«Diese so belächelten Methoden haben schon Leben gerettet»

Die Reaktion der Leser.

Untersuchung mit dem Stethoskop: Damit können erste Weichen in der Behandlung gestellt werden. Bild: Getty

Untersuchung mit dem Stethoskop: Damit können erste Weichen in der Behandlung gestellt werden. Bild: Getty

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Dr. med. Unzulässig
SonntagsZeitung vom 7.1.2018

Der Artikel strotzt von Unwissen, Nicht-Verstehen und Absurditäten (Mediziner der 60er- und 70er- Jahre und die Geräusche von Magen und Darm). Diese so belächelten Methoden der Auskultation und Perkussion haben schon öfters Leben gerettet, weil sie einfach sind und man sie überall durchführen kann. Trotz der beschwichtigenden Töne am Ende des Artikels haben Sie eine ganze Berufsgruppe beleidigt – Hausärzte, welche ihre Patienten als ganzheitliche, individuelle Menschen ernst nehmen und sie oft auch rund um die Uhr betreuen. Sie haben mit diesem Bericht enormen Schaden angerichtet, Zweifel gesät und die Vertrauensbasis zwischen Arzt und Patient massiv getrübt. Ljiljana von Ziegler, Beinwil am See AG

In Abänderung der Schlagzeile verleihe ich der Autorin den Titel «Dr. med. Unzulässig». Wenn sie auch völlig recht hat, dass vieles, was wir Ärzte machen, nicht durch Evidenz gestützt ist, ist die in der Überschrift suggerierte Schlussfolgerung, das sei lediglich Ritual, Hokuspokus oder Humbug, weder richtig noch zulässig. Krankheiten diagnostizieren ist wie ein Puzzle zusammensetzen: Dabei soll möglichst bald klar werden, was das Puzzle darstellt, auch wenn einige oder viele Teile noch fehlen. Severin Lüscher, Schöftland AG

Untersuchungen in der Medizin kritisch zu hinterfragen ist nötig, keine Frage. Entgegen dem Artikel bin ich aber der Meinung, dass die Kritik an der falschen Stelle erfolgte und vielmehr unnötige Überbehandlungen durch Medikamente und Zusatzuntersuchungen reduziert werden sollten. Sven Streit, Bern

In dem Artikel wird korrekt festgestellt, dass viele einfache Untersuchungsmethoden für sich alleine keine hohe diagnostische Aussagekraft haben. Dies gilt aber auch für hoch spezialisierte diagnostische Massnahmen wie etwa eine MRI-Untersuchung. Ohne anamnestische und klinische Angaben sind diese ähnlich wenig zielführend. Die Kunst – insbesondere der Hausärzte – ist es, aus zahlreichen «Mosaiksteinchen», die alle für sich genommen nur wenig zur Diagnose beitragen, ein Gesamtbild zu erstellen, das eine sichere Diagnose ermöglicht. Hausärzte können das in ganz hohem Masse, wie zahlreiche Studien belegen. In den Beispielen, die im Artikel genannt werden, geht es mit einer Ausnahme nicht um Erkenntnisse aus der Hausarztmedizin. Der reisserische und diskreditierende Titel des Artikels passt daher schlichtweg nicht zum Inhalt. Einer Veröffentlichung meiner Zitate in Kenntnis eines derartigen, faktisch falschen Titels hätte ich niemals zugestimmt. Daher fühle ich mich schlichtweg betrogen und meine Aussagen für eine unseriöse, weil unhaltbare Überschrift missbraucht. Thomas Rosemann, Zürich

Als langjährig untersuchende Ärzte und Weiterbildungsverantwortliche einer grossen internistischen Klinik bleiben wir am Ende dieses Artikels erstaunt und etwas ratlos zurück. Autopsiestudien haben schon vor vielen Jahren gezeigt, dass Anamnese und Untersuchung in zwei Dritteln der Fälle den Arzt zur richtigen Diagnose führen und nur in 2 Prozent irreführend sind. Dieses Verhältnis wird von keiner apparativen Untersuchungsmethode erreicht. Zudem gibt es im klinischen Alltag unzählige Situationen, in denen die Untersuchung unersetzbar ist: Zum Beispiel wenn die Lungenentzündung im Röntgenbild noch nicht gesehen, sie aber mit dem Stethoskop bereits gehört wird. Gerade in der Hausarztmedizin und im ambulanten Setting helfen diese Untersuchungen, erste Weichen zu stellen im Sinne der Kosteneffizienz und zum Wohl des Patienten. Selbstverständlich müssen die entsprechenden Untersuchungen sorgfältig gewählt, korrekt durchgeführt und richtig interpretiert werden. KD Dr. med. Elisabeth Weber, stellvertretende Chefärztin Klinik für Innere Medizin, Stadtspital Triemli Zürich; PD Dr. med. Lars C. Huber, Chefarzt Klinik für Innere Medizin, Stadtspital Triemli Zürich

Ihr Rundumschlag gegen die «klinische Untersuchung» (ärztliche Untersuchung ohne technische Hilfsmittel: Tasten, Abhören, Riechen, Beobachten) ist, kurz zusammengefasst, in erster Linie eine die Patienten verunsichernde und kostentreibende Schreibe. Benedikt Horn, Dr. med., Prof. em., Hausarzt i. R., Interlaken BE; Rolf Adler, Dr. med., Prof. em.,Chefarzt i. R. Innere Medizin, Bern

Sie haben es geschafft, den «dummen» Hausärzten gehörig ans Bein zu ginggen! Bereits die Schlagzeile: Hausärzte: So ungenau untersuchen sie, ist boulevardesk und reisserisch, genauso wie die Überschrift: Dr. med. Unzuverlässig. Sie haben absolut recht, die genannten Untersuchungsmethoden sind für sich allein vollkommen insuffizient. Sie sind aber zusammen mit anderen Puzzle-Teilen einer Verdachtsdiagnose wie Anamnese, klinische Gesamtbeurteilung und Untersuchung, oft langjährige Begleitung und Laborbefunden nur ein Teil der Diagnosefindung, kostengünstig, schnell und unkompliziert durchführbar. Die erwähnten und mit langjähriger Ausbildung und Erfahrung gekoppelten Untersuchungsmethoden durch apparative Methoden wie Ultraschall, Röntgen mit CT und MRI zu ersetzen erhöht die Treffsicherheit, aber wo landen wir mit den Kosten? Es geht nicht um das von Ihnen postulierte Erhaschen von Ehrfurcht, Respekt und den Plazebo-Effekt, sondern auch um Zuwendung und eine humane und effiziente, kostengünstige Medizin. Gian Bieler, Samedan, GR

Martina Frei suggeriert dem Leser fehlerhafte Untersuchungsmethoden beim Arztbesuch mit Techniken aus der Mottenkiste der Geschichte und macht das Handwerk lächerlich, wie man sich das Knochenwerfen beim Schamanen landläufig vorstellt. Zentral ist im hausärztlichen Alltag die Bedeutung der nonverbalen Kommunikation mit den Kranken, wozu auch die körperliche Untersuchung mit Körperkontakt, auch mit dem Stethoskop mit all seinen Fehlerquoten und natürlich etwas Hirnleistung gehört. Wieviel Information gibt nicht schon der Blick eines Menschen, seine Sprache, Gestik, sein Geruch, die Kleidung und der Gang preis? Leider geht der Trend in der Medizin weg vom freien Beruf mit Humanismus zu einer von Lobbyisten der Pharma- und Medizintechnikindustrie beeinflussten Technologie. Von gewissen Spezialisten wird der Patient vor Anfertigung eines MRI gar nicht angeschaut. Die Aufmerksamkeit richtet sich nur noch auf die Dateien, Megapixel und Laborwerte im Computerprogramm. Technikglaube, Dokumentationswut und angebliche Qualitätssteigerung verhalten sich inflationär. Wollen wir das? Unsere Medizinstudenten lehren wir (noch) eine Kommunikation auf Augenhöhe, wozu die angeblich veralteten Untersuchungstechniken gehören. Dies ermöglicht in den meisten Fällen eine zielführende und kostengünstige Behandlung und hat positive Wirkung auf das Heilungspotential, wie Professor Rosemann vom Unispital Zürich richtigerweise zitiert wurde. Zurück zu den Barfussärzten wollen wir nicht, aber wenn es das Ziel sein soll, das Stethoskop an den Nagel der Geschichte zu hängen und das Feld den Technokraten und Dr. Google überlassen, haben wir in 10 Jahren eine entmenschlichte und garantiert unbezahlbare Medizin. Paul Hufschmid, Schöftland AG

Trotz der Aussage von Herrn Professor Perrig, Bern, dass die «sorgfältige ärztliche Untersuchung unabdingbar für die klinische Beurteilung des Patienten» ist, unterstellen Sie uns, schlampig zu untersuchen. Sie zitieren dazu Untersuchungen und Statistiken aus den USA, die wohl eher nicht so kritiklos auf schweizerische Verhältnisse transferiert werden können. Sie beschreiben uns Hausärzte als einfältige Münzwerfer, die die Patienten mit umgehängtem Stethoskop ungenau und unzuverlässig untersuchen und behandeln. Gegen diese unqualifizierten und verallgemeinernden Aussagen wehren wir uns vehement, dies auch im Namen unserer Kolleginnen und Kollegen. Wir Hausärzte betreuen in langer Tag- und Nachtarbeit unsere Patientinnen und Patienten. Wir nehmen an, dass Sie nicht wissen, dass wir den Leuten zuhören, dass wir sie anschauen und dass wir sie «von Hand» untersuchen, bevor wir dann, wenn nötig, zum Stethoskop greifen. Aber so wird das gemacht und erst dann machen wir eine Beurteilung zum weiteren Vorgehen. Wenn Sie zum Mitspielen des Rituals raten, werden viele Leute dann lieber die Münze(n) selber in die Hand nehmen und dringend die nächstgelegene Notfallstation aufsuchen, wo sie garantiert «richtig» untersucht werden, inklusive ausgedehnte Laboruntersuchungen von Blut und Urin, Ultraschall der inneren Organe (das Herz kann man ja nicht mit dem Stethoskop auskultieren), Computer-Tomogramm und Magnet-Resonaztomografie. Wie viel Münz das den Patienten und unser Gesundheitswesen kostet, können Sie vielleicht selber ausrechnen; ansonsten kann sicher dazu eine Studie aus den USA weiterhelfen. Dr. med. Hans Schläppi, Toffen BE und Dr. med. Simon Schläppi, Toffen BE

Diese Aussage von Martina Frei kann man so nicht unterstützen schon gar nicht stehen lassen, sie stellt den Arzt stümperhaft lächerlich dar! Auch wenn manch gestellte Diagnosen erst nach mehreren Abklärungen gestellt werden kann, sind die meisten Ärzte daran interessiert, dass der Grund des leidenden Patienten schnell in Erfahrung gebracht wird. Im Übrigen werden bei sehr vielen Krankheiten Blutuntersuchungen zur Diagnose helfen, ein Stethoskop falsch angewendet, ist eine Unterstellung die ganz unmöglich klingt. Wer einem Arzt so ein mieses Zeugnis ausstellt, hat selbst keine Erfahrung über die Art der Untersuchungen, diese so angewendeten sind nicht Veraltet, es sind Primäruntersuchungen die ein Bild hergeben. Sollte jeder Patient sofort in die Röhre geschoben werden? Was für ein Gedanke, das A und O einer Konsultation ist, dass der Arzt den Patienten erstens Anhört, und sich ein erstes Bild macht, erst dann kommen weitere Routineuntersuchungen dazu. Es ist sehr schwierig, anhand von bestimmten Darmgeräuschen alleine eine Darmkrankheit ausmachen zu wollen, dazu gehört die Beobachtung des Patienten, Gesichtsfarbe, Haltung, und Beschwerden. Zusammengefasst ist der Artikel ein stümperhafter Angriff auf Ärzte, die mehrheitlich den Patienten ernst nehmen. Wenn es denn einmal vorkommt, dass der Patient gar nicht einverstanden ist mit seinem Arzt, sucht er einen anderen auf. Wenn alles Versager sind und nur einen Placebo-Effekt haben, dann kann man ja die Diagnose selbst stellen und zu Hause bleiben. Beatrice Landert, Zollikerberg ZH

Martina Frei hätte mir fast meinen Glauben genommen, über 30 Jahre als ärztlicher Grundversorger in der Innerschweiz wertvolle Arbeit geleistet zu haben – nicht nur für meine Patienten, auch für die Krankenversicherungen. Ich finde es ausgesprochen geschmacklos, die Ärzte derart lächerlich zu machen, die gelernt haben, mit Ihren Augen, Ohren und Händen den Zustand eines Patienten zu beurteilen und das weitere Vorgehen festzulegen – gegebenenfalls noch mit Hilfe von Labor, Röntgen und Ultraschall. Immerhin ist statistisch gesichert, dass ein Hausarzt mit den genannten Möglichkeiten rund zwei Drittel seiner Patienten so versorgt, dass die Behandlung abgeschlossen werden kann. Die Doktoren als «unzuverlässig» zu bezeichnen krönt Ihre Tirade. Ihre im Artikel aufgeführten, isolierten Diagnostik-Beispiele (Darm- und Lungenauskultation, Herzgeräusche, Stimmgabel-Test) erinnern mich an die «Wetten-dass-Sendung», in der mit verbundenen Augen eine Sinnesempfindung zum Ziel führen muss. All die von Ihnen geschilderten, nichts sagenden Untersuchungen haben nur einen Sinn, wenn sie im Kontext mit den Beschwerden und dem Zustand des Patienten durchgeführt und interpretiert werden. Dass Studenten in solchen Studien ohne Kenntnis des Krankheitsbildes zu unzuverlässigen Probanden werden, ist verständlich. Wer ist dafür besser ausgebildet und geeignet als der Hausarzt: Er kennt nicht nur den Patienten, dessen Gesundheitszustand und seine soziale Umgebung. Klar können auch Ohrpfropfen, ein Darmverschluss, eine Lungenentzündung mit Computertomographie oder Magnetresonanztomographie nachgewiesen werden. Aber wer bezahlt das? Und wofür «verschleudern» Kantone und Bund Millionen, um an den Universitäten «unzuverlässige Doktoren» auszubilden? Martina Frei konnte meinen Glauben an den Wert der Hausarztmedizin nicht zerstören! Carl Estermann, Adligenswil LU

Katholische Kirche untersucht Missbrauchsfälle selbst
SonntagsZeitung vom 7.1.2018

Das schlimmste Verbrechen ist der Missbrauch von Kindern. Die selbst ernannten Boten Gottes in der katholischen Kirche verüben am meisten dieser Verbrechen. Und alle werden gedeckt, der Missbrauch wird verschleiert. Es wäre an der Zeit, sich auf Augias zu besinnen und Remedur zu schaffen. Mir fehlt der Glaube an die katholische Kirche schon längst. Hans-Ulrich Wanzenried, Zürich

Solange die katholische Kirche an ihrer absurden Sexualmoral festhält, werden solche Übergriffe leider weitergehen. Das institutionelle Unterdrücken der Sexualität führt zwangsläufig in den Missbrauch. Daher ist es mehr als nur unverständlich, dass es der katholischen Kirche grösstenteils überlassen wird, sexuelle Übergriffe in eigener Regie abzuklären – oder unter den Teppich zu kehren. Unsere Gesellschaft hat solche Missstände mit allen Mitteln zu verhindern. Marie-Luise Hänseler und Jürg Fink, Zürich

Wegen ihrem Zölibat-System bleibt die katholische Männer-Kirche genauso krank wie Donald Trump. Ein Hort für Lügen, Sexual-Doppelmoral und dadurch psychisch Kranke. Der schwule Basler Bischof Kurt Koch wurde für seine Streiterei mit dem Pfarrer von Röschenz versetzt und ist jetzt Kardinal in der machtvollen Kurie in Rom. Gegenwärtig versagen diese Behüter ihrer «Tradition» dem aufgeschlossenen Papst Franziskus jede Reformidee. Eine Schande. Wie lange noch? Urs L. Troxler, Schlieren ZH

Dreimal mehr Geld für den Täter als für das Opfer
SonntagsZeitung vom 7.1.2018

Das Ganze ist der Gipfel der Frechheit. Aber mich wundert das schon lange nicht mehr bei unserem Rechtssystem, das im Täter das Opfer sieht und die wahren Opfer die Gelackmeierten sind. Kein Wunder, trägt Justitia eine Augenbinde. Was unsere Juristen und Richter tun, ist ja nicht mitanzusehen. Daniel Zollinger, Uster ZH

Hohn und Spott für die Opfer. Es zeigt wieder einmal mehr, dass die Täter geschützt werden. Unverständnis und Wut kommen da hoch, und man wünscht sich fast, man wäre im Mittelalter, als man solche Leute unbürokratisch und schnell ihrer gerechten Strafe zuführte. Axel Dittner, Steinen SZ

Ich habe mit Bestürzung im SonntagsZeitung gelesen, dass ein damals 8-jähriges Missbrauchsopfer um 17000 Franken erhält und der Täter 51000 Franken. Ich finde das eine totale Sauerei und das in einem sogenannten Rechtsstaat. Da heisst es, dass dieser Mann das Geld erhält wegen zu lang im Gefängnis. Ein solcher Täter müsste nach meiner Ansicht ein Leben lang verwahrt werden und nicht noch eine Belohnung erhalten. Ich frage mich, wie hättet ihr geurteilt, wenn es ihr Kind gewesen wäre. Dieses Kind wird ein Leben lang ein Trauma von dieser Tat haben. Walter Grämer, Niederurnen GL

Schawinski gegen Schawinski
SonntagsZeitung vom 7.1.2018

Unglaublich und nicht mehr witzig, wie Andreas Thiel die Aussagen von Roger Schawinski im «No Billag»-Buch in die Nähe des Dritten Reiches und der Nazipropaganda rückt. Erwin Schnyder, Lyss BE

Warum um Himmels willen geben Sie Andreas Thiel in meiner sonst so qualitätsvollen SonntagsZeitung den Raum, seine persönliche Fehde gegen Roger Schawinski weiterzuführen? So etwas kann man gar nicht Rezension nennen, wenn einer einfach seiner Verbitterung freien Lauf lässt. Bitte geben Sie diesem abgewrackten Punk-Clown kein Podium mehr. Sonja Helfer, Zürich

Was der Sioux-Satiriker da insgesamt an Unsinn auffährt, ist schon selbst wieder eine, allerdings unfreiwillige, Satire. Wenn er zum Beispiel von den Billag-Gegnern als «Verfechtern von Freiheit und Medienvielfalt» spricht, meint er wohl eher Verfechter des gewinnträchtigen Privatfernsehens. Paul Schwald, Köniz BE

Der Artikel von Andreas Thiel zum Buch von Schawinski zur No Billag Initiative trifft den Nagel auf den Kopf. Schawinski ist entweder ein Wendehals ohnegleichen oder er leidet an frühzeitiger Demenz?! Er war einer der grössten Gegner des «Staatsfernsehens» und wurde nicht müde über diese «überbezahlten Staatsdiener» zu lästern. Der erste unverständliche Schritt Schawinskis war, als er sich von einstigen Intimfeind anstellen liess. Scheinbar geht auch bei Schawinski die Gesinnung übers Portemonnaie! Zu Zeiten von Radio 24 wäre Schawinski an vorderster Front, aktiv für die No Billag Initiative eingestanden! Albert Vögeli, Wädenswil ZH

Da gibts noch ein Hühnchen zu rupfen
SonntagsZeitung vom 7.1.2018

Wenn Schlachtabfälle wie Federn besser genutzt werden und ebenfalls Profit abwerfen, wird leider auch das Fleisch günstiger, da Fleischproduktion immer eine Gesamtkalkulation bedeutet. Alles, was irgendwie verwertbar ist, bestimmt den Preis. Federn, aber auch Pelz und Leder sind also niemals «Abfallprodukte» der Fleischproduktion. Und fördern durch tieferen Preis dessen Komsum, was aus tierethischer aber auch gesundheitlicher Sicht ein No-Go sein sollte. Und im Zeitalter der Massentierhaltung und der Tierfabriken für die Tiere eine Katastrophe. Es gibt nur eine Weg aus diesem tierfeindlichen System: Verzicht auf Nutzung jeglicher tierischer Produkte. Renato Werndli, Eichberg SG

Schon ein Glas kann schaden
SonntagsZeitung vom 7.1.2018

Ich bin entsetzt über das Foto. Das Bild motiviert, denn die schwangere Frau geniesst den Wein und das Rauchen. Wäre das Weinglas und die Zigarette durchgestrichen, hätte der Titel einen Sinn. Rita Post, Rombach AG

Das Bundesamt will die Präventionsarbeit ausbauen. Da werden wohl wieder ein paar Millionen verdampft. Es würde so einfach gehen. Geben Sie jedem Gynäkologen ein Poster A5 auf dem, mit Unterstützung eines Fotos, was das dem Baby antun kann (ein abschreckendes Foto), und in vielen Sprachen abgefasst einen Warn-Text. Das kostet Null Franken, da via IT-Technik vom Mediziner oder seiner Büroangestellten herunterladbar. Diese Poster müssen die Ärzte dann in den Wartezimmern aufhängen und schon ist alles Re. Prävention sicher und nachhaltig gemacht. Jeder Arzt sollte da mitmachen, wenn ihm seine Kunden/Patienten etwas wert sind. Der Arzt kann ohne weiteres einige seiner Diplome abhängen, sollte der Platz nicht reichen. Felix Nicolier, Aigle VD

«Mich hat es schon in der ersten Kurve überschlagen»
SonntagsZeitung vom 7.1.2018

Ein bemerkenswertes und ehrliches Interview mit dem fliegenden Finnen! Wir Finnen sind alle stur und egoistisch, äussert sich Mika Häkkinen. Nicht viele würden sich und seine Landsleute als solche bezeichnen. Das zeugt von Grösse und Mika Häkkinen muss es ja wissen! Jean Hoby, Wallisellen ZH

Glänzen statt schwänzen
SonntagsZeitung vom 7.1.2018

Die grosse Anzahl der Absenzen unserer Parlamentarier, die Abwesenheit an Abstimmungen kommen einem Skandal gleich. Zumal, wenn noch einbezogen wird, dass die Anwesenheit auch für nicht parlamentarische Tätigkeiten genutzt werden. Durch die sehr hohen Pauschalentschädigungen, die viele Parlamentarier zu Berufspolitikern macht, kommt dieses Verhalten einer Arbeitsverweigerung gleich. Bedingungsloses Einkommen wird dadurch für die Parlamentarier zur Realität. Abhilfe: Die Absenzen werden entsprechend als Minus bei der Entlöhnung berücksichtigt. So, wie es in anderen Berufen auch gehandhabt wird.
Josef Danielli, Turgi AG

Die Burkadebatte verschleiert das echte Problem
SonntagsZeitung vom 7.1.2018

Mischa Aebi, glauben Sie mir, ich weiss, dass wegen eines Verhüllungverbots kein einziger Fundametalist freiwillig die Schweiz verlassen wird. Ich weiss ebenfalls, dass es in der Schweiz ziemlich sicher keine einzige Burkaträgerin gibt. Herr Aebi glauben Sie mir, ich habe in Interlaken noch nie nur eine einzige Burkaträgerin gesehen. Hingegen sehr viele extrem verhüllte Touristinnen aus den Golfstaaten. Und genau das stört mich. Herr Aebi glauben Sie mir, ich werde im vollen Bewusstsein, dass es sich um einen Bauchentscheid handelt 'ja' stimmen zum Verhüllungsverbot. Eine Verhüllung symbolisiert für mich als Frau eine Parallelgesellschaft, welche ich in der Schweiz nicht akzeptieren will. Leute wie Sie Herr Aebi, scheinen einfach nicht wahr haben zu wollen, dass es in der Schweiz Menschen gibt, welche nicht nach unserer Musik tanzen, welche über eine hartnäckige Resistenz gegen westliche Werte verfügen. Hören wir endlich damit auf uns von solchen Leuten auf der Nase rumtanzen zu lassen. Marianne Schweizer, Bönigen/Interlaken BE

SBB-Chef ärgert seinen Vorgänger
SonntagsZeitung vom 7.1.2018

Als einfacher Bürger und Bahnkunde weiss ich nur eines: Solange Peppo Weibel Chef der SBB war, funktionierte diese. Seit Herrn Meyer ist dies nicht mehr der Fall. Peter Kohler, Willisau LU

Berufslehre mit 50: Wer soll das bezahlen?
SonntagsZeitung vom 7.1.2018

Die Digitalisierung birgt Chancen und Gefahren. Von den Chancen vernehmen wir viel Aufbauendes, die Gefahren jedoch werden, so die Wahrnehmung, heruntergespielt. Wenn dann ein Experte wie Hans Hess mit einer zündenden Idee daherkommt, hagelt es zumeist Kritik und man stellt in gut schweizerischer Manier als erstes die Frage: wer soll das bezahlen? Wenn von vermehrter Flexibilität im Berufsleben die Rede ist, so gilt dies ebenso für neue Weiterbildungswege. Dass dies nicht gratis zu erhalten ist, versteht sich von selbst. Die Alternative zu einer «no-action»-Politik wäre ein Anstieg der Arbeitslosigkeit, vor allem für die über 45-jährigen. Eine sinnvolle Weiterbeschäftigung, wenn auch vielleicht in verändertem Arbeitsgebiet, ist jederzeit einer möglicherweise langjährigen Arbeitslosigkeit vorzuziehen. Überdies gilt zu bedenken, dass das Pensionierungsalter in den kommenden Jahrzehnten steigen wird; je nach Möglichkeit einer Weiterbeschäftigung wird dies im Positiven die Produktivität erhöhen, im Negativen die Kosten für langjährige Arbeitslosigkeit. Die Initiative von Hans Hess ist zu begrüssen. Man sollte alles daran setzen, dass sie umgesetzt werden kann. Roger Balsiger, Zürich

«Die sexuell selbstbestimmte Frau ist eine Fata Morgana»
SonntagsZeitung vom 7.1.2018

Ein sehr interessanter Artikel, zu dem ich einige Anmerkungen machen möchte. Erstens kann man der Einfachheit halber die Sexualitätsphänomene in drei Zeitphasen einteilen. Die erste Phase «Balzzeit», jagen, sich offerieren und zusammenkommen, wird gefolgt von der Brut- und Vermehrungsphase. Die dritte sollte die Entspannungs- und Genussphase sein, weil der «Druck der Natur» vorbei ist. Der «Job» ist erledigt und man «muss» nur noch Sex haben, wenn man will und nicht wenn Natur und Partner es verlangen. So gesehen bestimmen in der ersten Phase in Sachen Sex weder Mann noch Frau wirklich selber. In der mittleren Zeitspanne bestimmen je nach Familienumstände er oder sie, oder beide. Meine Erfahrung zeigt, dass es die Frau mit Kind(er) weniger ist, weil sie «ihre Pflicht» erfüllt hat, also dieser Druck weg ist und damit nicht zuletzt aus «Prioritätsgründen» bei ihr auch weniger Zeit für Lust vorhanden ist. In der ersten Phase steht der potenzielle Partner über Allen und Allem an erster Stelle. Nach der Ankunft des Nachwuchses ist er bestenfalls Nummer zwei. Sehr oft aber auch hinter Schwiegermutter und/oder Freundin auf Platz drei, aber nur wenn es keinen Familienhund gibt. Die emanzipierte Frau hat jetzt alle Vorteile was Sex anbelangt in der eigenen Hand. Im letzten Zeitabschnitt halten sich die Möglichkeiten von beiden ungefähr die Waage. Übrigens sollte der Titel «selbstbestimmende» und nicht «selbstbestimmte» Frau heissen, denn «bestimmt» kommt von aussen, also von anderen. Genaugenommen ist selbstbestimmt hier ein Widerspruch. Mark Gasche, Kirchberg BE

Es sei Frauen verachtend das ein Mann eine Prostituierte für Liebe bezahlt, diese Frauen seien käuflich. Bei jeder anderen Dienstleistung wird ein Käufer dem Verkäufer gleichgesetzt, niemand wird dabei verachtet, es ist ein einverständliches Geben und nehmen. Wenn ein Mann für Liebe bezahlen muss ist es eher männerverachtend. Ich würde mich schämen, wenn eine Frau nur gegen Bezahlung mit mir schlafen würde. Wenn Menschen respektlos miteinander umgehen, ist das ein gesellschaftliches Problem. Unsere Gesellschaft besteht aus 50 Prozent Frauen. Thomas Gerber, Mägenwil AG

Ich bin natürlich 200 Prozent mit Ihren Aussagen einverstanden. Wir haben in den 70er Jahren den Feminismus auf die Beine gestellt, aber seit damals ist viel passiert, und ein Feminismus von damals findet heute keine Anhänger mehr. Die jungen Leute von heute sind angepasst, sexuell auf dem Laufenden und sehr interessiert, diese neue Offenheit zu ihren Gunsten auszunützen. nichtsdestotrotz wird über die gewalttätige, pornografische Männerweltwelt gewittert. Schliesslich sind es doch immer die Männer, die gewinnen, nur heute wie Frau Konrad sagt, mir dem vollen Einverständnis der Frauen. Dasselbe gilt für Hollywood, wo sich all die schönen Filmstars (Frauen) von der sexuell kranken Männerwelt schockiert abwenden, als ob die auf Porno stehenden Produzenten ein Greuel wären; derweil die meisten Schönen, gerne für die Karriere unter die Laken schlüpften. Ja wie müssen noch einen langen Weg gehen um den Männern auf gesunde und intelligente Weise zu zeigen, wir schaffens auch ohne all diese Verführungskünste! Susanna Geser, Biel BE

Erstellt: 13.01.2018, 21:41 Uhr

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