Eier einfrieren mit Philipp Hildebrand

Warum «Egg freezing» keine frauenförderne Massnahme ist.

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Ex-Nationalbankchef Philipp ­Hildebrand äussert sich gerne zur globalen Wirtschaft: Handelskrieg, Geldpolitik, Zinsen. Derzeit würde man seine Meinung aber gerne zu was anderem abholen: «Social Freezing». Sein Arbeit­geber, der weltweit grösste ­Vermögensverwalter Blackrock – ­Hildebrand ist dort Vizepräsident –, will seine weiblichen Angestellten in England und den USA nämlich künftig bei der Kinderplanung grosszügig unterstützen. In einem internen Memo gab Blackrock im September bekannt, dass die ­Firma Frauen bis zu 20'000 Dollar zurückbezahlen würde, wenn sie ihre Eizellen einfrieren und aufbewahren lassen wollten. Publik ­wurde das durch die «Financial News».

Bisher haben vor allem Tech-Konzerne wie Facebook und Google auf diese Massnahme gesetzt, um Frauen im Job zu halten, statt in die Windelpause zu entlassen. Dass nun auch ein grosser Finanzdienstleister auf den Tiefkühl-Eier-Zug aufspringt, gibt der Debatte einen neuen Schub. Zwar betont man bei Blackrock, dass das Programm nicht lanciert wurde, um Angestellte zu ermuntern, das Kinderkriegen auf später zu verschieben. Man unterstütze einfach die persönlichen ­Entscheide rund um die Familienplanung.

So fürsorglich das klingt: eine frauenfördernde Massnahme ist «Egg freezing» mit Sicherheit nicht. Es zeigt nur, wie hilflos ­Firmen bis heute mit dem Thema Mutterschaft umgehen. Vielen von ihnen fehlen die Eier, um dort anzusetzen, wo es ihnen wirklich wehtut: bei ihren eigenen ­Karriere- und Beförderungsprozessen. ­Diese sind trotz Ruf nach mehr weiblichen Chefs so angelegt, dass Frauen in der Arbeitswelt marginalisiert werden oder an der Doppelbelastung scheitern, ­sobald sie Kinder haben.



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Erstellt: 05.10.2019, 21:29 Uhr

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