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«­Wir haben jetzt schon ­Kinder mit Burn-out»

«Wir sollten unsere ­Gesellschaft radikal ­überdenken»: Kinderarzt Remo Largo. Foto: Daniel Ammann

In Ihrem neuen Buch geht es erstmals um das Leben der Erwachsenen. Warum jetzt Erwachsene?

Zum Beispiel?

Sie beschreiben, dass der Mensch nur glücklich sein kann, wenn er sein Leben ent­sprechend seinen Fähigkeiten und Bedürfnissen führen kann. Was meinen Sie damit?

In einem hoch entwickelten Land wie der Schweiz mit seinem hervorragenden ­Bildungssystem ist das doch ein kleineres Problem.

Nun ist es doch die Aufgabe des Bildungssystems und der Schule, den Kindern die ­Fähigkeiten beizubringen, die sie nicht so gut beherrschen.

Damit ziehen Sie dem ganzen Förderhype den Boden unter den Füssen weg.

Ihr Buch ist sehr gesellschaftskritisch. Ist es die Botschaft eines Vertreters der 68er-­Bewegung?

«Wir leben in einer anonymen Massengesellschaft, machen unseren Job und hoffen dann, dass wir eine Befriedigung finden im Konsum und in der Unterhaltung.»

Heute kritisieren Sie diese Bewegung.

Oder es war noch schlimmer, wie der Fall Jegge zeigt.

Was ist die Kernbotschaft Ihres Buches?

Sind Sie nicht zu pessimistisch? Die junge Generation lernt doch, mit diesen Erfahrungen zu leben, und kann sie positiv umsetzen.

«Immer mehr Kinder verlassen die Schule nicht mit einem guten Selbstwertgefühl. Sie fühlen sich als Versager.»

Ist eine solche fast utopische Lebensform heute überhaupt praktikabel?

Sind diese Auswüchse nicht gerade die Folge eines ­überbordenden Selbstverwirklichungsdrangs und grenzen­loser Individualisierung?

Im Vergleich zu damals leben wir doch in einer überaus friedlichen Gesellschaft.

Die Schule produziert ­Versager?

«Es ist doch entscheidend, dass die Kinder nach der Schule überzeugt sind, in der Gesellschaft bestehen zu können.»

Wie lernen Kinder wirklich gut?

Sie bezeichneten unser ­Bildungswesen auch schon als eine Art Planwirtschaft. Ist das nicht ein bisschen weit hergeholt in unserem liberalen Land?

In vielen Abstimmungen, kan­tonalen oder eidgenössischen, wurde diese Schulpolitik immer wieder gutgeheissen. Das heisst doch, dass das System vielleicht genau so gewollt ist.

Was wäre eine optimale Schule?

Eine Montessori-Schule im Kanton Schwyz.

Können die Kinder so die Leistungen ­erbringen, die verlangt werden?

Das freut natürlich die Lehrer.