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Kommentar zum ERZ-SkandalSo ist der nächste Skandal gewiss

Der Zürcher Stadtrat glaubt, der Schrecken über die Missstände im Entsorgungswesen sitze tief genug, dass sich so was nicht wiederholt. Er irrt.

Ein Teil der Oldtimer-Sammlung von ERZ – mit schwarzen Kassen finanziert.
Ein Teil der Oldtimer-Sammlung von ERZ – mit schwarzen Kassen finanziert.
Foto: Ennio Leanza (Keystone)

Die Schlüsselfiguren im Zürcher ERZ-Skandal werden im Volk eher eigenwillig beurteilt. Auf der einen Seite stehen die eigenmächtigen Ex-Direktoren Gottfried Neuhold und Urs Pauli, die bis heute von vielen mit einer gewissen Bewunderung als Robin Hoods des freien Unternehmertums verklärt werden, die gewitzt gegen die Zumutungen des Staatsapparats kämpften. Auf der anderen Seite stehen die Zürcher Stadträte, die ihnen auf den Leim gingen – und dafür vernichtende Kritik ernten.

Beides ist falsch. Neuhold und Pauli mögen in bester Absicht gehandelt haben. Es ist ihnen zugutezuhalten, dass sie sich nicht selbst bereicherten, sondern das Wohl «ihres» Betriebs und «ihrer» Angestellten im Sinn hatten. Aber es war eben nicht ihr Betrieb, sondern ein Staatsbetrieb. Indem sie die in diesem System geltenden Regeln missachteten, haben sie öffentliche Gelder verschleudert und dabei alle Zürcher Steuer- und Gebührenzahler betrogen. Das ist unentschuldbar, es darf sich nicht wiederholen.

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