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Gottlob nicht Greta

Die junge Klimaaktivistin verdient Bewunderung. Aber ein Friedensnobelpreis wäre zu diesem Zeitpunkt schlicht zu viel des Guten gewesen.

Greta warf den Regierungschefs dieser Welt vor, ihr die Träume und die Kindheit gestohlen zu haben.
Greta warf den Regierungschefs dieser Welt vor, ihr die Träume und die Kindheit gestohlen zu haben.
Keystone

Nicht das bekannte Mädchen aus Schweden gewinnt den diesjährigen Friedensnobelpreis, wie viele erwartet hatten – sondern ein unbekannter Mann aus Äthiopien: Der dortige Ministerpräsident Abiy Ahmed wird geehrt für das Verdienst, sein Land mit Eritrea versöhnen zu wollen. Bis am Freitagmittag war er wohl nur den wenigsten ein Begriff. Genau deshalb ist Ahmed eine gute Wahl.

Greta hat das lange vernachlässigte Thema Klimaschutz zum zentralen politischen Thema gemacht, dafür verdient sie Bewunderung. Und doch wäre sie nicht die Richtige gewesen. Erstens bekommt ihre Bewegung derzeit Aufmerksamkeit genug. Zweitens hätte ein Friedensnobelpreis ihren Status als Heilsfigur, die es mehr oder weniger im Alleingang richten soll, noch verstärkt – es ist ihr jetzt schon unangenehm. Und drittens hätten Teile ihrer Gefolgschaft und ihrer PR-Maschinerie bestärkt durch eine solch gewichtige Auszeichnung wohl endgültig die ­Bodenhaftung verloren.

Die Grenze des Erträglichen war bereits bei ihrer Rede am UNO-Klimagipfel in New York erreicht. Da warf Greta den versammelten Regierungschefs dieser Welt mit tränenerstickter Stimme vor, ihr die Träume und die Kindheit gestohlen zu haben. Das war zu dick aufgetragen – und wirkte befremdlich aus dem Mund eines Teenagers aus Schweden, einem der reichsten und sozialsten Länder der Welt.

Man dachte dabei an Malala Yousafzai, der die Taliban in den Kopf geschossen hatten, weil sich die damals 14-Jährige in Pakistan für das Recht auf Bildung für Mädchen eingesetzt hatte und trotz Verbots weiter zur Schule gegangen war. Yousafzai erhielt dafür, dass sie sich derart unerschrocken gegen den Raub ihrer Kindheit wehrte, 2017 den Friedensnobelpreis. Die gleiche Auszeichnung für Greta wäre im Vergleich dazu fast schon ein kleiner Affront gewesen.

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