Charme aus der zweiten Reihe

Sieben coole Städte, die nicht zuoberst auf der Reisewunschliste stehen, aber mit grossem Potenzial überraschen.

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Al-Ain, Vereinigte Arabische Emirate

Die Rekord-Oase

Eine Garten- und Universitätsstadt mitten in der Wüste: So werben die Promotoren von al-Ain für die Oase, rund 160 Kilometer von Abu Dhabi entfernt. An der Grenze zu Oman tauchen Reisende in eine andere Welt ein: Palmen und Obstbäume mit herrlich duftenden Zitronen, Orangen, Mangos und Bananen – ein Garten Eden mitten in der kargen Landschaft vor einer der grössten Wüsten der Welt.

Al-Ain ist über 5000 Jahre alt, Zeugen dafür sind die Gräber aus der Bronzezeit im Süden der Stadt. 700'000 Einwohner hat die ehemalige Karawanenstation heute, die man als Stadt jedoch kaum wahrnimmt: Keines der Gebäude ist höher als sechs Stockwerke. Im 19. Jahrhundert wurde hier die prächtige Al-Jahili-Festung gebaut – eine der grössten der Vereinigten Arabischen Emirate. Und mit einer Million Palmen und Bäumen zählt al-Ain auch zu den grössten Oasen weltweit.
www.visitabudhabi.ae; www.bischofberger-reisen.ch


Wellington, Neuseeland

Hauptstadt der Geniesser

Kleiner und unbekannter als Auckland und trotzdem Neuseelands Hauptstadt: Wellington liegt an der Südspitze der Nordinsel und ist ein ziemlich unruhiger Ort: Unweit des Stadtzentrums schiebt sich die Australische Platte über die Pazifische, und die Aktionen im Untergrund lösen immer wieder Erdbeben aus. 1855 waren die Verwerfungen so stark, dass sich die Erde bis zu 6,4 Meter anhob.

Längst hat man sich hier darauf eingestellt – in Wellington wird erdbebensicher gebaut. Die drohende Gefahr hält die Bewohner nicht davon ab, ein ziemlich quirliges Stadtleben zu führen. Unter dem Motto «klein, aber oho!» gibt es hier mehr Bars und Restaurants pro Kopf als in New York. Die Lokale liegen alle fussläufig voneinander entfernt. Wenn man mal den Überblick verliert, steigt man einfach hinauf zum Gipfel des Mount Victoria und geniesst das atemberaubende Panorama.
www.newzealand.com; www.knecht-reisen.ch


Perth, Australien

Shoppen und baden

Was will man mehr: eine lebendige Innenstadt zum Shoppen und Flanieren plus den Indischen Ozean vor der Haustür! Angesichts der herrlichen Sandstrände und des wohltemperierten Ozeans gilt Perth als Wassersportmetropole. Eine von der Antarktis kommende Meeresströmung kühlt das Wasser auf 20 bis 22 Grad ab. Die sonnenverwöhnte Grossstadt am Swan River beherbergt mit dem Kings Park auch eine attraktive grüne Oase. Dank 400 Hektaren ist der 1872 gegründete Stadtpark einer der grössten der Welt.

Zwischen den gläsernen Hochhäusern der Skyline bildet sich auch immer noch ein Stück Geschichte ab: Das alte Perth, 1829 von britischen Siedlern gegründet, besitzt mit dem Government House, der Town Hall oder dem Old Courthouse viel historische Bausub-stanz. Und das Perth Cultural Centre ist Sitz der Ballett- und Orchesterensembles von Western Australia.
www.visitperth.com.au; www.travelhouse.ch


Kuala Lumpur, Malaysia

Anregender Multikulti-Mix

Viele Weltkulturen auf engstem Raum – wer diese Mischung mag, ist in Kuala Lumpur richtig. Hier ragen Minarette und christliche Kirchtürme in den Tropenhimmel. Aber auch chinesische Pagoden und indische Tempel setzen Farbtupfer zwischen die futuristischen Hochhäuser. Pflichtprogramm für den ersten Besuch in der malaysischen Wirtschaftsmetropole: die Petronas Twintowers, die höchsten Zwillingstürme der Welt. Gleich daneben lockt ein Mega-Einkaufserlebnis in der Suria KLCC Shoppingmall. Und im Ausgeh- und Einkaufsviertel Bukit Bintang sind viele beliebte Bars und Nachtmärkte zu finden.
www.visitkl.gov.my; www.tourasia.ch


Valparaíso, Chile

Bergwärts zum Labyrinth

Die lässige Hafenstadt am Pazifik lässt sich bestens zu Fuss über Tausende von Stufen oder mit klapprigen Seilbahnen entdecken. In einem Labyrinth von farbenfrohen, verschnörkelten Holzhäusern verstecken sich Cafés, Galerien, Restaurants oder Hotels mit Meerblickterrassen. Die Häuser wurden nach dem schweren Erdbeben 1906 vor allem im viktorianischen Stil, aber auch mit einer neuen, sicheren Bauweise errichtet. Heute gehört die Altstadt zum Unesco-Weltkulturerbe. Nicht verpassen: La Sebastiana – das ehemalige Wohnhaus des berühmten Dichters und Nobelpreisträgers Pablo Neruda ist absolut sehenswert.
www.chile.de; www.knecht-reisen.ch


Durban, Südafrika

Hai-Alarm und Schlangenparadies

Im Fitzsimons-Schlangenpark warten Hunderte von Reptilien auf ihren Auftritt. Die Besucher können den Schwarzen Mambas, Kobras und Puffottern dieser Welt, so sie hinter Glas leben, plötzlich etwas abgewinnen. Auch die Metropole am Indischen Ozean, die diesen besonderen Tierpark beherbergt, ist faszinierend und gefährlich zugleich: An den langen, goldenen Sandstränden mit besten Surfspots warten zuweilen hinter gespannten Netzen die Haie auf Beute. Ob der Schutz hält, kontrolliert jeden Tag das Sharks Board Maritime Center. Und: Die Spezialisten nehmen auf ihren Booten auch Touristen mit.
www.southafrica.net/de; www.travelhouse.ch


San Antonio, Texas (USA)

Buntes Leben am Fluss

Unbestritten die Hauptattraktion am Platz ist der River Walk – die Promenade am San-Antonio-Fluss. Fünf Kilometer ist sie lang und führt direkt durchs Zentrum der texanischen Metropole und mitten durch die subtropische Vegetation. Künstlich angelegte Wasserfälle, Dutzende von Restaurants, Cafés, Boutiquen – San Antonio ist ein wahres Eldorado für Flaneure. Die Promenade wurde in den 20er- und 30er-Jahren gebaut, um den Flusslauf zu regulieren. Heute kann man sich das Ergebnis auch bei einer Schiffstour anschauen. Der Ausflug ist gerade bei Nacht, wenn San Antonio illuminiert wird, ein wunderbares Erlebnis.
www.visitsanantonio.com; www.travelhouse.ch

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Erstellt: 19.09.2019, 22:30 Uhr

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