Zum Hauptinhalt springen

BackhandSo kommen wir nicht mehr durch

Um die Eishockeysaison fertig spielen zu können, braucht es auf allen Ebenen ein Umdenken – und noch mehr Disziplin und Flexibilität.

Orange is the new black … Im Spielplan sind immer häufiger verschobene Partien zu finden.
Orange is the new black … Im Spielplan sind immer häufiger verschobene Partien zu finden.
Screenshot: sihf.ch

Corona-Fall, Quarantäne, Spielverschiebung. In den beiden höchsten Schweizer Eishockeyligen ist dieser Ablauf mittlerweile fast die Norm geworden. Weil das Virus so schnell nicht weggehen wird und unsere Meisterschaften nicht in Bubbles stattfinden, zeichnet sich ab, dass sie so, wie es momentan läuft, nicht zu Ende gespielt werden können. Irgendwann wird es zu viele verschobene Spiele und zu wenige freie Termine für den fleissigen Spielplangestalter Willy Vögtlin geben.

Ein Umdenken ist bereits scheu im Gang, muss nun aber Standard werden: Spielvorverschiebungen. Teams, die nicht in Quarantäne sind und irgendwann später eh noch aufeinandertreffen, sollen jetzt schon so oft wie möglich gegeneinander antreten. Es muss ja sowieso auf fast nichts Rücksicht genommen werden, da so gut wie keine Zuschauer mehr in die Stadien dürfen. Drei Heimspiele für Ambri in vier Tagen? HCD - SCB sowohl am Montag als auch tags darauf? Bislang alles Tabus und Hirngespinste, mittlerweile Optionen, die in Betracht gezogen werden dürfen, ja müssen. Klar, dazu braucht es Flexibilität aller: Liga, Spieler, Trainer, Staff, Medien, TV-Fan. Corona hat uns ein Leben mit Dauerimprovisation beschert.

Es braucht Flexibilität aller: Liga, Spieler, Trainer, Staff, Medien, TV-Fan. Corona hat uns ein Leben mit Dauerimprovisation beschert.

So schnell wie möglich muss auch eine pragmatische und einheitliche Lösung für Quarantänefälle gefunden werden. Ganze Teams werden wegen zweier Positiver aus dem Verkehr gezogen? Das versteht keiner. Die Teams wollten spielen, solange zwölf Spieler zur Verfügung stehen. Diese Regel ist mit Total-Quarantänen aber gar nicht anwendbar.

Dazu braucht es noch mehr Disziplin und Planung der Teams. Wenn in der gleichen Woche der gleiche Kantonsarzt Ambri trotz drei Fällen spielen lässt, während Biasca mit zwei Fällen nicht mehr ran darf, liegt das auch daran, dass nicht überall alle Kontakte rückverfolgbar waren. Off the record erzählen Manager und Spieler von Fällen in ihren und gegnerischen Teams, für die sie nur Kopfschütteln übrig haben. Weil zwar das perfekte Konzept gepredigt, aber dann eben doch nicht konsequent angewandt wird. Keine Frage: Es sind keine einfachen Zeiten.

6 Kommentare
    D Fabio

    Das Ganze ist relativ einfach: Wenn jedes Mal ein Team in Quarantäne gesteckt wird wenn ein Spieler positiv getestet wird, dann ist die Saison dahin. Beispiel soll man sich dem COVID-19 Protokoll in Italien nehmen: Die Spieler werden regelmässig auf COVID getestet, und das sicher 3 Mal die Woche (nach dem Spiel, Mitte Woche und vor dem nächsten Spiel - das beinhaltet keine Tests für die europäischen Spiele, wobei die UEFA auch noch separat und nach eigenem Protokoll testet). Wenn ein Spieler positiv getestet wird, dann wird die Mannschaft in eine "Blase" gesteckt und wird entsprechend getestet. Wer negativ ist darf trainieren und spielen, wer positiv ist bleibt zu Hause und wird isoliert. Anders geht es wirklich nicht, sonst ist die Saison wirklich dahin und wir spielen im kommenden August/September noch die Playoffs der laufenden Saison.