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Gewalt in Kolumbien«Sie töten uns – und die Regierung schaut zu»

Vier Jahre nach dem Friedensvertrag zwischen Regierung und Farc herrscht vielerorts ein Machtvakuum. Kriminelle Gruppen massakrieren und morden, doch der Staat lässt die Betroffenen alleine.

Den Angehörigen bleibt nur die Trauer: Menschen am Grab eines Teenagers, der in der kolumbianischen Stadt Cali von Unbekannten ermordet wurde.
Den Angehörigen bleibt nur die Trauer: Menschen am Grab eines Teenagers, der in der kolumbianischen Stadt Cali von Unbekannten ermordet wurde.
Foto: Ernesto Guzman (Keystone) 

Eigentlich ist es ein Wunder, dass Hector Marino Carabali noch lebt. Er ist meist mit einem Bodyguard unterwegs, seit Jahren schon bedrohen ihn lokale Gruppierungen, die sich seit dem Rückzug der linksextremen Rebellengruppe Farc breitgemacht haben. Sie verfolgen meist keine klare Ideologie und finanzieren sich mit dem Abbau von Rohstoffen und Drogenhandel.

Carabali lebt in Buenos Aires, einer Gemeinde in der Provinz Cauca, im Südwesten Kolumbiens. In der armen und bergigen Provinz sind die Drohungen manchmal in Form von Graffiti an die Hauswände gesprayt. Auch mit Flugblättern wird zur Ermordung von Aktivisten wie Carabali aufgerufen. Vier Millionen kolumbianische Pesos, umgerechnet etwa 1000 Franken, für ein Menschenleben. «Natürlich habe ich manchmal Angst», sagt der Afrokolumbianer in einem Whatsapp-Anruf. «Aber das hindert mich nicht daran, meine Arbeit zu machen.»

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