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Jetzt wird Homeoffice massentauglich

Vertrauen statt Präsenz ist in der Arbeitswelt angesagt. Dass auch Kinder daheim sind, macht die Sache allerdings schwer.

Mobiles Arbeiten ist im Zuge der Digitalisierung zum Schlagwort geworden. So sehr, dass man meinen müsste, Homeoffice sei längst breit etabliert. Ist es aber nicht. Gemäss der Schweizerischen Arbeitskräfteerhebung (Sake) arbeitet jeder vierte Schweizer oder jede vierte Schweizerin zumindest gelegentlich daheim. Das ist zwar ein klar höherer Wert als noch in den Nullerjahren. Doch 80 Prozent der Arbeitenden verbringen den Hauptteil der Arbeitszeit noch immer an einem fixen Ort ausserhalb der eigenen Wohnung. Daran ist nichts zu kritisieren. Der Mensch ist ein soziales Wesen, der Gang ins Büro ist für die meisten keine Bürde.

Irritierend ist, dass Homeoffice auch im Jahr 2020 noch immer etwas Anrüchiges hat und als Privileg von Hochqualifizierten und Kreativen gesehen wird. Gemäss Sake gibt es eine Korrelation zwischen Heimarbeit und Bildungsstufe. Die grosse Masse hat noch immer im Büro zu erscheinen. Gerade in KMU oder Verwaltungen sind die Vorbehalte gegenüber Home­office nach wie vor gross.

Es sitzen Vorgesetzte an den Hebeln der Macht, für die Präsenz noch immer die harte Währung ist, wenn es um das Messen der Leistung geht. Die Angst vor dem Kontrollverlust ist latent. Dabei zeigt die Forschung: Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen, die von zu Hause aus arbeiten, sind sogar produktiver. Sie gönnen sich weniger Pausen, sind fokussierter. Und sie schätzen die Freiheit, zwischendurch einfach mal joggen gehen zu können.

Durch die Corona-Krise wird das Homeoffice nun plötzlich massentauglich. Dass aufgrund der Schulschliessungen bei vielen Arbeitenden auch noch Kinder in dieses Experiment miteinbezogen sind, ist eine schwere Hypothek. Doch im besten Fall merken nun auch die konservativsten Chefs, dass die Währung in der Arbeitswelt 4.0 Vertrauen heisst.

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