Ein Sonnenschloss zum Träumen

Die Aufsteiger, die Absteiger und die neuen Hotels im Rating 2019.

Das beste Ferienhotel der Schweiz: Castello del Sole in Ascona. Foto: PD

Das beste Ferienhotel der Schweiz: Castello del Sole in Ascona. Foto: PD

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Nach neun Jahren steht das Castello del Sole in Ascona wieder an der Spitze der Rangliste mit den besten Ferienhotels der Schweiz. Das Castello löste The Chedi Andermatt ab; das spektakuläre Herzstück von Samih Sawiris´ Milliarden-Tourismusprojekt bleibt jedoch die Nummer eins für Ferien in den Bergen. Den Ausschlag für das Castello del Sole gab die Entwicklung während der vergangenen Jahre.

Sehr gut geführt war das Hotel schon immer, doch seit sich Besitzer Gratian Anda, Enkel von Bührle-Konzerngründer Emil Georg Bührle, persönlich um den atemberaubend schönen Komplex kümmert, ist das Sonnenschloss in neue Dimensionen vorgestossen. Unter anderem wurde der eigene Landwirtschaftsbetrieb massiv aufgewertet. Zum Hotel gehört jetzt ein wildromantisches Rustico hoch oben am Berg. Und Matthias Roock, Koch des Jahres 2018, brilliert nicht bloss mit einem neuen kulinarischen Angebot, sondern auch mit dem besten Frühstücksbüffet im Land.

Keinen Wechsel an der Spitze gab es in den vier übrigen Kategorien. Wer ganz oben ist, verteidigt seine Position mit einer Hartnäckigkeit wie ein Starkoch seine «Michelin»-Sterne. Das Wellnesshotel Pirmin Zurbriggen in Saas-Almagell bleibt das beste Nice-Price-Ferienhotel. Das Bürgenstock Resort mit dem Flaggschiff Bürgenstock Hotel & Alpine Spa ist weiterhin bestes Wellnesshotel. Das Grand Resort Bad Ragaz mit seinem für 45 Millionen Franken prächtig renovierten Herzstück, dem Quellenhof, ist dem Bürgenstock allerdings hart auf den Fersen. Nummer eins bei den Stadthotels bleibt The Dolder Grand; in Europa kommt kein Cityresort an den Traumpalast am Zürichberg heran. Und das Albergo Losone darf sich seit über zwanzig Jahren rühmen, das beste Familienhotel der Schweiz zu sein.

Grösster Aufsteiger im Rating ist die Villa Orselina. Das edle Refugium für Geniesser hoch über dem Lago Maggiore, dessen Zukunft noch vor wenigen Jahren in den Sternen stand, rückte um ganze elf Ränge vor. Um zehn Positionen verbesserte sich die Chesa Randolina. In die Engadiner Dreistern-Perle im Flecken Sils wurden soeben wieder zwei Millionen investiert. Je sieben Plätze gewannen der Zermatterhof und der Hof Weissbad. Ein besonders interessanter Neuling ist The Hide Hotel in Flims. Das Haus mit seinen tollen Farben, glitzernden Tapeten und einem Touch zum Urbanen ist eine überzeugende Alternative zu den meisten Alpenhotels.

«Hotel des Jahres» ist das Zürcher Widder Hotel, eine edle kleine Welt für sich mit der Aura der Einzigartigkeit. Hotelier des Jahres ist Andrea Scherz. Wie der Besitzer und operative Chef des Gstaad Palace sein Märchenschloss durch schwierige Zeiten manövriert hat, verdient höchste Anerkennung. Koch des Jahres ist Silvio Germann. Der junge, innovative und kreative Luzerner trumpft gross auf im Restaurant Igniv by Andreas Caminada im Grand Resort Bad Ragaz. Concierge des Jahres ist Claudio Caser aus dem Giardino Ascona.

Im vergangenen Sommer und Winter wurden fast überall Rekordzahlen geschrieben. Auch die Aussichten für dieses Jahr sind hervorragend. Das ist eine Entwicklung, von der die Branche während der langen Krisenjahre kaum zu träumen wagte. Und die belegt, dass die Talsohle definitiv durchschritten ist.

Erstellt: 08.07.2019, 17:28 Uhr

So wurde bewertet

Karl Wild ist Verfasser des Schweizer Hotelratings. Wild arbeitet als Publizist, Hotel- und Restauranttester in Langnau am Albis ZH. Er und sein Team, 16 Spezialisten aus Hotellerie und Tourismus sowie Vielreisende, haben alle aufgeführten Hotels besucht. Um die Chancengleichheit zu wahren, wurden nur Hotels mit mindestens zwölf Zimmern und eigenem Restaurant berücksichtigt. Die Bewertungskriterien:


  • Wertung der massgeblichen Hotel- und Restaurantführer

  • Qualitätskontrollen führender Hotelvereinigungen

  • Investitionstätigkeit

  • Gastfreundschaft

  • Charisma und Innovationsfreude des Hoteliers

  • Charakter und Originalität des Hauses

  • Lage und Freizeitangebot

  • Preis-Leistungs-Verhältnis

  • Kategorienspezifische Angebote

  • Gästebewertungen

  • Subjektiver Gesamteindruck der Tester

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