«Es gibt viele Frauen an Podien hier in Davos»

17 Prozent der WEF-Teilnehmer seien Frauen, errechnete der «Guardian». Nationalratspräsidentin Maya Graf und ETH-Professorin Viola Vogel stecken den Kopf trotzdem nicht in den Davoser Schnee.

«Eine Quote für Davos wäre sicher nicht angebracht»: ETH-Professorin Viola Vogel nimmt am Rande des WEF Stellung zur Frauenfrage.

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

«Heute ist Frauentag am WEF in Davos», hiess es am Morgen in mehreren Tweets. Tatsächlich fand noch vor dem Mittag ein mit hochrangigen Frauen besetztes Podium statt. IWF-Chefin Christine Lagarde, Facebook-Managerin Sheryl Sandberg und weitere prominente Namen aus Wirtschaft und Wissenschaft diskutierten zum Thema «Women in Economic Decision-making».

Der Wille der WEF-Verantwortlichen ist erkennbar. Die Teilnehmerzahlen sprechen aber noch immer eine andere Sprache: «Davos 2013: why are only 17 percent of delegates women», hiess es in einem «Guardian»-Kommentar zum Meeting der Reichen und Mächtigen in den Bündner Alpen.

«Ich würde nicht zuerst beim WEF ansetzen»

Braucht es letztlich also doch eine Quote für Davos? Zwar gibt es so etwas Ähnliches schon, Konzerne sollen für vier Männer mindestens eine Frau nach Davos entsenden. Das aber wird dem Ziel einer ausgeglichenen Vertretung wohl kaum weiterhelfen. Trotzdem sagt ETH-Professorin Viola Vogel (siehe Video oben), die hier an einem Wissenschaftspodium teilnimmt: «Eine Quote für Davos wäre sicher nicht angebracht.» Auch Nationalratspräsidentin Maya Graf (Video) ist skeptisch: «Ich würde nicht zuerst beim WEF ansetzen.» Überdies sei das WEF eine private Veranstaltung.

Dass Christine Lagarde bereits in ihrer Eröffnungsrede die Frauenförderung zum Thema machte, freut sowohl Graf als auch Vogel. «Die Frauenanteile sind in vielen Bereichen noch immer zu tief, sodass es Förderprogramme braucht, um diesen Wert zu erhöhen.»

Warten auf die nächste Generation

Für die Zukunft des World Economic Forum sind beide Frauen optimistisch. «Bei den Young Leaders sind fast die Hälfte Frauen. Bei der nächsten Generation sieht das sicher viel besser aus», sagt Maya Graf. Und ETH-Professorin Vogel mag sich selbst am aktuellen Zustand nicht lange aufhalten. «Es gibt viele Frauen an WEF-Podien hier in Davos», sagt sie kurz und freut sich auf die Veranstaltung, an der sie als Fachfrau gefragt ist.

Erstellt: 25.01.2013, 14:29 Uhr

Artikel zum Thema

«Man kann die Lohnthematik nicht mit der Brechstange angehen»

Ex-ABB-Chef Fred Kindle ist Dauergast am WEF. Mit Tagesanzeiger.ch/Newsnet spricht er über die Abzockerdebatte und falsche Erwartungen an Davos. Mehr...

«Minder denkt an eine folkloristische Aktionärsversammlung»

Video-Interview Ulrich Thielemann war Stargast an der Public-Eye-Preisverleihung in Davos. Mit dem WEF geht der Wirtschaftsethiker scharf ins Gericht. Und bezüglich Abzockerinitiative schüttelt er nur noch den Kopf. Mehr...

Die beiden alten Männer und die Bombe

Henry Kissinger und Shimon Peres haben am WEF vor einer Eskalation des Atomstreits mit dem Iran gewarnt. Die «rote Linie» sei schon gefährlich nahe. Mehr...

Die Redaktion auf Twitter

Stets informiert und aktuell. Folgen Sie uns auf dem Kurznachrichtendienst.

Blogs

Mamablog Haben Sie Ihr Kleinkind aufgeklärt?

Geldblog So geht Altersvorsorge für Selbstständige

Die Welt in Bildern

Animalische Athletik: Ein Tiertrainer im Zoo von Sanaa, Jemen, reizt eine Löwin so sehr, dass sie wortwörtlich die Wände hochgeht. (Januar 2020)
(Bild: Mohamed al-Sayaghi) Mehr...