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«Sind die Einheimischen denn integriert?»

Mit sechs Jahren aus Bulgarien geflohen: Der Schriftsteller Ilija Trojanow (51) in Solothurn. Foto: Marco Zanoni (Lunax)

Wer flüchtet, erlebt Dramatisches. Ihr Buch heisst aber «Nach der Flucht». Weil es danach erst richtig losgeht?

Sie selbst sind als Sechsjähriger mit Ihren Eltern aus Bulgarien geflohen. Den Eltern, «die mich mit der Flucht beschenkten», widmen Sie das Buch. Worin bestand das Geschenk?

Ein Geschenk, in Freiheit aufwachsen zu können?

Haben Sie die Tragweite damals begriffen?

Wer flüchtet, gibt viel auf und riskiert viel. Gibt ihm das moralisch Recht und Anspruch?

Und die Erfahrung mit Fremden.

Und hinaus mit allen Bärtigen! Die Staaten Europas wollen Verfolgte von Wirtschaftsmigranten trennen.

Vom Flüchtling aus gesehen – aber vom Aufnahmestaat aus gesehen?

Das Hauptargument wohlmeinender Mitteleuropäer lautet: Wir können doch nicht alle aufnehmen.

Ist es denn nicht ein legitimes Interesse der Nationalstaaten, ihr Sozialsystem zu schützen?

Angela Merkels Satz «Wir schaffen das» – der Satz des Jahrzehnts?

Aber fängt die Arbeit nicht jetzt erst richtig an – diese Million, die Gekommenen, auch zu integrieren?

Wenn es einen Terroranschlag gibt, sucht man reflexhaft nach Flüchtlingen, die daran beteiligt sind, oder nach Terroristen, die sich als Flüchtlinge getarnt haben.

«Den Anderen nur als Anderen wahrzunehmen, ist der Beginn von Gewalt», schreiben Sie.

Sie meinen die Fähigkeit zur Identifikation? Der andere könnte ich sein. Und umgekehrt. Was Literatur eigentlich bewirkt.

«Die Gefahr ist nicht, dass wir überfremdet werden, sondern dass uns die Fremde ausgeht.» Welche?