Ein Haus für eine halbe Milliarde

Noch nie waren die Hypothekarzinsen so tief. Doch die Sache hat natürlich einen Haken.

Das Zauberwort «Tragbarkeit» macht vielen, die eine Immobilie kaufen wollen, einen Strich durch die Rechnung. Foto: Getty Images

Das Zauberwort «Tragbarkeit» macht vielen, die eine Immobilie kaufen wollen, einen Strich durch die Rechnung. Foto: Getty Images

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Eigentlich müsste man jetzt zuschlagen und sich ein paar schöne Immobilien unter den Nagel reissen. Noch nie waren die Hypothekarzinsen so tief. Was heisst tief, unterirdisch! Die Bündner Kantonalbank gibt neu die Negativzinsen der Nationalbank sogar an ihre Kunden weiter. Bei 0,2 Prozent macht das für einen Kredit von einer Million schon ein flottes Taschengeld von ein paar Tausend Franken.

Doch die Sache hat natürlich einen Haken. Erstens kommen nur ausgewählte, potente Kunden in den Genuss dieses Extra-Batzens, und zweitens macht das Zauberwort «Tragbarkeit» vielen einen Strich durch die Rechnung. Eine Hypo gibts erst, wenn der zukünftige Eigenheimbesitzer auch einen Zins von fünf Prozent locker bezahlen könnte. Das wiederum führt dazu, dass sich heute auch gut Verdienende weiterhin mit einer Mietwohnung begnügen müssen (deren Zins allerdings immer noch gleich hoch ist wie seit Jahren).

Fazit: Die Hausbesitzer sind einmal mehr die Gewinner – die Mieter die Verlierer. So ging es übrigens auch einem Mieter in Zürich. Weil der Zins exorbitant erhöht wurde, erwägte das traditionelle Warenhaus Manor, das Gebäude an der Bahnhofstrasse zu kaufen. Doch die Bank winkte ab. 535 (!) Millionen Franken? Lächerlich! – Vielleicht müsste Manor das Angebot verdoppeln und mal bei den Bündnern anklopfen. Das gäbe glatt einen Zinsbonus von fünf Millionen.

Vielleicht hätten wir aber auch einfach früher mehr Monopoly spielen sollen …

Wohnen – Die Übersicht

Editorial: Ein Haus für eine halbe Milliarde
10 Trends, die das Wohnen noch schöner machen
So landen Sie im richtigen Bett
Essay: Trendforscherin Oona Strathern über unsere Sehnsucht nach dem «smarten» Leben
So wird Ihr Badezimmer zur Wohlfühloase
Der Traum von der eigenen Sauna
Kaufen ist günstiger als mieten, aber ...
DFAB House – Das smarteste Gebäude der Schweiz
Was Gadgets an Sicherheit bieten können
Solebich.de-Gründerin Nicole Maalouf im Interview


Dieser Text stammt aus der aktuellen Ausgabe. Jetzt alle Artikel im E-Paper der SonntagsZeitung lesen: App für iOSApp für AndroidWeb-App

Erstellt: 26.09.2019, 14:58 Uhr

Artikel zum Thema

So wird Ihr Badezimmer zur Wohlfühloase

Auch aus einem kleinen Bad lässt sich mit wenig Aufwand eine wohlige Wellnesszone machen. Oft genügen ein paar Accessoires. Mehr...

Digitales Viagra

Essay Die Trendforscherin Oona Strathern über unsere verquere Sehnsucht nach dem «smarten» Leben. Ein Essay. Mehr...

«Stil ist Ausdruck der Persönlichkeit»

Interview Nicole Maalouf, Gründerin der grössten deutschsprachigen Wohn-Community, über ihre Vision, Gefühl und Homestorys. Mehr...

Die Redaktion auf Twitter

Stets informiert und aktuell. Folgen Sie uns auf dem Kurznachrichtendienst.

Abo

SonntagsZeit. Im Digital-Abo.

Die SonntagsZeitung digital ohne Einschränkung nutzen. Für nur CHF 10.- pro Monat.
Jetzt abonnieren!

Kommentare

Blogs

Mamablog Der verlorene Sohn in der Fankurve

Geldblog Wie Sie Ihre Finanzziele erreichen können

Die Welt in Bildern

Klimawand: Andres Petreselli bemalt in San Francisco eine Hausfassade mit einem Porträt von Greta Thunberg. (8. November 2019)
(Bild: Ben Margot) Mehr...