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«Shakespeare ist ein wunderbares Gegenmittel»

Wie hielt sein Publikum stundelang durch? Und tritt Shakespeare als Figur in seinen Stücken auf? Antworten auf alle wichtigen Fragen vom Experten Frank Günther.

«Spielten die Schauspieler schlecht, wurden sie beworfen, vor allem mit Tomaten, die man draussen praktischerweise kaufen konnte, gern auch mit Bierflaschen»: Frank Günther. Foto: Jürgen Bauer
«Spielten die Schauspieler schlecht, wurden sie beworfen, vor allem mit Tomaten, die man draussen praktischerweise kaufen konnte, gern auch mit Bierflaschen»: Frank Günther. Foto: Jürgen Bauer

Ich habe eine Zeitmaschine gebaut und fliege morgen zur Uraufführung von «Romeo und Julia» mit William Shakespeare in der Hauptrolle. Worauf muss ich mich gefasst machen?

Auf einen Jahrmarkt. Sie würden nachmittags die London Bridge überqueren, entlang der aufgespiessten Köpfe der Hochverräter. Sie würden das südliche Themsenufer erreichen, das ausserhalb der Londoner Jurisdiktion liegt. Sie müssten sich deshalb durch ein übles, verdrecktes Viertel von Kriminellen und Prostituierten kämpfen. Jeder in London ist bewaffnet, im Nu wird das Messer gezückt, bei jeder Gelegenheit kann eine Schlägerei ausbrechen. Dann kommen Sie an Spelunken vorbei und Bordellen, an Bärenkäfigen, Tierhatzarenen und den Bretterbuden der Theater. Vor dem Globe-Theater wird alles Mögliche verkauft, Fleischspiesse, Früchte, Nüsse. Diebe lauern, Wahrsager prophezeien, Huren bieten sich an.

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