Ein Cupfinal als Sauerstoff für die Lakers

Rapperswil-Jona kann gegen den EV Zug eine Premiere schaffen – und Energie für den Abstiegskampf tanken.

Die Lakers sind Spezialisten für K.-o.-Spiele: Casutt jubelt in der Liga­qualifikation dem Heimpublikum zu. (Bild: Thomas Oswald/freshfocus)

Die Lakers sind Spezialisten für K.-o.-Spiele: Casutt jubelt in der Liga­qualifikation dem Heimpublikum zu. (Bild: Thomas Oswald/freshfocus)

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Die Spieler der Lakers werden derzeit nicht oft zu Stärken befragt. Verständlich: Wer in der Meisterschaft abgeschlagen am Tabellenende liegt, muss sich mehrheitlich mit kritischen Ansätzen auseinandersetzen. Corsin Casutt lacht deshalb kurz, bevor er darüber nachdenkt, ob sein Team ein besonderes Faible für K.-o.-Partien habe: «Zuletzt war es so.»

«Do or die» – so nennt der Nordamerikaner die Vergleiche, in denen der Ausgang eines Spiels unmittelbare Konsequenzen hat. Und in diesem Bereich sind die ­Lakers derzeit Spitze. Im Vorjahr marschierten sie souverän zum Cupsieg, sicherten sich später in der Ligaqualifikation den Aufstieg in Kloten mit einem Overtime-Sieg im siebten Spiel. Und nun fehlt nur noch ein Erfolg zum erneuten Cup-Coup. Casutt hätte nichts dagegen, wenn die Serie andauern würde: «Das würde uns ­allen guttun.»

Der Pokalgewinn an und für sich wäre nur das eine, denn das landesweite Prestige des Wettbewerbs bleibt überschaubar. Aber für ein Team, das in der Liga von fünf Partien im Durchschnitt deren vier verliert, bedeutet er mehr. Casutt sagt: «Wir können durch den Cup sicher Kraft tanken für den Meisterschaftsendspurt.»

Schlechte Vorzeichen für die Lakers

Die Ausgangslage ist ganz anders als im Vorjahr. Damals war das 7:2 im Final gegen Davos primär ein Motivationsschub auf dem langen Weg in die National League, es fehlten insgesamt noch 16 Siege in Playoff-Partien. Nun soll er neuen Sauerstoff liefern in einem Jahr, in dem viele knappe Niederlagen – 12 mit einem Tor Unterschied – das Selbstvertrauen beeinträchtigt haben. Richtig abgerechnet wird aber erst im April, vermutlich in der Ligaqualifikation. Dass sich langsam Fortschritte einstellen, zeigte auch das 4:1 am Freitag gegen die ZSC Lions. «Obwohl wir nicht viele Punkte haben, ist die Stimmung gut und das Selbstvertrauen besser, als es bei anderen Teams in dieser Situation wäre», sagt Casutt.

Die Lakers wollen die Titelverteidigung.

Die Vorzeichen fürs Double stehen aber nicht optimal. Zug hat bisher 63 Tore mehr geschossen und 46 weniger erhalten als die Lakers, die vier Direktbegegnungen endeten mit dem Gesamtskore von 20:5. Casutt war sich nach dem 1:4 gegen die Zuger bei der Hauptprobe am Dienstag auch bewusst, dass eine Steigerung vonnöten ist: «Es braucht einiges mehr von uns, und zwar von hinten bis vorne.»

Eine Stadt sieht rot – nach sechs Minuten war ausverkauft

Doch die Zuger sollten keine Rückschlüsse aus dem letzten Duell ziehen. Lediglich 3288 Zuschauer taten sich Qualifikationsrunde 39 an und zogen damit den Meisterschaftsdurchschnitt der Lakers von knapp über 4000 noch weiter nach unten. Heute wird das ganz anders sein: Cupfinalbillette waren die begehrtesten Tickets in der Stadt, nach sechs Minuten waren alle vergriffen. Mehr als 6000 Fans werden für Stimmung sorgen, die klare Mehrheit in Rot, einem Aufruf des Vereins folgend. Den Zugern stehe ein heisser Empfang bevor, mutmasst Casutt: «Wir müssen und werden ganz anders aus der Kabine kommen.»

Er wird wohl heute einmal mehr das C auf der Brust tragen. Im Gegensatz zu anderen Kämpen wie Sven Lindemann und Antonio Rizzello ist der 34-Jährige bei Trainer Jeff Tomlinson noch nicht in Ungnade gefallen, ja, er erhielt gar zusätzliche Verantwortung. Gross geändert habe aber nicht viel, sagt er: «Toni (Rizzello, Red.) bleibt Captain, ich muss einfach noch zwischendurch mit den Schiedsrichtern reden.»

Für den Churer ist es ein spezielles Spiel. Er hat einst in Zug den Sprung zum bestandenen National-League-Spieler geschafft. Elf Jahre wirkte der Flügel total beim EVZ, noch heute wohnt er in Zug und hat mit den Ex-Kollegen Schnyder, Suri und Lammer engen Kontakt. Trashtalk werde es nicht geben, sagt Casutt lachend: «Wir schauen auf uns.»

Zumindest im Cup war das ­bisher die richtige Strategie. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 03.02.2019, 11:31 Uhr

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