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Gefangene helfen JugendlichenSie wollen der Gangster-Romantik ihren Reiz nehmen

Ein neuer Männedörfler Verein kämpft präventiv gegen Jugendkriminalität. Dafür wird Teenagern der Alltag im Gefängnis hautnah gezeigt.

Andrea Thelen und Ilias Schori vom Verein Gefangene helfen Jugendlichen wollen verhindern, dass Jugendliche auf die schiefe Bahn geraten.
Andrea Thelen und Ilias Schori vom Verein Gefangene helfen Jugendlichen wollen verhindern, dass Jugendliche auf die schiefe Bahn geraten.
Foto: Michael Trost

Als er im Hof des berüchtigten Hamburger Gefängnisses Santa Fu stand, holte Ilias Schori seine Vergangenheit ein. «Der Geruch, der aus der Gefängnisküche strömte, war genau der gleiche wie in der Pöschwies», erzählt der 27-Jährige. Kein angenehmer Geruch, vielmehr einer, der ein beklemmendes Gefühl hervorruft.

Beklemmung, Abschreckung, genau dies ist es, was Schori Jugendlichen vermitteln möchte, wenn es um Gefängnisse geht. Er ist Projektleiter von Gefangene helfen Jugendlichen (GhJ) und hat selbst mehrere Jahre in Haft gesessen.

Der Verein mit Sitz in Männedorf organisiert Treffen für 14- bis 21-Jährige mit Gefängnisinsassen. Ziel dieses in der Schweiz neuartigen Konzepts ist die Prävention: Insbesondere Jugendliche, die schon kleinere Delikte begangen haben oder kurz davor stehen, sollen vor einer kriminellen Laufbahn bewahrt werden. Schori nennt sie «Jugendliche, die auf der Kippe stehen». Damit packt GhJ ein brandheisses Eisen an, denn die Jugendkriminalität ist in den letzten Jahren stetig gestiegen. 2520 Jugendliche wurden letztes Jahr im Kanton Zürich einer Straftat beschuldigt, wie die kürzlich veröffentlichte Kriminalstatistik zeigt. Dies sind 50 Prozent mehr als noch vor fünf Jahren.

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