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WEF will weltweites digitales Netzwerk schaffen

Am WEF, dem alljährlichen Stelldichein der Wirtschaftsführer in Davos, werden über 35 Staats- und Regierungschefs teilnehmen. Die Krise beflügelt die Nachfrage nach Plätzen am Forum.

«Je beunruhigter Politiker und Unternehmer sind, desto grösser ist das Bedürfnis nach informellem Gedankenaustausch»: Gründer Klaus Schwab am WEF 2012.
«Je beunruhigter Politiker und Unternehmer sind, desto grösser ist das Bedürfnis nach informellem Gedankenaustausch»: Gründer Klaus Schwab am WEF 2012.
Keystone

China und die USA werden am diesjährigen Weltwirtschaftsforum (WEF) nicht in der üblichen hochrangigen Präsenz vertreten sein. WEF-Gründer Klaus Schwab führt dies im Interview mit der «SonntagsZeitung» auf den Regierungswechsel in China und die zweite Amtzseit von US-Präsident Barack Obama zurück.

Die Liste der erwarteten Gäste in Davos gibt das WEF Mitte Januar bekannt. Bis dato haben über 35 Staats- und Regierungschefs zugesagt, wie Schwab im Interview weiter sagte. Gerechnet wird mit rund 40. Ob die deutsche Kanzlerin Angela Merkel das Forum besuchen wird, lässt Schwab offen. «In Deutschland stehen wichtige Landtagswahlen an, die eine Teilnahme der deutschen Bundeskanzlerin in diesem Jahr erschweren», sagte er.

Die Eurokrise habe hingegen keine Auswirkungen auf das WEF. Im Gegenteil, der Andrang sei grösser als die Platzzahl. «Je beunruhigter Politiker und Unternehmer sind, desto grösser ist das Bedürfnis nach informellem Gedankenaustausch», sagte Schwab.

Initiative für Afrika

Gemäss dem WEF-Direktor Alois Zwinggi ist das WEF besonders auch bei Vertretern von Schwellenländern beliebt. «Es bietet ihnen die Möglichkeit, auf einer neutralen Plattform Leute aus dem Westen zu treffen», sagte er im Interview mit dem «SonntagsBlick». Gerade bei Themen wie faires Wachstum und Arbeitsplätze sei es wichtig, diese Länder einzubeziehen.

Das WEF starte dieses Jahr eine grosse Initiative für Afrika, kündigte Zwinggi weiter an. «Grow Africa» macht die Nahrungsmittel zum Thema. Gemäss Schwab wird weiter eine Vermittlungsinitiative für den Nahen Osten ins Auge gefasst. «Es steht aber noch nicht fest, welche Regierungschefs aus dieser Region teilnehmen können», sagte er im Interview mit der «SonntagsZeitung».

Neues digitales Netzwerk

Nebst den persönlichen Kontakten will das WEF auch digitale Strukturen ermöglichen, um die Kommunikation zwischen den Teilnehmern aufrechtzuerhalten. «Wir arbeiten an einer digitalen Plattform, die es erlauben wird, sich international mit allen wichtigen Organisationen, die sich mit globalen Herausforderungen wie Nahrungssicherheit, Wasserknappheit, Umweltrisiken usw. beschäftigen, zu vernetzen», sagte der WEF-Gründer. «Wir schaffen so ein neues, weltweites Netzwerk, das vor allem auch die verschiedenen UNO-Organisationen umfasst.»

Das WEF findet vom 23. bis 27. Januar statt. Aus der Schweizer Landesregierung plant einzig Simonetta Sommaruga, Vorsteherin des Eidgenössischen Justiz- und Polizeidepartements (EJPD), keine Teilnahme. Wahrscheinlich, aber noch nicht definitiv, sind die Teilnahmen von Finanzministerin Eveline Widmer-Schlumpf und Innenminister Alain Berset. Ihre Anreise hängt auch davon ab, welche bilateralen Treffen am WEF möglich sind.

SDA/rbi

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