Ein WEF ohne WOZ

440 Journalisten sind in diesem Jahr für das World Economic Forum akkreditiert. Nicht dabei sein dürfen die Berichterstattenden der linken «Wochenzeitung» (WOZ). Das Blatt reagiert erstaunt.

Berichtete seit 2003 vom WEF: Die linke Wochenzeitung (WOZ).

Berichtete seit 2003 vom WEF: Die linke Wochenzeitung (WOZ). Bild: Keystone

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Rund 440 Journalistinnen und Journalisten berichten aus dem Davoser Kongresszentrum vom World Economic Forum (WEF). Nicht dabei ist dieses Jahr die linke «Wochenzeitung» (WOZ).

Sie unterstellt dem WEF nicht gerade Zensur, stellt aber fest: «Die Sender und Zeitungen der grossen Schweizer Medienkonzerne werden hofiert. Kritischen Stimmen wie der WOZ wird der Zutritt verwehrt.»

Seit 2003 immer mit dabei

Das WEF sei Anfang des Jahrtausends durch Proteste auf der Strasse unter Druck geraten. Um sein Image besorgt, habe es in der Folge deutlich mehr Journalistinnen und Journalisten Zugang gewährt, schreibt die WOZ in ihrer Ausgabe am Donnerstag. Auch die WOZ habe seit 2003 jeden Winter kritisch aus dem Davoser Kongresszentrum berichtet.

Dieses Jahr hat die Zeitung jedoch keine Akkreditierung erhalten. WEF-Sprecherin Michèle Mischler verweist auf die reduzierte Zahl der Medienplätze. Auch grössere Medien hätten dieses Jahr weniger Badges bekommen, sagte sie auf Anfrage.

Dass die linke «Wochenzeitung» wegen ihrer politischen Ausrichtung keinen Zugang erhält, bestreitet Mischler. «Nächstes Jahr bekommt WOZ ganz sicher wieder einen Badge», sagte sie.

(mrs/sda)

Erstellt: 25.01.2012, 20:51 Uhr

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