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Einblick in Zürcher Corona-BussenHochzeit statt Quarantäne? Macht 3000 Franken

Vom Verstoss gegen die Isolation bis zu illegalen Menschenansammlungen: Strafbefehle zeigen, gegen welche Corona-Bestimmungen am häufigsten verstossen wird.

Cartoon: Ruedi Widmer

Am Freitag, 14. August, erhielt ein vermutlich jüngerer Mann aus dem Raum Bülach eine schlechte Nachricht. Nennen wir ihn Stefan. Sein Arzt sagte ihm, er sei positiv auf Covid-19 getestet worden. Zehn Tage müsse Stefan in Isolation bleiben, bis Sonntag, 23. August, um 23.59 Uhr. Auch jemand vom kantonsärztlichen Dienst meldete sich bei ihm und bestätigte, dass er sein Zuhause auf keinen Fall verlassen dürfe.

Schlecht war diese Nachricht, weil Stefans Bruder am 22. August heiratete. Vermutlich war die Feier schon seit Monaten geplant, vielleicht war Stefan bei der Vorbereitung beteiligt, womöglich liebt Stefan seinen Bruder, wie kaum jemand seinen Bruder liebt – wir wissen es nicht. Das Einzige, was wir wissen, ist in einem anonymisierten Strafbefehl des Bülacher Statthalteramts festgehalten, und darin ist zu lesen: In der Nacht vom 22. auf den 23. August, nach Mitternacht, 24 Stunden vor Ablauf der Isolationsfrist, verliess Stefan sein Haus. Er besuchte die Hochzeit seines Bruders. Und blieb bis drei Uhr früh dort.

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