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Fakten und Kuriositäten zu den Rekordtemperaturen

Die Hitze füllt psychiatrische Kliniken

Hitze setzt der Psyche zu. Das zeigt eine Untersuchung des Psychiaters Thomas Müller, ärztlicher Direktor der Klinik Meiringen BE. Er hat 80'000 Fälle von Patienten untersucht, die zwischen 1973 und 2017 in die Kliniken der Universitären Psychiatrischen Dienste des Kantons Bern eintraten, und glich das mit Wetterdaten ab. Ergebnis: «An ungewöhnlich heissen Tagen, wie wir sie jetzt auch wieder haben, gab es massiv mehr Patientenaufnahmen», sagt Müller. Das sehe man aktuell auch in der Klinik Meiringen: «Wir hatten diese Woche einen Rekord von neuen Eintritten.» Eine US-Studie zeigte bereits 1986, dass Hitze auch völlig gesunde Menschen stresst. «Die Forscher untersuchten das Hup-Verhalten von Autofahrern an der Ampel; vorn in der Schlange setzten sie einen Mitarbeiter hin, der bei Grün nicht losfuhr», sagt Müller. «Die Autofahrer, die keine Klimaanlage hatten, hupten mehr und länger als jene, die in einem klimatisierten Auto sassen.» (pas)

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Sonnencreme und Socken für den Hund, Dusche und Bad für den Kanarienvogel – Schatten und Trinkwasser für alle Tiere

Für manche Tiere kann die Hitze lebensgefährlich werden, am anfälligsten sind Hunde und Katzen, aber auch Schweine und Hühner, sagt Helen Sandmeier vom Schweizer Tierschutz STS. Also alle Tierarten, die keine Schweissdrüsen haben. Im Gegensatz zum Menschen können sich die Tiere nicht durch Schwitzen abkühlen, sondern vor allem durch Hecheln und Trinken. Schatten und Wasser sind deshalb überlebenswichtig.

Spaziergänge oder Balljagden mit dem Hund sollen auf die Morgen- und Abendstunden verlegt werden. «Plattnasen» wie der Mops oder die Französische Bulldogge lässt man tagsüber am besten gar nicht nach draussen. Auf keinen Fall darf der Hund im Auto zurückgelassen werden: Bereits nach zehn Minuten im geschlossenen Wagen besteht Lebensgefahr. Die Lufthansa-Gruppe, dazu gehört die Swiss, transportiert momentan auch deshalb keine Tiere im Frachtraum von Flugzeugen. Kleine Hunde und Katzen dürfen jedoch nach wie vor mit der Besitzerin oder dem Besitzer in der Kabine fliegen. Hunde mit extrem dickem Fell sollten geschoren werden, allerdings nicht zu sehr, denn das Fell ist auch Schutz.

Hunde können auf unbehaarten Stellen einen Sonnenbrand bekommen; Sonnencreme um die Nase und Ohren schadet nicht. Der erhitzte Strassenbelag kann seine Fussballen verbrennen. Bei unvermeidlichen Märschen auf Asphalt sollten ihm deshalb Söcklein über die Pfoten gezogen werden. Helen Sandmeier betont jedoch: «Wichtiger als Sonnencreme und Socken ist, dass man Rücksicht auf das Tier nimmt und direkte Sonne meidet.» Der Hund freue sich über einen erfrischenden Snack, Nassfutter aus dem Gefrierschrank – «eine Art Glace für den Hund». Aber Achtung, die Katze verträgt kein kaltes Fressen, davon bekommt sie Magenprobleme. Das Büsi, selbstständig wie es ist, verzieht sich bei der Hitze an ein kühles Plätzchen.

Kaninchen sind sehr hitzeempfindlich und haben einen schwachen Kreislauf. Das Gehege von Chüngeli und Meersäuli muss im Schatten stehen und Rückzugsmöglichkeiten bieten. Ein feuchtes Tuch über dem Käfig verschafft Kühlung. Sogar Vogelarten hecheln, wenn ihnen zu heiss ist. Vögel im Käfig mögen eine Dusche aus dem Pflanzensprüher. Alle Vögel schwadern gern im Wasserbad. Eine flache, mit Wasser gefüllte Schale an einem schattigen Ort erfreut auch den Igel. Das Wasser muss täglich erneuert werden, damit sich Krankheitserreger nicht vermehren. Eine ganz eigene Sonnencreme benutzt übrigens der Storch: Er beschmiert seine Beine mit flüssigem Kot – ein Kühlsystem der speziellen Art. (cw)

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Die Luftwaffe erhöht ihre Bereitschaft

Die eben erst eingerückten Rekruten geben ein ungewohntes Bild ab. Sie leisten derzeit häufig Dienst im «Tenue Sport», Theorieblöcke absolvieren sie gar in kurzen Hosen und T-Shirt. Die Armee kontrolliert rigoros, dass die Frischlinge genug trinken. Sie hat dazu Kontrollkarten abgegeben. In ihrer persönlichen Wasserkonsumkarte tragen die Soldaten ein, wie viele Feldbecher sie wann geleert haben.

Auch den Tieren der Armee kommt derzeit eine Spezialbehandlung zuteil. Der Kommandant Kompetenzzentrum Veterinärdienst und Armeetiere gibt an: «Zurzeit lassen wir die Pferde nur nachts auf die Weide.» Zudem würden Ausbildungssequenzen mit Tieren in den Morgen und in den Wald verlegt.

Wegen der Hitze und der damit einhergehenden Trockenheit erhöht die Luftwaffe in den nächsten Tagen ihre Einsatzbereitschaft, «um bei allfälligen Ereignissen rasch eingreifen zu können». (pia)

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Shorts-Verbot bei Meteo Schweiz

Einen Hitzerekord nach dem anderen haben die Meteorologen des Bundes diese Woche gemessen. Die Bruthitze mussten sie in langen Hosen verkünden – kurze Hosen sind bei Meteo Schweiz verboten. «Es gibt einen Dresscode, der für alle Mitarbeitenden gilt», sagt Sprecherin Barbara Galliker. «Kurze Hosen sind nicht erlaubt.» Die Meteorologen hätten am Flughafen Zürich Kontakt mit Piloten, die trügen ja auch keine kurzen Hosen, sondern Uniform. Auch das Wetterdach von SRF-«Meteo» ist Sperrzone für nackte Männerbeine. Die Gluthitze wird in langen Hosen angesagt. «Ich fände es nicht angebracht, wenn wir in Shorts moderieren würden», sagt «Meteo»-Chef Thomas Bucheli. «Die 15 Minuten für Vorbereitung und Sendung auf dem «Meteo»-Dach überstehen wir auch in normalem Outfit.» (pas)

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Bei Puff-Ingo herrscht reger Verkehr

Die Hitze törne an, behaupten Experten in Sachen «Lust und Liebe». Das kann Sexclub-Betreiber Ingo Heidbrink nur bestätigen, «das Geschäft läuft». Natürlich sind seine Bordelle klimatisiert, aber früher seien die Männer auch bei 36 Grad Innentemperatur gekommen – «der Sextrieb setzt sich immer durch». Speziell die Aussenanlagen der Clubs, Garten und Pool, würden zurzeit gut frequentiert. Nicht nur zum Sünnele und Bädele – «bei uns hat man keine Berührungsängste». Im Globe in Schwerzenbach ZH, dem grössten Sexclub der Schweiz, verkehren täglich über 100 Freier, im Fachjargon «Dreibeiner» genannt. Hochsaison bleibt aber der Dezember: «Wegen des 13. Monatslohns», sagt Heidbrink. (cw)

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