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Crypto war ein Segen

Die Hintertüren in Chiffriergeräten aus Zug haben die Sicherheit der Welt verbessert. Und der Schweiz genützt.

MeinungMarkus Somm
Westliche Geheimdienste sind dank der Crypto AG hinter viele Geheimnisse gekommen. Das hat dem Frieden gedient. Foto: Arnd Wiegmann (Reuters)
Westliche Geheimdienste sind dank der Crypto AG hinter viele Geheimnisse gekommen. Das hat dem Frieden gedient. Foto: Arnd Wiegmann (Reuters)

Hat der Bundesrat davon gewusst, dass die Zuger Firma Crypto insgeheim der amerikanischen CIA und dem ­deutschen Bundesnachrichtendienst (BND) gehört hatte? Und war der schweizerische Nachrichtendienst ebenfalls im Bild und hat mit diesen Diensten kooperiert – nicht zuletzt dank Crypto? Seit diverse Medien diese Besitzverhältnisse enthüllt haben, herrscht helle Aufregung in der neutralen Schweiz. Besonders die Linke, die in den vergangenen Jahren nicht unbedingt als Champion der Neutralität aufgefallen ist, verlangt nun gar eine parlamentarische Untersuchungskommission (PUK), obwohl die Geschäftsprüfungsdelegation bereits angekündigt hat, die Sache zu untersuchen. Doch PUK klingt immer gut, wenn man etwas Wind machen will – und um Wind handelt es sich, um ein laues Lüftchen, das besonders empfindliche Zeitgenossen ins Schlottern bringt. Denn wo liegt das Problem? Crypto war bis vor kurzem eine Firma, die seit den 1950er-Jahren Verschlüsselungsgeräte hergestellt und in alle Welt exportiert hatte, sie galten als die besten, und man legte Wert auf Schweizer Herkunft und Qualität, womit man auch davon lebte, dass unser Land als neutral, also unverdächtig angesehen wurde. Zu Zeiten des Kalten Krieges war das ein gutes Verkaufsargument, zumal in Ländern, die sich nicht eindeutig dem westlichen Lager zuordnen liessen.

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