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Dr. med. Unzuverlässig

Darm abhören, Schilddrüse abtasten, Gehör prüfen: Viele Untersuchungen beim Arzt sagen kaum etwas aus. Trotzdem werden sie seit Jahrzehnten gemacht.

Untersuchung mit dem Stethoskop: Diese Tradition vermittelt dem Patienten, dass er ernst genommen wird. Bild: Keystone/Arno Burgi
Untersuchung mit dem Stethoskop: Diese Tradition vermittelt dem Patienten, dass er ernst genommen wird. Bild: Keystone/Arno Burgi

Wenn der Doktor sein Stethoskop zückt, das Herz abhört oder den Blutdruck misst, ist vielen Patienten die Anspannung ins Gesicht geschrieben: Hoffentlich findet er jetzt nichts. Wüssten sie, wie unzuverlässig viele klinische Untersuchungen sind, wäre ihre Ehrfurcht wohl dahin.

Nach grossen Bauchoperationen zum Beispiel ist es üblich, dass der Arzt den Bauch abhört. Aus dem Gluckern, Rumoren und Gurgeln zieht er Rückschlüsse. Unter anderem bestimmt er anhand der Darmgeräusche, wann der Patient nach der Operation mit der Nahrungsaufnahme beginnen kann. Genauso gut könnte der Doktor aber auch eine Münze werfen. Es käme etwa auf dasselbe heraus.

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