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Die Schweiz muss mit der veralteten Postauto-Tradition brechen

Das Monopol der gelben Busse begünstigt überhöhte Preise. Dass einige ­Kantone auch nach dem Subventionsskandal daran festhalten, ist unverständlich.

Überall, wo die Post-Tochter das Monopol behält, wird sie weiterhin den Preis diktieren. Foto: Urs Flüeler (Keystone)
Überall, wo die Post-Tochter das Monopol behält, wird sie weiterhin den Preis diktieren. Foto: Urs Flüeler (Keystone)

Lange genossen die Postautos ein sehr hohes Ansehen. Doch weil der Ruf so gut war, vergass man, eine wichtige Frage zu stellen: Könnten andere Transportunternehmen Passagiere nicht ebenso gut, aber viel günstiger von A nach B führen? Oder anders gefragt: Sind Postautos nicht zu teuer? Der Postauto-Skandal führte der Öffentlichkeit die lange verdrängte Antwort in erschreckender Form vor Augen: Ja, die Post-Tochter war zu teuer, schummelte und trickste. So gesehen, war der Skandal ein Segen. Er hat vielen die Augen ­geöffnet.

Wer nun glaubt, eine blosse Aufarbeitung der jahrelangen Schummeleien garantiere, dass die gelben Busse Passagiere künftig so günstig wie möglich transportierten, ist blauäugig. Tricksen im eigentlichen Wortsinn wird Postauto zwar hoffentlich nie mehr.

Doch überall, wo die Post-Tochter das Monopol behält, wird sie weiterhin den Preis diktieren. Postauto wird einfach in allen Bereichen, in denen es Spielraum gibt, in der Offerte zuhanden der Behörden den höchsten erlaubten Wert angeben. Das kann man Postauto nicht einmal verübeln. Es liegt in der Natur eines jeden Unternehmens, das keine Konkurrenz befürchten muss. Derlei legal überhöhte Preise können Behörden weder mit Kontrollen noch Benchmarking verhindern.

Deshalb muss die Schweiz mit der guten alten Postauto-Tradition brechen: Die Kantone müssen alle Postauto-Linien öffentlich ausschreiben und jeweils dem besten und günstigsten Busunternehmen den Auftrag für den Betrieb erteilen. Befürchtungen, dass das nicht funktioniert, sind nicht gerechtfertigt: Im Kanton Bern haben die Städtischen Verkehrsbetriebe Postauto bereits mehrere Linien weggeschnappt – weil sie günstiger und besser sind. Millionen lassen sich so sparen. Unverständlich ist es hingegen, dass sich einige Kantone dagegen sträuben.

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