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Schon ein kleiner Osterhase braucht einen Eimer Wasser

Der Weg der Schokolade von der Kakaopflanze bis ins Osternest braucht viele Umweltressourcen. Forscher haben den Aufwand für jeden Schritt berechnet.

Die Herstellung von Schoggi-Osterhasen braucht viele Ressourcen. Foto: Getty Images
Die Herstellung von Schoggi-Osterhasen braucht viele Ressourcen. Foto: Getty Images

Die Schweizer lieben Osterhasen. Laut Branchenverband Choco­suisse wurden allein 2016 4800 Tonnen Osterprodukte verzehrt, das sind über fünf Prozent des gesamten Jahreskonsums von Schokolade. Doch wer dem Hasen ein Ohr abbeisst, hat umweltmässig schon ein wenig gesündigt. Schokolade macht gemäss einer Studie des auf Ökobilanzen spezialisierten Institutes ESU-­Services etwa 3,5 Prozent der Umweltbelas­tungen von Nahrungsmitteln aus.

Das scheint nicht viel zu sein. Für einen 100-g-Osterhasen aus Vollmilchschokolade braucht es zum Beispiel gerade mal knapp 27 Liter Wasser. Doch die Menge machts: Nimmt man alle Osterhasen zusammen, die in der Schweiz 2016 konsumiert wurden, sind es schon fast 1,3 Kubikkilometer, umgerechnet der ganze Bielersee.

«Schokolade hat eine vergleichsweise hohe Umweltwirkung», sagt Niels Jungbluth, Umweltwissenschaftler und Geschäftsführer von ESU-Services. Zumindest im Vergleich mit anderen Desserts. «Sie ist ein relativ komplexes Produkt mit ganz unterschiedlichen Bestandteilen wie Kakao, Milchpulver und Zucker.» Vom Anbau des Kakaos bis zum Endprodukt durchläuft die Schokolade eine lange Wertschöpfungskette, in der jeder Schritt eigene Umweltbelastungen mit sich bringt.

Jungbluth und sein Team haben für jeden Prozess die Ressourcen nach standardisierten Verfahren erfasst. Beim Energieverbrauch zum Beispiel ist nicht nur der direkte Energieverbrauch eingeschlossen, sondern auch die Energiewerte der geernteten Pflanze, des Düngers, sowie der Maschinen, die für den Anbau gebraucht werden. Der Wasserkonsum umfasst das zur Bewässerung genutzte Trinkwasser sowie das verdunstete Wasser, das aus Umweltsicht besonders relevant ist. Die Daten zur Landnutzung für Kakao stammen aus Ghana. Der Wert ist beim Anbau so hoch, weil der landwirtschaftliche Ertrag relativ gering ist und dafür auch Urwaldflächen gerodet werden mussten.

Dunkle Schokolade belastet die Umwelt weniger

Auffallend ist der hohe Beitrag des Milchpulvers. Bei den Treibhausgasen fallen vor allem die Methanemissionen der Milchkühe ins Gewicht. Zudem muss die Milch mit hohem Energieaufwand zu Pulver getrocknet werden. Nur schon für eine Tafel ­Vollmilchschokolade müssen etwa 170 Milliliter Milch eingedampft werden. Wer also seine Umweltbelastungen senken und trotzdem Schokolade essen möchte, bevorzugt dunkle Schokolade, die kein Milchpulver enthält.

Die Erfassung des Ressourcenverbrauchs entlang der Wertschöpfungskette zeigt, dass im Endprodukt viel mehr steckt, als man denkt. Für einen einzelnen Osterhasen scheint der Energieverbrauch noch gering. Doch allein, um den Schokoladebedarf der Schweizer für ein Jahr zu decken, muss das Kernkraftwerk Gösgen umgerechnet drei Monate lang ununterbrochen Strom produzieren.

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