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Für besseren Sex

Warum wir bei sexuellen Handlungen ein «Ja heisst Ja»-Prinzip brauchen.

Nach unserem geltenden Sexualstrafrecht muss ein Täter sein Opfer nötigen, damit der sexuelle Übergriff rechtlich als Vergewaltigung gilt. Das heisst faktisch im Umkehrschluss: Das Opfer muss sich körperlich wehren. Diese Rechtslage geht vom Mythos des fremden Mannes aus, der nachts im dunklen Park eine Frau überfällt. Das ist aus zwei Gründen völlig realitätsfremd: Erstens kennen gemäss Studien mindestens zwei Drittel der Opfer den Täter bereits vor der Tat. Zweitens verkennt es die psychologischen Mechanismen, die während eines sexuellen Übergriffs häufig spielen: Man fällt in Schockstarre. Man wehrt sich nicht, aus Angst, alles noch schlimmer zu machen. Deshalb steht es im Moment zur Diskussion, das «Nein heisst Nein»-Prinzip im Strafrecht zu verankern: Sagt eine Person vor oder während des Sex Nein oder zeigt auf andere Weise, dass sie nicht mehr möchte, ist es strafbar, wenn man trotzdem weitermacht.

Das ist ein wichtiger Schritt, doch er reicht nicht. Wir brauchen ein «Ja heisst Ja»-Prinzip: Sexuelle Handlungen sind erst dann in Ordnung, wenn alle Involvierten sagen – oder auf andere Weise kundtun –, dass sie in jedem Moment mit dem einverstanden sind, was sie machen. Eigentlich sollte das selbstverständlich sein. Die allerallerwenigsten von uns wollen doch Sex mit einer Person, die das nicht möchte.

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