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150'000 Menschen leiden an Demenz, verursachen aber kaum Kosten

Weit mehr als die Hälfte aller Betroffenen wird zu Hause von den Angehörigen betreutZürich Alzheimer ist die häufigste Form von Demenzerkrankungen – und sie liegt wie ein Schatten über dem Schweizer Gesundheitswesen. Gewaltige Kosten würden auf uns zukommen, wenn die Zahl der Menschen, die an Demenz erkranken, sich von heute rund 150'000 bis zum Jahr 2050 verdreifachen würde. Das rechnet die Schweizerische Alzheimervereinigung auf ihrer Website vor.

Angesichts solch düsterer Prognosen erstaunen die Berechnungen eines Teams von Gesundheitsökonomen der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW). Der eben publizierten Studie zufolge kosteten Demenzerkrankungen 2011 lediglich 1,1 Milliarden Franken pro Jahr. Das sind weniger als zwei Prozent der gesamten direkten Gesundheitskosten – und in etwa gleich viel, wie Augen- und Ohrenkrankheiten oder Hautleiden kosten.

Laut Studienleiter Simon Wieser von der ZHAW hat dies mehrere Gründe. Zum einen seien relativ wenige Menschen davon betroffen. Zum anderen würden viele Erkrankte zu Hause von den Angehörigen gepflegt. Das bestätigen Zahlen der Alzheimervereinigung: Demnach werden 60 Prozent der Betroffenen zu Hause betreut. Ein weiterer Grund für die überraschend geringen Gesamtkosten von Demenzerkrankungen sind die fehlenden Medikamente. Bis heute gibt es keine – potenziell sehr teuren – Arzneien, welche die Zerstörung des Hirns aufhalten oder gar umkehren können.

Die Alzheimervereinigung kommt in einer eigenen Studie indes auf viel höhere Kosten. Sie geht für das Jahr 2017 von Gesamtkosten von etwa 9,5 Milliarden Franken aus. Die grosse Diskrepanz rührt vermutlich daher, dass die Krankheitskosten anders errechnet werden. Demente Patienten landen meist wegen eines anderen Gesundheitsproblems im Spital. In der ZHAW-Studie fallen diese Kosten dann nicht unter «Demenzerkrankungen».

Was die Prognosen zur Explosion der Zahl von Demenzerkrankungen betrifft, gibt es allerdings Hoffnung: Fünf Studien in verschiedenen europäischen Ländern kamen im Jahr 2015 zum Schluss, dass sich die Zahl der Demenzkranken stabilisiert hat und nicht mehr weiterwächst.

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