Wo Homosexuellen Kinder verwehrt sind

Konservative haben das Referendum gegen die Stiefkindadoption durch Homosexuelle ergriffen. In vielen anderen europäischen Ländern ist das längst möglich. Ein Vergleich.

Hätte das Parlament das letzte Wort, dürften künftig alle das Kind ihrer Partnerin oder ihres Partners adoptieren, egal ob sie homo- oder heterosexuell sind. Das haben die Parlamentarier vor rund einem Monat beschlossen. Ein Komitee aus den Reihen der SVP, CVP und EDU will das nun verhindern. Bis am 6. Oktober haben sie nun Zeit, um die nötigen 50'000 Unterschriften zu sammeln.

Das konservative Komitee wehrt sich gegen die Stiefkindadoption, weil ihrer Ansicht nach damit die «Büchse der Pandora» geöffnet und das Kindeswohl «auf dem Altar von nimmersatten Ideologien geopfert» wird. Ein am Kindeswohl interessiertes Adoptionsrecht müsse jede Form von Homo-Adoption ausschliessen, argumentiert das Komitee.

Für Lesben und Schwule in der Schweiz ist weiterhin unsicher, ob sie in Zukunft die Kinder ihrer gleichgeschlechtlichen Partner adoptieren dürfen. Die Schweiz bliebe bei einem Erfolg des Referendums an der Urne weiterhin eines der letzten westeuropäischen Länder, das Homosexuellenpaaren die Adoption in irgendeiner Form verwehrt, wie ein Vergleich zeigt.

(sip)

Erstellt: 29.06.2016, 21:33 Uhr

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