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«Vasella hatte Minder in die Hände gespielt»

Bernhard Bauhofer berät Firmen und Manager in Sachen Reputation. Mit Tagesanzeiger.ch/Newsnet schaut er auf die Karriere von Daniel Vasella zurück – und sagt, was Mr. Novartis hätte besser machen können.

«Vasella prägte eine Unternehmenskultur der Intransparenz»: Reputation-Manager Bernhard Bauhofer in Davos am WEF.
Video: Matthias Chapman, Jan Derrer

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«Daniel Vasella hätte früher auf seine Kritiker hören und den Dialog suchen sollen», sagt Bernhard Bauhofer zu Tagesanzeiger.ch/Newsnet in Davos. Er habe eine grosse Chance verpasst, damit seinen Ruf zu verbessern. Der Novartis-Präsident, der heute seinen Rücktritt bekannt gab, sei in der Schweiz der grosse Vertreter des Shareholder-Value-Gedankens gewesen. Und dabei habe er seinen Ansprüchen nicht einmal gerecht werden können. Bauhofer vergleicht Vasella hier mit dem früheren Roche-Chef Franz Humer: «Der war zugänglicher, kam menschlicher rüber und hatte am Schluss sogar noch die bessere Performance für die Aktionäre.»

Bauhofer hält es für möglich, dass Vasella nochmals ein VR-Mandat antreten könnte. «Aber eher nicht in der Schweiz.» Den Gang in die USA traut er dem abtretenden Mr. Novartis zu. Vasella passe gut in die amerikanische Unternehmenskultur, wo der Shareholder-Value-Gedanke eine grosse Rolle spiele. Aber: «Mit seiner Performance, die er bei Novartis hingelegt hat, hätte Vasella als CEO in den USA nicht lange überlebt.»

Vasellas Rücktritt schwächt Abzockerinitiative

Dass Vasella heute seinen Rücktritt bekannt gegeben habe, werfe auch ein Schlaglicht auf den Abstimmungskampf um die Abzockerinitiative. «Als einer, der zeitweise exzessive Gehälter bezog, spielte Vasella Abzockerinitiant Thomas Minder in die Hände.» Nun aber, da er zurücktritt, schwäche er die Abzockerinitiative. «Das Feindbild Vasella ist weg.»

Erstellt: 23.01.2013, 17:58 Uhr

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