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Massnahmen in ZürichSo viel Corona-Bussgeld floss in die Stadtkasse

Der Bund hat die Pandemieverordnung noch stärker gelockert, damit kann sich die Stadt weiter öffnen. Doch davor wurden Hunderte zur Kasse gebeten.

100 Franken, wenn man sich zu nahe kam: Wie hier die Stadtpolizei Horgen waren auch in den vergangenen Wochen in der Stadt Zürich Polizisten auf Patrouille und haben Bussen eingezogen.
100 Franken, wenn man sich zu nahe kam: Wie hier die Stadtpolizei Horgen waren auch in den vergangenen Wochen in der Stadt Zürich Polizisten auf Patrouille und haben Bussen eingezogen.
Bild: Moritz Hager

Am Freitag hat der Bund den Mindestabstand zwischen Personen neu auf 1,5 Meter festgelegt. Verboten sind ab sofort nur noch Anlässe mit mehr als 1000 Personen, zudem ist die Polizeistunde für Bars, Clubs und Restaurants sowie die Sitzpflicht in den Lokalen wieder aufgehoben.

Mit diesen Anpassungen der Pandemieverordnung dürften in der Stadt Zürich wieder mehr Clubs ihre Türen öffnen, und auch für die Gastronomiebranche bedeuten die neuen Regelungen eine Erleichterung. Denn in den Wochen seit dem 20. März 2020, als noch gebüsst wurde, wer den Sicherheitsabstand von zwei Metern oder das Ansammlungsverbot nicht einhielt, kam es laut Polizeisprecher Michael Walker auch bei Barbetreibern und Gastwirten zu Verzeigungen.

Statistisch wurden diese allerdings nicht gesondert erfasst. «Die Stadtpolizei hatte auch nicht das Ziel, möglichst viele Wirte zu büssen, sondern diese auf die bestehenden Regeln aufmerksam zu machen und diese einzuhalten, um die Bevölkerung vor dem Coronavirus zu schützen.»

Mehr Ansammlungen als erlaubt

Konkrete Angaben kann Walker hingegen zu den Ordnungsbussen machen, die seit dem In­kraft­tre­ten der bundesrätlichen Verordnung Mitte März ausgesprochen wurden. 422-mal haben die Polizisten Personen wegen Missachtens des Ansammlungsverbots gebüsst. 229 Ordnungsbussen sprachen sie wegen Nichteinhalten des Mindestabstands aus – eine Strafbestimmung, die der Bundesrat bereits an Pfingsten aufgehoben hat.

Insgesamt hat die Stadtpolizei somit 651 Bussen zu je 100 Franken kassiert. «Die Einnahmen aus den Ordnungsbussen fliessen in die Stadtkasse», sagt Walker. Diese wurde durch Corona ansonsten arg gebeutelt: Wie Finanzvorstand Daniel Leupi Mitte Juni mitteilte, kosten die Auswirkungen der Pandemie die Stadt Zürich im Jahr 2020 rund 316 Millionen Franken. Für die Rechnung 2020 rechnet er «mit einem negativen Ergebnis im tiefen dreistelligen Millionenbereich».