Justiz ermittelt wegen Deal von Meyer Burger

Die Staatsanwaltschaft hat eine Strafuntersuchung eröffnet.

Sicherheitsangestellte bewachen den Hauptsitz des Solarausrüsters Meyer Burger. Im Innern des Gebädues laufen fragwürdige Dinge ab. Foto: Franziska Rothenbühler

Sicherheitsangestellte bewachen den Hauptsitz des Solarausrüsters Meyer Burger. Im Innern des Gebädues laufen fragwürdige Dinge ab. Foto: Franziska Rothenbühler

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Ein umstrittener Aktiendeal beim Solarzulieferer Meyer Burger, von dem der ehemalige Verwaltungsratspräsident Alexander Vogel profitierte, hat Folgen. Die Berner Staatsanwaltschaft für die Verfolgung von Wirtschaftsdelikten hat eine Untersuchung gegen unbekannt eröffnet, «wegen des Verdachts auf ungetreue Geschäftsbesorgung», wie der stellvertretende Generalstaatsanwalt Christof Scheurer mitteilt. «Jetzt sind entsprechende Ermittlungen im Gang.»

Die am 28. Mai eröffnete Untersuchung wurde laut Scheurer durch eine Strafanzeige des Aktionärs Elysium Capital gegen den gesamten Verwaltungsrat um den damaligen Präsidenten Alexander ­Vogel ausgelöst. Darin heisst es, es bestünden Verdachtsmomente für die Straftatbestände der ­ungetreuen Geschäftsbesorgung sowie der Privat­bestechung.

Meyer Burger selbst ist nicht Teil der Ermittlungen. Zum Kreis der möglichen Beschuldigten gehören hingegen nebst Vogel zwei aktuelle Verwaltungsräte.

Präsident erzielte mit billigen Aktien einen Vorteil von 55'000 Franken

Die Vorgeschichte: Im März hatte Meyer Burger einen Anteil von 18,4 Prozent am britischen Start-up Oxford PV erworben und dies mit 62,29 Millionen neu geschaffenen Aktien bezahlt. Oxford PV machte diese Aktien umgehend zu Geld. Die Credit Suisse, die Hausbank von Meyer Burger, suchte nach Käufern für die Papiere und gewährte als Anreiz einen Rabatt von 11 Prozent auf den damaligen Börsenkurs. Die Bank bot die Aktien auch grossen Meyer-Burger-Aktionären an, Kleinaktionäre konnten jedoch nicht kaufen.

In ihrer Strafanzeige warf die Beteiligungsgesellschaft Elysium dem Verwaltungsrat vor, durch den Ausschluss des Bezugsrechts seien fast 30 000 Altaktionäre finanziell geschädigt worden. Insgesamt betrage ihr Schaden 4,9 Millionen Franken. Die Käufer der Aktien seien dagegen bevorteilt worden.

Brisant ist, dass auch der mittlerweile abgetretene Verwaltungsratspräsident Alexander Vogel sich mit den vergünstigten Aktien eindeckte. Das bestätigte er selber an der Generalversammlung vom 2. Mai. Vogel erzielte mit dem Deal einen geldwerten Vorteil von 55'000 ­Franken.

Eine Sprecherin von Meyer ­Burger bestätigt, dass das Unternehmen von der ­Staatsanwaltschaft um eine Stellungnahme zur Strafanzeige gebeten wurde. «Dieser Aufforderung wurde Folge geleistet. Die Vorwürfe sind rechtlich und sachlich haltlos.» Alexander Vogel sagt dazu: «Die von Elysium verbreiteten Vorwürfe sind unter ­jedem Aspekt völlig haltlos und ­ungerechtfertigt.»

Erstellt: 21.09.2019, 20:04 Uhr

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