Zum Hauptinhalt springen

Verfahren abgeschlossenSchwerverletzte nach Brand in Zürich: Mann soll Feuer gelegt haben

Die Staatsanwaltschaft wirft einem zum Tatzeitpunkt 38-Jährigen Brandstiftung vor – doch es ist fraglich, ob er überhaupt schuldfähig ist.

Hoher Sachschaden: Die Liegenschaft an der Bäckerstrasse nach dem Brand im Sommer 2019.
Hoher Sachschaden: Die Liegenschaft an der Bäckerstrasse nach dem Brand im Sommer 2019.
Foto: Stefan Hohler

Zwei Männer und eine Frau retten sich mit einem Sprung in die Tiefe aus dem brennenden Haus und verletzen sich dabei schwer, drei weitere Personen erleiden Rauchgasvergiftungen und müssen ins Spital, das Feuer richtet Sachschaden in der Höhe von mehreren Hunderttausend Franken an: Das war die Bilanz des Brandes in einem Wohn- und Geschäftshaus an der Bäckerstrasse 19 unweit des Stauffachers im Juli 2019.

Die Polizei verhaftete in der Folge einen 38-jährigen Mann und eine 37-jährige Frau. Der Mann musste in Untersuchungshaft, die Frau wurde wieder entlassen. Nun sei das Verfahren gegen den mutmasslichen Täter abgeschlossen, teilt ein Sprecher der Staatsanwaltschaft auf Anfrage mit. Der Vorwurf gegen den Beschuldigten lautet auf qualifizierte Brandstiftung. Dieser Tatbestand beinhaltet eine «wissentliche Gefährdung von Menschen an Leib und Leben» und hat gemäss Strafgesetzbuch eine Freiheitsstrafe von mindestens drei Jahren zur Folge.

Brandstifter ist wohl schuldunfähig

Im Fall des Beschuldigten ist jedoch unklar, ob er überhaupt schuldfähig ist. Laut dem Sprecher der Staatsanwaltschaft liegt ein externes Fachgutachten vor, das eine psychische Beeinträchtigung des Mannes ausweise. Die Staatsanwaltschaft beantragt daher die Anordnung einer stationären Massnahme.

Der Beschuldigte wird sich vor dem Bezirksgericht Zürich verantworten müssen und befindet sich nach wie vor in Untersuchungshaft. Bis zu einer rechtskräftige Verurteiltung gilt die Unschuldsvermutung.