Die Folgen des Wegschauens

Arabische Grossfamilien haben sich in Deutschland ausgebreitet und kontrollieren ganze Quartiere. Das liegt an den Fehlern der 80er- und 90er-Jahren.

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Sie riefen «Allahu akbar», prozessierten mit dem Sarg durch die Strassen und ehrten den Ermordeten, einen wegen Raub, gefährlicher Körperverletzung, Misshandlung, Nötigung und Drogendelikten verurteilten Intensivtäter. Geschätzte 2000 Mitglieder arabischer Gross­familien nahmen diese Woche an der Beisetzung teil. Die Szenen erinnerten an Mafia-Beerdigungen, an das Chicago der 30er-Jahre oder den Gazastreifen. Tatsächlich marschierten die bärtigen, tätowierten und muskelbepackten Männer mitten durch Berlin.

Genauso gut hätten die Bilder aus Dortmund, Essen, Bremen oder Duisburg stammen können. Rund 12 arabische Grossfamilien mit jeweils Hunderten, wenn nicht Tausenden Mitgliedern haben sich in deutschen Städten ausgebreitet. Sie kontrollieren ganze Quartiere, verüben Raubüberfälle, handeln mit Menschen und Drogen, erpressen Schutzgeld. Sie beziehen meist Sozialhilfe, aber besitzen Luxuskarossen, Hotels, Tankstellen, Shisha-Bars und Wettbüros – und sie vergrössern ihr Einflussgebiet laufend in neue Städte und bis in die Dörfer.

Willkommen im Herbst 2018 in der Bundes­republik Deutschland. Während sich die Aus­wirkungen der «Willkommenskultur» von 2015 erst langsam abzuzeichnen beginnen, zeigen sich bereits in aller Deutlichkeit die Folgen der Fehler aus den 80er- und 90er-Jahren: Zu Zehntausenden kamen damals angebliche Flüchtlinge aus dem Libanon. Zwar wusste keiner genau, wer sie waren, was sie hier sollten und ob sie daheim wirklich bedroht worden waren. Doch Deutschland liess sie damals schon mehr­heitlich arglos und unkontrolliert ins Land.

«Sie leben in Parallelwelten mit eigenen Regeln und Gesetzen.»

Eine Generation später ist das Resultat dieser Politik unübersehbar: Arabische Grossfamilien – die gezielt das Asyl­gesetz missbraucht hatten, um ihre Sippen nach Deutschland zu schleusen – haben in vielen Stadtteilen die Macht übernommen. Sie leben in Parallelwelten mit eigenen Regeln, Werten und Gesetzen. Den deutschen Staat verachten sie, Polizisten bedrohen sie. Und deutsche Richter, die ihnen die üblichen Bewährungsstrafen aussprechen, lachen sie aus.

Der Journalist Olaf Sundermeyer hat für einen Dokumentarfilm, zu finden auf seiner Website, während Monaten im Milieu recherchiert. Auch Sundermeyer – eigentlich ein Rechtsextre­mismus-Experte – kommt zum Schluss, dass die Behörden jahrelang weggeschaut und verharmlost haben. In der Talkshow von Markus Lanz erzählte er kürzlich, dass den Kriminalämtern die Probleme bereits Ende der 90er-Jahre bewusst gewesen seien. Bei einem landesweiten Treffen habe man damals allerdings beschlossen, keine gross angelegte Aktion gegen die arabischen Clans zu starten – weil man dabei eine «ethnische Zuschreibung» hätte vornehmen müssen.

Aus lauter Angst, als fremdenfeindlich zu gelten, haben die deutschen Behörden die kriminellen Sippen jahrzehntelang gewähren lassen: Man kann sich ungefähr vorstellen, wie sie in den Familien über diese Pointe gelacht haben müssen. Heute seien die Clans derart gross, mächtig und vernetzt, dass sie mit den vorhandenen Mitteln und Gesetzen kaum mehr bekämpft werden könnten, sagt Sundermeyer. Zudem würden sie unter den Hunderttausenden Migranten, die in den letzten Jahren nach Deutschland geströmt sind, laufend neue Kräfte rekrutieren.

Erstellt: 16.09.2018, 00:07 Uhr

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