Viola Amherd ist ein Glücksfall für die Armee

Die Verteidigungsministerin entstaubt das Militär und stärkt es dadurch. Die Offiziere müssen nun ihre Reihen hinter ihr schliessen.

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Die Schweizer Offiziersgesellschaft plante, die ausländischen Kampfjet-Hersteller zur Kasse zu bitten, um die Pro-Kampagne der Abstimmung zu finanzieren. Nun hat sie die Verteidigungsministerin zurückgepfiffen. Viola Amherd hat damit das einzig Richtige getan. Sie zeigt damit, wie wichtig ihr die Beschaffung des neuen Kampfflugzeugs ist. Sie beweist aber auch, wie ernst sie es mit der Transparenz in ihrem Departement meint – und stärkt dadurch die Armee.

Der Plan einiger Offiziere, die Kampfjet-Hersteller für die Pro-Kampagne der Abstimmung über das neue Kampfflugzeug zur Kasse zu bitten, hätte dem Vorhaben geschadet. Auch wenn kein Gesetz eine solche Finanzierung verbietet, ist sie – gelinde gesagt – nicht opportun. Vor allem, weil das Geschäft auch die aussenpolitische Frage aufwirft, mit welcher Nation die Schweiz gemeinsame Sache machen will. Die ausländischen Rüstungsfirmen, die teilweise im Besitz ihrer Herkunftsstaaten sind, haben in dieser Debatte nichts zu suchen.

VBS-Image durch Skandale und Mauscheleien angekratzt

Unaufgeregt und mit ihrem Walliser Charme entstaubt Viola Amherd seit ihrem Amtsantritt die Landesverteidigung. Deren Image ist durch Skandale und Mauscheleien angekratzt. Die CVP-Politikerin räumt auf und trifft dabei ­unkonventionelle Entscheide, etwa als sie den Posten des Armeechefs besetzte.

Zwar mögen altgediente Haudegen über die Anordnungen der neuen Frau an der Spitze des ­Departements die Nase rümpfen – so geschehen, als Amherd den Schweizer Astronauten Claude Nicollier bat, die Arbeit der Experten zur Evaluation des neuen Kampfjets zu begutachten.

Doch will das Militär das vorliegende Boden-Luft-Verteidigungskonzept dem Schweizervolk schmackhaft machen, muss es seine Reihen hinter der VBS-Chefin schliessen.



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Erstellt: 14.09.2019, 23:16 Uhr

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