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Fifa muss Schweizer Ticketbroker 17 Millionen Dollar zahlen

Der Weltfussballverband hat versprochene Tickets nicht geliefert – eine zusätzliche 20-Millionen-Forderung wird folgen.

Die Fifa hat die geforderte Entschädigung von rund 20 Millionen Dollar (17 Millionen plus Zinsen) bereits bezahlt: Der Fifa-Hauptsitz in Zürich. Bild: Keystone
Die Fifa hat die geforderte Entschädigung von rund 20 Millionen Dollar (17 Millionen plus Zinsen) bereits bezahlt: Der Fifa-Hauptsitz in Zürich. Bild: Keystone

Die im Schwyzer Freienbach beheimatete JB Sports Marketing ist ein langjähriger Ticketing-Partner der Fifa. 2010 schloss die Firma mit dem Weltfussballverband eine Vereinbarung ab, die sie gemäss Gerichtsakten berechtigte, für die Fussball-Weltmeisterschaften 2010, 2014 und 2018 von der FiIfa «eine beträchtliche Anzahl ­Tickets» zu erwerben und weiterzuverkaufen.

In Südafrika 2010 lieferte die Fifa die vereinbarten Karten. Für das Turnier 2014 in Brasilien kam die Fifa ihrer Verpflichtung nur noch teilweise nach. Und für das Turnier im letzten Sommer in Russland wollte die Fifa gar keine Tickets mehr liefern.

Die Fifa hat das Urteil kommen sehen

Im Sommer 2016 leitete JB Sports Marketing eine Klage vor einem Schiedsgericht ein und verlangte rund 17 Millionen US-Dollar plus Zinsen als Schadensersatz für die nicht gelieferten Brasilien-Tickets. Zusätzlich solle die Fifa für das Turnier in Russland rund 3700 Karten liefern, inklusive 1000 Plätze für das Finalspiel in Moskau. Im Mai 2018 gab das Schiedsgericht dem Ticketbroker recht. Die Fifa allerdings legte beim Bundesgericht Beschwerde ein. Jetzt hat das Bundesgericht gemäss einem Urteil vom 28. November die Beschwerde abgewiesen. Das Schiedsgerichtsurteil ist rechtskräftig, die Fifa muss bezahlen.

Inzwischen hat die Fifa die geforderte Entschädigung von rund 20 Millionen Dollar (17 Millionen plus Zinsen) auch schon bezahlt, wie JB-Verwaltungsrat Heinz Schild bestätigt. Die Zahlung ist kurz vor dem Bundesgerichtsurteil eingetroffen. Der Weltfussballverband hat seine Niederlage offenbar kommen sehen.

JB Sports Management stand schon einmal im Rampenlicht

Und die Sache dürfte den Weltverband noch weitaus teurer zu stehen kommen. JB Sports Marketing bereitet eine Entschädigungsklage für die nicht gelieferten Russland-Tickets vor. Und weil die Gerichte die Lieferpflicht der Fifa schon festgehalten haben, wird es nur noch um die Höhe des Streitwertes gehen. 2016 sprach JB Sports Marketing von 40 Millionen Dollar für die beiden Turniere. Setzt sie sich mit ihren Vorstellungen durch, muss die Fifa noch einmal mindestens 20 Millionen bezahlen.

JB Sports Marketing hat 2015 massgeblich zum Rauswurf des ­damaligen Fifa-Generalsekretärs Jérôme Valcke beigetragen. Die Agentur veröffentlichte damals Dokumente, die nahelegten, dass Valcke sich für die Lieferung von erstklassigen Tickets für die WM-Endrunde in Brasilien hatte schmieren lassen wollen. Offenbar handelte es sich aber dabei nicht um jenes Ticketkontingent, für das der Ticketbroker jetzt entschädigt wird. Verwaltungsrat Schild betont jedenfalls, dass es damals um zusätzliche Karten ausserhalb des vereinbarten Kontingentes gegangen sei.

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