Das «Schätzeli» kostete ein Vermögen

Eine romantische Geste endet am Zürcher Flughafen mit einer dramatischen Szene.

Keine Abreise: Weil ein Kosename auf dem Ticket stand, durfte eine Passagierin ihre Reise nach Japan nicht antreten.

Keine Abreise: Weil ein Kosename auf dem Ticket stand, durfte eine Passagierin ihre Reise nach Japan nicht antreten. Bild: Gaëtan Bally/Keystone

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Mit einer dramatischen Szene endete kürzlich am Flughafen Zürich eine Liebesbezeugung eines Passagiers: Seine Angebetete fiel in Ohnmacht.

Aber von vorn: Zu dritt wollten die Passagiere thailändischer Herkunft von Zürich über Helsinki nach Fukuoka in Japan reisen. Der Mann kaufte die Tickets für die Fluggesellschaften Finnair und JAL online. Um seiner Angebeteten zu zeigen, wie sehr er sich auf die Reise freut, fügte er ihrem Namen bei der Buchung das thailändische Kosewort «Duang» hinzu – was so viel wie «Schätzeli» heisst. Damit lautete das Ticket auf Maria Duang Meier (Name geändert).

Weiter als zum Check-in-Schalter kam die Frau damit nicht, denn der Name auf dem Ticket entsprach nicht jenem im Pass. Weil Airlines Namensänderungen auf Tickets nicht erlauben, wurde ihr das Check-in verweigert. Sie sah sich gezwungen, ein neues Ticket für den folgenden Tag zu kaufen, worauf sich die kleine Reisegruppe einigte, dass die Frau nachreisen würde.

Aufgrund der Komplikationen trafen die beiden anderen Passagiere aber zu spät am Gate ein und verpassten den Flug nach Helsinki – auch sie mussten zwei neue Tickets nach Japan erstehen. Das war für die Frau zu viel: Sie verlor am Ticketschalter das Bewusstsein. Ihr Zustand verbesserte sich nach dem Eintreffen der Ambulanz rasch, und so konnte sie mit ihrer Begleitung die Reise am Folgetag antreten.

Eine Ursula ginge auch nicht als Ursi durch.

Wie Nathalie Berchtold vom Abfertigungsunternehmen Swissport erklärt, sind Namensmutationen laut den geltenden Vorschriften der Fluggesellschaften grundsätzlich nicht erlaubt. Einige Airlines erlauben aber Änderungen von bis zu drei Buchstaben gegen eine Gebühr.

Generell gelte immer: Der Name im Ticket muss genau mit den Angaben im Pass oder auf der Identitätskarte übereinstimmen. Bei gewissen Airlines sind bereits Tippfehler ein Problem oder die Verwechslung von Vor- und Nachname. Eine Ursula ginge auch nicht als Ursi durch.

Gerade bei Käufen über das Internet würden in der Buchungsmaske häufig Vor- und Nachnamen verwechselt. Berchtold empfiehlt deshalb besonders bei den Reservierungen im Netz vor dem Abschliessen der Buchung stets den Namen und den Vornamen nochmals mit dem Reisedokument abzugleichen. «Falls ein Passagier einen Fehler auf seinem Flugschein vorgängig bemerkt, sollte er bereits vor Flugantritt die Fluggesellschaft kontaktieren.»

Zwei Buchstaben kosten 50 Franken

Auch bei Swiss kennt man dieses Problem, eine Statistik darüber führt die Fluggesellschaft allerdings nicht. «Tippfehler beim Namen können bei Swiss nur bei Tickets korrigiert werden, bei denen der gleiche Passagier reist», sagt Sprecherin Meike Fuhlrott. Darunter versteht die Airline Mutationen, die bis zu zwei Buchstaben in entweder dem Vor- oder dem Nachnamen umfassen. Laut Fuhlrott erhebt Swiss für eine Namenskorrektur bei ihren Tickets nach Schreibfehlern eine Gebühr von 50 Franken.

«Falls sich ein Kunde bei der Buchung vollständig im Namen geirrt hat, kann er das Ticket innerhalb 24 Stunden kostenlos stornieren. Eine Änderung des ganzen Passagiernamens etwa von Peter Meier zu Simone Schmid ist nicht möglich.»

Laut Fuhlrott liege der Grund für die Vorgabe, dass die Namen auf dem Ticket und dem Ausweisdokument übereinstimmen müssen, bei den behördlichen Anforderungen verschiedener Länder hinsichtlich der Sicherheit und der Kontrolle der Einwanderungsformalitäten. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 05.05.2018, 16:08 Uhr

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