Welches Tier passt zu mir?

Bevor man sich ein Haustier anschafft, gibt es einiges zu bedenken.

Katzen lassen sich nicht wie wohlerzogene Hunde sagen, was sie zu tun und zu lassen haben.<br />Foto: Burak Kilic

Katzen lassen sich nicht wie wohlerzogene Hunde sagen, was sie zu tun und zu lassen haben.
Foto: Burak Kilic

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Am Anfang stehen Fragen, die man ehrlich beantworten sollte. Nur so schützt man sich und seine Familie vor übertriebenen Erwartungen und Enttäuschungen. Vor allem, wenn Kinder den Wunsch nach einem tierischen Spielgefährten äussern, muss man sich bewusst sein, dass mindestens ein Elternteil die Verantwortung für einen neuen Hausgenossen tragen muss. Und das funktioniert nur, wenn dieser selber Freude am Tier hat.

Dann gilt es weiter abzuklären: Passt das gewünschte Tier in den eigenen Alltag? Hat man die nötigen Möglichkeiten, das Tier artgerecht zu halten? Hat man genug Zeit dafür? Kann man es sich leisten? Und wer zur Miete wohnt, muss zuallererst einmal klären: Dürfen Heimtiere überhaupt gehalten werden? Und wenn ja, welche? Und schliesslich die alles entscheidende Frage: Welches Tier würde denn am besten zu mir passen? Hier ein kleiner Haustier-Ratgeber.

Die Katze

Katzen lassen sich nicht wie wohlerzogene Hunde sagen, was sie zu tun und zu lassen haben. Sie sind eigenwillig, unabhängig und verspielt. Und sie haben einen ausgeprägten Jagdtrieb. Gleichzeitig sind sie auch anschmiegsam und holen sich ihre Streicheleinheiten, wenn ihnen danach ist. Da sie trotz ihrer Selbstständigkeit sehr sozial sind, sollten Katzen, die nicht hinaus können, nicht allein gehalten werden, vor allem, wenn die Halter den ganzen Tag abwesend sind.

Viel Arbeit erfordern sie nicht: Katzen wollen artgerecht gefüttert werden, brauchen Fellpflege und ein gepflegtes Katzenklo. Ist das Kistchen nicht sauber, suchen sie sich gerne einen anderen Ort aus, um ihr Geschäft zu verrichten.

Katzen passen zu: Individualisten, die eigene Freiheiten zu schätzen wissen. Couchpotatos, die froh sind, wenn sie an einem kalten und verregneten Abend nicht mehr Gassi gehen müssen.

Sie passen nicht zu: Personen, die ihre Katze vegetarisch oder vegan ernähren wollen – das ist in der Schweiz verboten. Und natürlich nicht zu Menschen mit einer Katzenhaarallergie.

Der Hund

Es gibt zahlreiche verschiedene Rassen und entsprechend Hunde mit ganz unterschiedlichen Charakteren. Wer sich einen Hund zulegen will, tut gut daran, sich über die rassenspezifischen Eigenheiten zu orientieren, bevor man dem herzzerreissenden Blick eines putzigen Welpen erliegt. Und vor allem muss man sich bewusst sein, dass der Vierbeiner ein Mitglied der Familie wird, das viel Zeit und Aufmerksamkeit braucht. Hunde müssen wie Kinder erzogen werden. In manchen Kantonen sind Hundekurse sogar obligatorisch.

Ein Hund braucht Auslauf, mindestens zweimal täglich einen je nach Grösse unterschiedlich langen Spaziergang – und dies bei jedem Wetter! Nicht zu vergessen ist, dass Hunde Impfungen benötigen. Krankheiten und Verletzungen können recht kostspielig werden (es gibt heute Versicherungen dafür, ähnlich einer Krankenkasse). Kann man sich nicht täglich um sein Tier kümmern, springen Hundesitter ein. Wer seinen Hund allerdings mehr als drei Tage pro Woche abgeben will oder muss, sollte sich fragen, ob das Tier bei diesen steten Wechseln noch weiss, wo es zu Hause ist. Ausserdem ist es nicht einfach, einen wirklich qualifizierten Tiersitter zu finden.

Hunde passen zu: aktiven Menschen, die gern draussen sind, zu Personen mit einer natürlichen Autorität und solchen, die sich zutrauen, für viele Jahre Verantwortung zu übernehmen.

Sie passen nicht zu: Couchpotatos, Bakterienphobikern, Hygienefreaks.

Haustiere – Die Übersicht

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Welches Tier passt zu mir?
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Tierarzt Marco Minder im grossen Interview
Was wir von Tieren lernen können

Das Meerschweinchen

Entgegen landläufiger Meinung sind Meerschweinchen kein Spielzeug für Kinder. Man sollte sie nicht anfassen und nicht mit ihnen spielen, sondern sie unter sich lassen und nur beobachten, was sie tun. Da es sehr soziale Tiere sind, sollten sie nur in Gruppen von zwei oder mehr Tieren gehalten werten. Und Achtung: Meerschweinchen vermehren sich sehr rasch.

Meerschweinchen passen zu: passionierten Tierbeobachtern.

Sie passen nicht zu: Kindern, die mit Tieren spielen wollen.

Der Goldhamster

Die nachtaktiven Einzelgänger schlafen am Tag. Auch sie wollen nicht zu oft angefasst werden. In dieser Beziehung sind sie den Meerschweinchen ähnlich: Sie sind kein Spielzeug für Kinder und gehören zu den «wilden» Tiere, die, wenn ihnen etwas nicht passt, auch mal zuschnappen können.

Goldhamster passen zu: Kindern, die Interesse haben, Einblicke in das Leben eines Wüstentiers zu haben.

Sie passen nicht zu: Kindern, die ein Kuscheltier möchten, oder Menschen, die schnell nervös werden. Wer je einen Goldhamster in seinem Rad beobachtet hat, weiss, wie eifrig er dieses in Bewegung halten kann.

Der Vogel

Kanarienvögel und Wellensittiche sind sehr sozial und dürfen nicht allein gehalten werden. Damit sie auch fliegen können, sollten sie nur in einer relativ geräumigen Voliere gehalten werden, in der sie auch klettern und baden können.

Vögel passen zu: Menschen, die gern Tiere beobachten und einen Gefährten haben möchten, der sie mit einem munteren Zwitschern unterhält. Da ihre Pflege relativ unkompliziert ist, eignen sie sich auch für ältere Menschen.

Sie passen nicht zu: Menschen, die mit den Tieren kuscheln wollen.

Der Papagei

Wie andere Vögel auch dürfen Papageien nicht allein gehalten werden. Die Haltung von grossen Aras und Kakadus gilt zudem als sehr anspruchsvoll und ist darum bewilligungspflichtig. Papageien, die übrigens sehr alt werden können, faszinieren vor allem dadurch, wie sie auf ihr Umfeld reagieren – nicht nur auf ihre Artgenossen, sondern auch auf Menschen und andere Haustiere. Vor allem grosse Papageien brauchen viel Platz. Diese Vögelkönnen zudem sehr laut werden und machen eher viel Dreck. Papageien zu halten ist daher recht aufwendig.

Papageien passen zu: engagierten Hobby- oder Profi-Tierpflegern.

Sie passen nicht zu: lärmempfindlichen Menschen und Leuten mit einer kleinen Wohnung.

Der Fisch

Für ein eigenes Aquarium eignen sich vor allem Süsswasserfische. So vielfältig ihre Arten, so verschieden sind auch ihre Bedürfnisse. Darum ist es sinnvoll, sich vor dem Kauf von Fischen bei einem spezialisierten Händler zu informieren. Es handelt sich aber um recht pflegeleichte Tiere.

Fische passen zu: Menschen, die im hektischen Alltag eine beruhigende Beschäftigung suchen.

Sie passen nicht zu: Kindern und Menschen, die einen starken Drang haben, Tiere berühren zu wollen.

Pflegeleicht und mit beruhigender Wirkung: Fische eignen sich eher weniger als Haustier für Kinder. Foto: Don Farrall (Getty Images)

Die Schildkröte

Da Schildkröten sehr alt werden können, muss man damit rechnen, sehr lange für sie sorgen zu müssen. Schildkröten sind keine Spielkameraden. Da es sich um Wildtiere handelt, die nicht wie Hunde oder Katzen Menschen als Sozialpartner wahrnehmen und nicht drinnen gehalten werden sollten, sind sie als Heimtiere weniger geeignet.

Schildkröten passen zu: Menschen, die Platz für ein Aussengehege haben.

Sie passen nicht zu: Menschen, die Panzertiere nicht mögen, denn viel Unterhaltung bieten sie nicht.



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Erstellt: 13.09.2019, 10:02 Uhr

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