Deutsche Lokführer schwärmen für Stadler-Rail-Züge

Mitarbeiter reissen sich um die Dienste in den Gebrauchtwagen, welche die Deutsche Bahn in Österreich kaufte.

Überall beliebt: Qualitätsprodukte aus dem Hause Stadler Rail. In der Produktionshalle in Bussnang arbeitet ein Monteur an dem, was dereinst ein Führerstand sein wird. Foto: Doris Fanconi

Überall beliebt: Qualitätsprodukte aus dem Hause Stadler Rail. In der Produktionshalle in Bussnang arbeitet ein Monteur an dem, was dereinst ein Führerstand sein wird. Foto: Doris Fanconi

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Nicht nur die SBB kämpfen mit Problemen bei ihren neuen Bombardier-Zügen, sondern auch die Deutsche Bahn. Die beim kanadischen Hersteller bestellten 42 neuen Doppelstockzüge bereiten ihr so viele Störungen, dass sie die Abnahme der noch ausstehenden 25 Züge verweigert.

Um den Betrieb auf der Intercity-Strecke Rostock-Berlin-Dresden dennoch zu gewährleisten, kaufte die Deutsche Bahn der österreichischen Westbahn vor ein paar Wochen 17 Doppelstockzüge des Thurgauer Bahnbauers Stadler Rail ab. Innerlich und äusserlich hat sie die von der Westbahn nicht mehr benötigten Züge in den vergangenen Wochen in einen Intercity verwandelt.

Die Lokführer reissen sich um Fahrten in den umgespritzten Gebrauchtwagen aus den Fabriken von Peter Spuhler. Das berichtete diese Woche die deutsche Zeitung «Die Welt». «Die Dienste auf diesen Zügen sind heiss begehrt», sagte Lokführer Mario Bartsch. Der Grund: Um die Bombardier-Züge überhaupt zum Laufen zu bringen, dauere es wegen Problemen mit dem Betriebssystem mehr als eine Stunde. In den Secondhand-Zügen von Stadler Rail gehe das höchstens halb so lange, sagte Bartsch. Das Hochfahren der Software sei sogar in wenigen Minuten erledigt. Damit kommt die Deutsche Bahn ihrem Ziel, die Pünktlichkeit im Fernverkehr zu verbessern, etwas näher.

«Die Intercity-Züge von Stadler helfen uns, die Probleme zu überbrücken, die wir derzeit mit den Bombardier-Zügen haben», gab Berthold Huber, der Personenverkehrschef der Deutschen Bahn, gegenüber der «Welt» zu. Gekauft habe er die Stadler-Züge aber vor allem, um die hohen Passagierzahlen auf der Strecke Rostock-Berlin-Dresden zu bewältigen.

Stadler hat die Doppelzüge erst 2017 für die Westbahn gebaut. Nach nur zwei Jahren braucht das von Ex-SBB-Chef Benedikt Weibel präsidierte Unternehmen diese wegen einer neuen Strategie nicht mehr.



Dieser Text stammt aus der aktuellen Ausgabe. Jetzt alle Artikel im E-Paper der SonntagsZeitung lesen: App für iOSApp für AndroidWeb-App

Erstellt: 08.02.2020, 18:53 Uhr

Artikel zum Thema

Stadler Rail erhält Millionen-Auftrag aus England

Der Schweizer Bahnhersteller soll 42 Metrozüge für die nordenglische Stadt Newcastle bauen. Das Auftragsvolumen beläuft sich auf umgerechnet 887 Millionen Franken. Mehr...

Spuhlers Sorgenkinder: Fabrik dicht, Jobs weg, Millionen verloren 

Peter Spuhler investiert viel Geld in Schweizer Firmen. Während es bei Stadler Rail gut läuft, schwächeln andere Beteiligungen. Mehr...

Bombardier hat jetzt auch Ärger in Deutschland

Die Deutsche Bahn nimmt keine neuen Züge mehr ab. Gleichzeitig verhandelt der Hersteller immer noch mit den SBB wegen deren «Pannenzug». Mehr...

Die Redaktion auf Twitter

Stets informiert und aktuell. Folgen Sie uns auf dem Kurznachrichtendienst.

Abo

SonntagsZeit. Im Digital-Abo.

Die SonntagsZeitung digital ohne Einschränkung nutzen. Für nur CHF 10.- pro Monat.
Jetzt abonnieren!

Kommentare

Abo

Abo Digital - 26 CHF im Monat

Den Tages-Anzeiger unbeschränkt digital lesen, inkl. ePaper. Flexibel und jederzeit kündbar.
Jetzt abonnieren!

Die Welt in Bildern

Man soll die Feste feiern, wie sie fallen: Menschen in «Txatxus»-Kostümen nehmen am traditionellen ländlichen Karneval in Lantz, Nordspanien, teil. (24. Februar 2020)
(Bild: Villar Lopez) Mehr...