Der grösste Optimist der Welt

Noch nie waren so viele Menschen frei, lebten in Wohlstand und erreichten ein hohes Alter, sagt der schwedische Historiker Johan Norberg.

Historiker Johan Norberg: «Weltweit brechen jede Minute hundert Menschen in Afrika oder Asien aus der Armutsspirale aus.» Foto: Lare Dareberg

Historiker Johan Norberg: «Weltweit brechen jede Minute hundert Menschen in Afrika oder Asien aus der Armutsspirale aus.» Foto: Lare Dareberg

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In Zeiten, in denen Terroranschläge die Schlagzeilen dominieren, steht der 43-jährige schwedische Historiker Johan Norberg quer in der Landschaft. Er bekämpft ­Weltuntergangsstimmung und Populismus. In seinem Buch «Fortschritt: Zehn Gründe, sich auf die Zukunft zu freuen» behauptet er, es sei der Menschheit nie besser gegangen als heute.

Der Manager sagt zum ­Forscher: «Leben zu retten oder die Welt zu verbessern, ist schön und gut. In den sozialen Medien aber zeigt Ihre Arbeit keine Wirkung.» Warum haben Sie das auf Twitter geteilt?
Es scheint, als ob wir uns nur auf Sachen konzentrieren, die schockieren. Die langsame, stetige Arbeit der Forscher hingegen, die unsere Welt besser macht, darüber denken wir selten nach. Dabei sind Wissenschaftler die treibende Kraft unserer modernen Gesellschaft.

Macht es Sie traurig, in einer solchen Welt zu leben?
Wer sich zum Nachdenken keine Zeit nimmt, wer keine Bücher liest und sich nur in den sozialen Medien aufhält, der bekommt ein sehr verzerrtes Weltbild. Eines, das uns depressiv macht. Geschichten von Katastrophen, Mord und Totschlag werden immer stärker sein als ­andere Erzählungen.

In Ihrem Buch «Progress» beschreiben Sie eine andere Welt. Eine, die sich stetig entwickelt: mehr Freiheit, höhere Lebenserwartung, bessere Luft. Sie lassen dabei keinen Lebensbereich aus. Warum sind Sie so optimistisch, was unsere Zukunft angeht?
Früher glaubte ich an die guten ­alten Tage. Bis ich mich mit der Geschichte zu beschäftigen begann. Ich glaubte, dass das Leben vor der Industrialisierung viel besser als heute war. Doch mit grosser Wahrscheinlichkeit wäre ich als 43-Jähriger vor 200 Jahren nicht mehr am Leben. Kinder starben an Masern. Die Menschen mussten Baumrinde in ihr Brot mischen, damit es weit genug reichte. Mein Optimismus basiert nicht auf ­Intuition. Ich habe ihn mir mit dem Studium der Geschichte hart erarbeitet. Und ich habe viel Zeit in Entwicklungsländern verbracht. Dort hat sich in einer Generation so viel getan wie in Schweden in einem Jahrhundert.

Was meinen Sie?
Aktuell brechen weltweit jede Minute hundert Menschen in Afrika oder Asien aus der Armutsspirale aus. Wenn mich wieder mal die europäische Mentalität bedrückt, denke ich an diese Zahlen.

«Die Globalisierung begann am 9. November 1989 mit dem Fall der Berliner Mauer. Am 9. November 2016 bekamen wir Donald Trump, der neue Mauern bauen will.» Foto: Lare Dareberg

Die europäische Mentalität bedrückt Sie?
Wir nehmen zu vieles als gegeben hin. Angefangen beim Gesundheitswesen über die Bildung bis zu den Technologien, die wir täglich einsetzen. Wir denken selten daran, dass wir den Lebensstandard nur haben, weil unsere Gesellschaften offen sind. Wir leiden unter der ständigen Angst, dass alles zusammenbrechen könnte.

Sie müssen zugeben: Das ausklingende Jahr war kein Aufsteller. In Syrien sterben Hunderttausende Menschen in einem schrecklichen Krieg. Die Amerikaner wählen einen völlig unberechenbaren Präsidenten. In der Türkei wird das Regime immer gnadenloser. Anfang Woche hat ein Fanatiker erneut ein Dutzend Menschen getötet.
Tatsächlich scheinen wir nun einen US-Präsidenten zu haben, der die Ära der Offenheit beenden möchte. Ein Teil von mir sieht es so: Die Globalisierung begann am 9. November 1989 mit dem Fall der Berliner Mauer. Am 9. November 2016 bekamen wir Donald Trump, der neue Mauern bauen will. Aber ich bin nicht wegen der Weltpolitik Optimist, sondern weil ich an die Gestaltungsmöglichkeiten des freien Menschen glaube.

«Der Homo ­sapiens ist ein problemlösendes Wesen, wir sind süchtig nach ­Problemen.»

Viele Menschen scheinen heute bereit, diese Freiheiten zugunsten von mehr Sicherheit zu opfern. Sie wählen Trump oder unterstützen Erdogan.
Wer sich vor der Zukunft fürchtet, der wird den starken Demagogen wählen, der auf Kosten der Freiheit Sicherheit verspricht.

Warum?
Ich würde gerne die Medien dafür verantwortlich machen. Doch wann immer ich Journalistenfreunde darauf anspreche, weisen sie mich darauf hin, dass sie tun, was ihre Leser wollen. Die sagen zwar, sie wollten Good News. Doch sie lesen sie nicht.

Warum sind Bad News so viel faszinierender?
Der Homo sapiens ist ein problem-lösendes Wesen, wir sind süchtig nach Problemen. Früher überlebten die Jäger und Sammler, die eine Bedrohung am frühesten erkannten. Von diesen Vorfahren bekamen wir die Gene, aber auch die Stresshormone. Im letzten Jahrzehnt sind die globalen Medien hinzugekommen. Plötzlich können Journalisten die ­besten Schreckensmeldungen aus der ganzen Welt auswählen. Mordraten in Europa haben sich seit 1990 halbiert, doch irgendwo ist immer ein Serienkiller unterwegs. Über ihn wird auf der Frontseite berichtet. So entsteht der Eindruck, die Welt stehe in Flammen.

Was könnten Journalisten tun?
Einordnende Recherchen waren nie so wichtig wie heute. Ich ­mache ein Beispiel: Natürlich ist es sehr schlimm, dass im nördlichen Nigeria mehrere Tausend Menschen an Hungersnot leiden. Doch das ist nicht die ganze Geschichte. Vor 25 Jahren litten dort 8 Millionen Menschen an Hunger. Wer über die heutige Hungersnot berichtet, sollte das auch erwähnen.

Es gibt eine ganze Industrie von Hilfswerken und NGOs, die andauernd auf alle möglichen Missstände aufmerksam ­machen. Was sagen Sie ihnen?
Dass sie unsere Empathie nicht überstrapazieren sollten. Dauernd zu hören, dass in Afrika Chaos herrscht, dass der Kontinent vor die Hunde geht, stumpft ab. Erst recht, wenn Milliarden Gelder gespendet werden und trotzdem nichts geschieht. Die Helfer sollten viel mehr Wert auf ihre Erfolgsgeschichten legen.

Genau davon handeln weite Teile Ihres Buchs: vom ­Fortschritt in den Entwicklungs­ländern. Könnte es sein, dass sich die westliche Mittelklasse zu Recht bedroht fühlt? Immer weniger Menschen haben im Westen immer mehr Reichtum. Gleichzeitig macht die indische oder die chinesische ­Volkswirtschaft Boden gut auf die USA oder die Schweiz.
Das ist ein Teil der Geschichte. Die ökonomischen und gesellschaftlichen Fortschritte sind heute im Wes­ten weniger spürbar als zum Beispiel in den 1950ern oder 1960ern. In Indien oder China hingegen schon. Ich glaube nicht, dass sich Menschen nach diesen Zeiten zurücksehnen, sondern mehr danach, wie wir damals die Zukunft gesehen haben. Aber ich glaube auch, dass wir einem grossen ökonomischen Irrtum aufsitzen. Die Globalisierungsgegner behaupteten früher, die armen Länder ­seien die Verlierer. Das Gegenteil traf ein. Jetzt drehen sie das Argument um. Nun sollen wir in Europa und in den USA die Verlierer sein. Doch auch das stimmt nicht. Die Globalisierung erhöht unsere Kaufkraft um 40 bis 50 Prozent. Dank neuen Technologien haben alle Zugriff auf Wissen.

«Die Globalisierung erhöht unsere Kaufkraft um 40 bis 50 Prozent.» Foto Lare Dareberg

Und trotzdem wird gerade in westlichen Ländern der Graben zwischen der Elite und der Mittelklasse immer grösser. Ökonomen wie Thomas Piketty haben durchaus recht. Bill Gates ist Millionen Mal reicher als ich. Wen kümmerts? Ist er Millionen Mal bessergestellt als ich? Natürlich kann er im Privatjet fliegen. Aber dort benutzt er den gleichen Computer oder das gleiche Handy wie ich. Sein Wissenszugang ist kaum besser als meiner. Er lebt auch nicht 30 Jahre länger als ich. Sicherheit, Gesundheit, Wissen – in den wichtigsten Bereichen hat sich der Unterschied zwischen Arm und Reich dramatisch reduziert.

Die neuen Technologien lösen auch Unsicherheit aus. Die Automatisierung wird vielen den Job kosten.
Diese Angst ist weit verbreitet. Sie ist aber interessanterweise am ehesten bei den Menschen zu spüren, die noch immer in einem ­sicheren Job sind. Sie ist auch Teil von Donald Trumps Mantra: dass sich die Welt verändert, dass wir sie nicht verstehen und dass wir uns eine Weile einbunkern sollten, um uns wieder zu sammeln.

Sie behaupten, die Erfindung des Kunstdüngers durch ­Chemiker von BASF sei eine der wichtigsten Errungenschaften der Menschheit. Warum?
Ich weiss, das klingt nicht besonders romantisch. Aber bis in die 1970er-Jahre hat es kaum jemand für möglich gehalten, dass wir eine schnell wachsende Bevölkerung ernähren könnten. Viele sagten riesige Hungersnöte voraus. Nicht nur in Indien und Pakistan, sondern auch in reichen Ländern. Aber dazu kam es nicht, im Gegenteil. Trotz stark wachsender Bevölkerung ging die Unterernährung zurück, von etwa 40 Prozent der Bevölkerung vor 60 Jahren auf 11 Prozent heute. Der entscheidende Grund war der Einsatz von Kunstdünger.

Heute denkt man bei Kunst­dünger an Umweltprobleme.
Und vergisst dabei, dass er etwa eine Milliarde Leben gerettet hat. Vorher haben Hungersnöte in jedem Jahrzehnt 10 bis 15 Millionen Menschen dahingerafft. Heute sind es weniger als eine Million. Aber deprimiert, wie der Mensch nun mal ist, fallen ihm beim Thema Kunstdünger nur Umweltprobleme ein. Natürlich müssen wir uns Gedanken machen, wie wir diese lösen. Aber von Zeit zu Zeit dürften wir auch an die Milliarde Menschen denken, die dank Kunstdünger überleben konnten.

Die Technologie kann immer besser werden. Aber natürliche Ressourcen sind endlich.
Es gibt Grenzen, wenn wir einfach weiter das Gleiche mit den gleichen Ressourcen machen. Aber wie schon der Ökonom und Optimist Julian Simon gesagt hat: Wir können solche Probleme lösen.

Auch die Knappheit von nicht erneuerbaren Ressourcen?
Die wichtigste Ressource ist der menschliche Verstand, und der ist zum Glück erneuerbar. Wenn ­etwas knapp wird, steigt der Preis und belohnt die Suche nach Alternativen. Die Schiefergas-Revolution in den USA wäre vor 20 Jahren unmöglich gewesen, weil die Technologie und die wirtschaftlichen Anreize nicht da waren. Heute produzieren die USA dank dieser Innovation sehr viel weniger CO2.

In Ihrem Buch sagen Sie, dass die Entwicklungsländer stärker in die Zukunft investieren, mehr als die westlichen Gesellschaften. Wie meinen Sie das?
Sie können gewisse Entwicklungsschritte und Technologien überspringen, weil sie im Gegensatz zu uns nicht viel darin investiert haben. Statt überall Bankfilialen aufzubauen, entwickelten sie in ­Kenia in kürzester Zeit ein mobiles Zahlungssystem über Handys. Bei uns dauert das länger, weil wir die Banken und alte Zahlungssysteme ­haben. In den USA und in Asien werden im grossen Stil genetisch veränderte Pflanzen eingesetzt. In Europa wird das blockiert.

«Der Kunstdünger hat eine Milliarde Leben gerettet.»

Weil man ökologische ­Bedenken hat.
Darum geht es nicht wirklich. Wissenschaftlich ist die Sache längst geklärt. Aber viele Bauern fürchten sich vor den neuen Anbaumethoden. Und deshalb versuchen sie, neue Technologien zu verhindern. Das kann man in vielen ­Bereichen beobachten.

Was heisst das für die Zukunft?
Es ist einfacher, offen für Neues zu sein, wenn man den Fortschritt am eigenen Leib spüren kann. In einer vietnamesischen Familie haben drei Generationen von der Agrarkultur über die Industrie bis zur Hightech-Produktion alles miterlebt. Sie haben erfahren, wie Technologien und eine globale Wirtschaft das Leben verbessert haben. Der Fortschritt wird Teil der Identität. Je mehr Menschen Zugang zum weltweit angehäuften Wissen haben, desto mehr Fortschritt wird möglich.

Nicht in Europa, befürchten Sie?
Der Fortschritt ist nicht tot, nur weil wir es in Europa oder den USA vermasselt haben. Wir werden diesen Prozess einfach nicht mehr anführen wie früher. Wir kriegen das Neue am Ende auch, solange wir die Grenzen nicht völlig dichtmachen. Aber wenn wir jetzt wegen der stagnierenden Wirtschaft vor neuen Technologien, Reformen und Freihandel zurückschrecken, dann werden wir nicht mehr Wachstum sehen, sondern mehr Stagnation und noch mehr Angst vor Reformen.

Sie haben zwei Kinder. Wo liegt ihre Zukunft?
Schweden ist eine sehr gute Gesellschaft, sicher eine der besten verglichen mit allen anderen, die je existiert haben. Aber offensichtlich ist es nicht der dynamischste Ort. Da sind Asien oder Afrika viel dynamischer.

Sie wollen Ihre Kinder dorthin schicken?
Nein, ich würde sie gerne hierbehalten. Vielleicht werden sie sich dagegen wehren und woanders hingehen. Aber man muss nicht nach Asien, um von der Dynamik zu profitieren. Dank Englisch und Internet kann man überall daran teilhaben. Als Eltern kann man die Kinder nur auf diese Welt vorbereiten und ihnen die Fähigkeit mitgeben, neue Fähigkeiten zu lernen.

Was heisst das?
Wir müssen ihnen Englisch beibringen, wie man sich online richtig verhält und kritisches Denken. Kürzlich hat mich mein neunjähriger Sohn morgens auf Englisch begrüsst: «Good morning, Dad, welcome to another beautiful day, now you shall play ‹Minecraft›.» Er hat noch nicht mal Englisch in der Schule, lernt es aber übers Gamen und Youtube. Es gibt noch Hoffnung für diese Digital Natives.

Nerven Sie Ihre Frau oder Ihre Kinder auch manchmal mit Ihrem Daueroptimismus?
Meine Partnerin stoppt mich manchmal: «Willst du mich wieder ‹norbergen›?», fragt sie dann. Ich verstehe das, damit kann ich jedes Abendessen mit Gästen ruinieren. Wer sich stark mit etwas beschäftigt, der will nicht hören, dass seine liebste Sorge schon gelöst ist. Ich versuche mich damit zurückzuhalten, den Leuten immer alle Illusionen darüber zu rauben, wie schlecht die Welt doch ist.

«Der Fortschritt ist nicht tot, nur weil wir es in Europa oder den USA vermasselt haben.» Foto: Lare Dareberg

Wie reagieren sie, wenn Sie sich nicht zurückhalten können?
Eine Bekannte arbeitet für ein Hilfswerk, und sie glaubt wirklich, dass es immer schlimmer wird. Ich habe ihr gesagt, dass das nicht stimmt, dass die Armut ganz massiv reduziert wurde. Und zwar nicht wegen der Entwicklungshilfe, sondern wegen Bewässerung und Kunstdünger. Das ruiniert jede Party. «Dann gibt es also gar keine Probleme, alles ist gut?», hat sie mich gefragt. «Aber nein», habe ich gesagt, «natürlich gibt es Probleme.» Weil die Menschen aus der Armut aufsteigen, können sie reisen und sich Konsumgüter leisten, das schafft Umweltprobleme und treibt den Klimawandel an. Das hat sie wieder mit mir versöhnt. Sie war froh, dass sie sich zu Recht um die Probleme dieser Welt sorgt.

Man könnte Ihnen vorwerfen, Sie würden die Probleme kleinreden und die Sorgen der Leute nicht ernst nehmen.
In diese Falle möchte ich nicht treten. Wenn die Arbeitslosigkeit nur 5 Prozent beträgt, ist das wenig. Aber die Betroffenen sind 100 Prozent arbeitslos. Die Probleme sind real. Wer extrem arm ist, hat nicht viel davon, dass früher mehr Menschen ärmer waren als heute.

Am Schluss Ihres Buches verwenden Sie ein Sinnbild: Indem wir auf dem Wissen unserer Vorfahren aufbauen, stehen wir auf den Schultern von Riesen und können uns auch noch gegenseitig hochhelfen. Muss nicht immer jemand unten stehen? Wie helfen wir denen?
Vielleicht haben Sie eine Schwäche in meiner Metapher entdeckt. Ich war in Marokko und habe Schülerinnen gesehen, die das erste Mal online gingen und staunten, wie gross diese Welt ist, wie viel Wissen zugänglich ist. Das ist grossartig und macht mich optimistisch. Deshalb brauche ich das Bild gerne, dass wir auf den Schultern von Riesen stehen und dadurch sehr viel weiter sehen können als früher. Wir müssen nur sicherstellen, dass alle diese Möglichkeit erhalten, dass sie Zugang zu Wissen erhalten, auf dem sie aufbauen können. Dazu müssen sie lesen und schreiben lernen, sie brauchen Strom und einen Internetzugang.

Und wie helfen wir den Leuten hier, die Angst haben, abgehängt zu werden?
In Europa haben wir zu wenig dafür gesorgt, dass wir eine dynamische Gesellschaft bleiben. Wir sind gut darin, alte Geschäftsmodelle zu schützen, aber nicht so gut darin, den Menschen dabei zu helfen, zu neuen Geschäftsmodellen zu wechseln. Leute brauchen Sicherheiten, wenn sie sich verändern müssen. Wir geben viel Geld aus für Frühpensionierungen und Arbeitslosenunterstützung, aber wenig für Umschulung und Weiterbildung. Das sollte die Herausforderung in der Zukunft sein. Um ein anderes Bild zu gebrauchen: Wir sollten nicht die Schiffswracks im Ozean retten. Sondern den Menschen helfen, auf ein neues Boot zu wechseln, mit dem sie weitersegeln können.


Johan Norberg, «Progress. Ten Reasons to Look Forward to the Future», One World Pub, 2016. 308 Seiten, 38.90 Franken. (SonntagsZeitung)

Erstellt: 24.12.2016, 17:07 Uhr

Kapitalistisches Manifest

Der schwedische Historiker Johan Norberg, 43, lebt zwischen zwei Städten: mit seiner Tochter, 6, und seinem Sohn, 9, in Malmö, Schweden, und mit seiner zweiten Ehefrau in Kopenhagen, Dänemark.

Sein bisher bekanntestes Werk ist das Buch «Das kapitalistische ­Manifest» (2001), in dem er sich für den weltweiten Freihandel ausspricht und die Abschaffung von Protektionismus in Form von Handelsbarrieren und Zöllen verlangt. Barnaby Skinner

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