des diesjährigen WEF präsentiert – unter anderem 40 Staats- und Regierungschefs.

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Ende Januar rückt der beschauliche Wintersportort Davos wieder in den Fokus weltweiter Medienberichterstattung: Das WEF lockt Wirtschaftskapitäne und Regierungschefs gleichermassen in die Schweiz. Zurzeit wird am Sitz in Cologny GE die Liste der erwarteten Gäste bekannt geben. Die meisten Regierungen seien mit mehreren Ministern vertreten, und auch zahlreiche multilaterale Organisationen und internationale Unternehmen seien vor Ort, betont WEF-Gründer Klaus Schwab. Das WEF sei eine Werkstatt für neue Ideen, eine informelle Plattform, um Konflikte beizulegen. Er erhoffe sich vom Treffen, dass die «Ermüdungserscheinungen der Globalisierung» abgewendet werden. Es gehe am diesjährigen WEF unter anderem um die Frage, wie die ächzenden Krisenländer wieder in Schwung kommen. Unter dem Motto «widerstandsfähige Dynamik» solle über Auswege aus der Abwärtsspirale von Sparmassnahmen und Rezession nachgedacht werden.

Künftiges Wachstum brauche Dynamik, erklärte WEF-Gründer Klaus Schwab. Und mit Widerstandsfähigkeit könne man plötzliche Schocks überstehen. Beides, Widerstandsfähigkeit und Dynamik, sei in der gegenwärtigen Lage nötig.

Insgesamt werden 2500 Gäste anwesend sein. Davon sind 1600 Wirtschaftsführer. Konkret sind unter anderem folgende Personen angekündigt:

  • Mario Draghi (EZB-Präsident)
  • Christine Lagarde (IWF-Direktorin)
  • Angela Merkel (deutsche Bundeskanzlerin)
  • David Cameron (Premierminister Grossbritannien)
  • Mario Monti (Regierungschef Italien; er hält die Eröffnungsrede)
  • Donald Tusk (Ministerpräsident Polen)
  • 8 nicht namentlich genannte EU-Kommissare
  • Wolfgang Schäuble (Finanzminister Deutschland)
  • Michael D. Higgins (Präsident Irland – das Land hat zurzeit die EU-Ratspräsidentschaft inne)
  • Dmitri Medwedwew (Regierungschef Russland) und weitere russische Minister
  • Die Präsidenten der Ukraine und von Aserbeidschan
  • Die Premierminister von Marokko, Tunesien, Libyen, Ägypten und Libanon
  • Der König von Jordanien
  • Schimon Peres (Präsident Israel)
  • Jacob Zuma (Präsident Südafrika)
  • Goodluck Jonathan (Präsident Nigeria) sowie die Staats- und Regierungschefs von Äthiopien, Zimbabwe und sechs weitere Präsidenten afrikanischer Länder
  • Die Präsidenten der Philippinen, von Malaysia, Burma und Laos
  • China: Vertreter der Zentralbank und der Kommunistischen Partei
  • USA: Vier Kabinettssekretäre, sieben Senatoren (unter anderem John McCain), sieben Mitglieder des Repräsentantenhauses
  • Lateinamerika: Drei Staatspräsidenten
  • 40 Chefs von Zivilorganisationen, etwa von Amnesty International, Greenpeace, Transparency International
  • Zahlreiche Gewerkschaftsführer

Allerdings gibt es auch prominente Absenzen: So fehlt etwa der französische Präsident François Hollande. Sein Aussenminister Laurent Fabius fährt stattdessen in die Bündner Berge. Prominent vertreten sind indes die Zentralbanker, die den Politikern im Kampf gegen die Schuldenkrise die Munition liefern.

Die Teilnehmer der Schweizer Landesregierung stehen bereits fest: Als Bundespräsident wird Ueli Maurer das Treffen eröffnen. In vergangenen Jahren hatte Maurer als Chef des Eidgenössischen Departements für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS) jeweils die Truppen besucht, welche in Davos die Polizei beim Sicherheitseinsatz für das WEF unterstützten.

Insgesamt werden bis zu sechs Bundesrätinnen und Bundesräte anwesend sein. Als einziges Mitglied der Landesregierung plant Simonetta Sommaruga, Vorsteherin des Justiz- und Polizeidepartements (EJPD), keine Teilnahme am WEF. Wahrscheinlich, aber noch nicht definitiv, sind die Teilnahmen von Finanzministerin Eveline Widmer-Schlumpf und von Innenminister Alain Berset. Deren Anreise hängt jedoch auch davon ab, welche bilaterale Treffen im Rahmen des WEF möglich sind. Fest geplant ist die Teilnahme von Aussenminister Didier Burkhalter, Volkswirtschaftsminister Johann Schneider-Ammann und Energieministerin Doris Leuthard.

Motto: «Widerstandsfähige Dynamik»

Leuthard plant unter anderem, am Treffen mit Vertretern von Energiefirmen und Umweltverbänden (Energy-Summit) teilzunehmen. Schneider-Ammann will im Rahmen des WEF erneut zu einem informellen «Mini-WTO»-Treffen von Handelsministern einladen, um die Liberalisierung des Welthandels voranzubringen.

Das diesjährige WEF steht unter dem Motto «widerstandsfähige Dynamik», wie WEF-Gründer Klaus Schwab auf dem Internetportal der Organisation schreibt. Angesichts der anhaltenden wirtschaftlichen Malaise brauche es sowohl Widerstandsfähigkeit als auch Dynamik durch kühne Visionen und entschlossenes Handeln.

Im Fokus stehen auch die Themen Gesundheit und Gesundheitssysteme. Teilnehmer des Forums werden laut WEF-Ankündigung UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon, Weltbankpräsident Jim Yong Kim, mehrere Gesundheitsminister sowie mehr als 25 Unternehmenschefs aus dem Gesundheitswesen sein.

China und USA nicht hochrangig vertreten

China und die USA werden nicht in der üblichen hochrangigen Präsenz vertreten sein. WEF-Gründer Klaus Schwab führte dies auf den Regierungswechsel in China und die zweite Amtzseit von US-Präsident Barack Obama zurück.

Gemäss WEF-Direktor Alois Zwinggi ist das Treffen dafür besonders bei Vertretern von Schwellenländern beliebt. «Es bietet ihnen die Möglichkeit, auf einer neutralen Plattform Leute aus dem Westen zu treffen», sagte er kürzlich. Gerade bei Themen wie faires Wachstum und Arbeitsplätze sei es wichtig, diese Länder einzubeziehen. (rbi)

Erstellt: 16.01.2013, 10:20 Uhr

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