«Die Busfahrer sollten sich dies nicht gefallen lassen»

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Die «Ich-zuerst-Haltung» ist im Strassenverkehr deutlich spürbar, findet ein Leser. Foto: Marco Zanoni

Die «Ich-zuerst-Haltung» ist im Strassenverkehr deutlich spürbar, findet ein Leser. Foto: Marco Zanoni

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Jeder zweite Busfahrer leidet unter Stress
SonntagsZeitung vom 3. März 2019

Das Verhalten der Verkehrsteilnehmer hat sich in den letzten Jahren zweifellos verroht. Die «Ich-zuerst-Haltung», die sich in Gesellschaft und Wirtschaft verbreitet, ist im Strassenverkehr ebenfalls deutlich spürbar. Die Betreiber des öffentlichen Verkehrs und die Strassenbauer leisten aber ebenfalls ihren Beitrag zu dieser Verrohung, indem sie Busfahrer als Panzerfahrer gegen den Privatverkehr einsetzen. Die Busfahrer sollten sich dies von ihren Arbeitgebern nicht gefallen lassen.
Fritz Thomas Klein, Zürich

Wenn man sieht, was in unserem Strassenverkehr so alles abgeht und falsch läuft, so wundert man sich, dass nicht noch mehr Unfälle geschehen. Mit unserer Kuscheljustiz in der Schweiz darf sich ein Kleinkrimineller, und das ist zum Beispiel ein Gewalt anwendender Aggressiver in einem Bus oder Tram, fast alles erlauben. Und bei der Tat betrunken gewesen zu sein, ist eine faule, oft verwendete Ausrede. Anstand ist eben passé. Schade.
Hanspeter Schmutz, Basel

Die Belastung der Buschauffeure ist nachvollziehbar. Wer als Fahrer oder Fahrerin mit einem Behindertentaxi unterwegs ist, erlebt, dass andere Verkehrsteilnehmer sich so verhalten, als ob am Steuer ein Behinderter sitzt und das Auto deswegen als solches erkennbar gemacht ist. Fussgänger, die den Blick aufs Handy richten beim Überqueren einer Strasse und die Fahrer zu plötzlichen Stopps zwingen, Autofahrer, die sich noch rasch vor das Behindertentaxi zwängen, Motorräder, die links oder rechts das Behindertentaxi überholen, wenn Letzteres an der Lichtsignalanlage bei Grün keinen «sportlichen» Start hinlegt. Es wird oft nicht berücksichtigt, dass das «Transportgut» ein Mensch ist, der besondere Rücksichtnahme braucht. Behindertentaxifahrer sind ganz normale Menschen, Freiwillige ohne Lohn, die vom unaufmerksamen, rücksichtslosen oder gar rüpelhaften Verhalten anderer Verkehrsteilnehmer ebenso betroffen sind wie die Buspiloten. Sichere Fahrt ist deren oberste Maxime.
Heinrich Schneebeli, Affoltern am Albis ZH

Die Fehler der Freikultur
SonntagsZeitung vom 3. März 2019

Das von Laura Frommberg gezeichnete Bild einer flächendeckenden Fehler-Feier-Kultur scheint mir überzogen zu sein. Vielleicht mag dieses Bild für einige Tech-Unternehmen so zutreffen, sinnbildlich für eine ganze Volkswirtschaft ist dies nicht. Qualität zu bieten, ist für viele Firmen nach wie vor ein wichtiger Imagefaktor. Dieser Umstand wird sicherlich nicht leichtfertig einer überzogenen Trial-and-Error-Kultur geopfert. Eine Erklärung für gestiegene Produktrückrufe könnte vielmehr der gestiegene Druck sein, neue Produkte und Dienstleistungen möglichst als Erster auf dem Markt anzubieten. Eine Gratwanderung zwischen notwendiger Entwicklungszeit und Produkteinführung.
Pascal Merz, Sursee LU

«Die Sozialliberalen sind Selbstmord-Sozialdemokraten»
SonntagsZeitung vom 3. März 2019

Peter Bodenmann trifft mit seiner Bestandesaufnahme der Schweizer Mühen mit dem Rahmenvertrag ins Schwarze: «Wenn wir souverän mitbestimmen wollen, treten wir der EU bei. Wenn wir souverän leiden wollen, machen wir den Alleingang. Bleibt nur das erfolgreiche Weiterwursteln, neu mit einem Rahmenvertrag.» Das sollten sich die Ablehner des Rahmenvertrags oder des Beitritts mal durch den Kopf gehen lassen. Wenn man eine Einladung ablehnt, muss man sich nicht wundern, wenn man draussen vor der Tür im Regen steht. Aber diese Wahrheit liest niemand gern.
Dani Stettler, Oberrohrdorf AG

E-Voting: Stimmen lassen sich im grossen Stil kaufen
SonntagsZeitung vom 3. März 2019

Als eifriger Stimmbürger, der fast noch keine Abstimmung verpasst hat, bin ich sehr skeptisch gegenüber dem E-Voting eingestellt. Ich glaube kaum, dass die Stimmbeteiligung steigen würde, was ich zwar bedaure, aber die Sicherheit, Manipulationen, das Stimmgeheimnis und der Handel mit Stimmen wären sicher schwierig zu unterbinden resp. zu gewähren. Gerade knappe Vorlagen könnten dann leichter verfälscht werden.
Hans-Ulrich Wanzenried, Zürich

Chinas Schicksalsfrage
SonntagsZeitung vom 3. März 2019

Es ist auch eine Schicksalsfrage der Industrieländer. Über viele Jahre hinweg haben sie toleriert, dass sich die Chinesen nicht an die WTO- und Trips-Reglemente gehalten und so de facto einen erzwungen Technologietransfer zugelassen haben, was letztlich zu einer Einbusse der Konkurrenzfähigkeit der Industrieländer und dadurch auch zu einer Einbusse ihres Wohlstandes geführt hat. Im Gegenzug konnte der Wohlstand in China erheblich erhöht werden. Es ist Donald Trump zu verdanken, dass er die Industrieländer gegen China vereint und China im März 2018 bei der WTO wegen der Verletzung der WTO- und Trips-Reglemente verklagt hat. Die feigen Europäer haben dann im Juni 2018 China bei der WTO verklagt. Es gilt jetzt, die Anklagen bei der WTO gegen China unbedingt aufrechtzuerhalten und schliesslich durchzusetzen.
Eduard Krebs, Wetzikon ZH

Arbeit und Liebe
SonntagsZeitung vom 3. März 2019

Kolumnistin Tamara Funiciello betont zu Recht die Wichtigkeit der Haus- und Sorgearbeit. Allerdings, in vielen Berufen (zum Beispiel in der Forschung, wo es gilt, an der Spitze der Fortschritts mitzumachen) ist es oft nicht sinnvoll, durch Arbeitsteilung die Arbeitszeit zu reduzieren, um die Hausarbeit besser zu verteilen. Frauenquoten beim Besetzen von Spitzenpositionen hinwiederum können negativen Einfluss haben auf das Einkommen von Familien, in denen die Frauen eines (durch die Quote benachteiligten) Alleinverdieners Sorgearbeit für Kinder und Eltern leisten. Überhaupt können Quotenregelungen zu abstrusen Resultaten führen. Aber vielleicht irre ich mich ja, nachdem ich zur Quote der Kinder unter 6 Jahren und Personen über 75 Jahren gehöre, für die in der Arzt- oder Zahnarztrechnung ein (der vermuteten geringeren Ausdrucksfähigkeit entsprechender) Zuschlag eingefordert wird.
Gernot Gwehenberger, Dornach SO

Der Coop-Präsident stach die Migros aus
SonntagsZeitung vom 3. März 2019

Dass die Alt-Bundesrätin Doris Leuthard sich für Coop entschied, hat seinen triftigen Grund: Marketing. Da Migros ihr Eigenmarken-Sortiment forciert, stand die Markenplattform Coop offen. So wird die Pflegelinie «Duschen mit D.» endlich der breiten Kundschaft zugänglich. Hatte doch bis anhin einzig der Coop-Präsident Hansueli Loosli das Privileg, sich damit einseifen zu dürfen.
Herbert Ritter, Forch ZH

Schwein oder Kalb, das ist die Frage
SonntagsZeitung vom 3. März 2019

Wie kann man behaupten, dass ein Leben ohne Cordon bleu sinnlos ist? Mir scheint eher dieser Artikel sinnlos und geht an die Nieren wie im Rössli in Stäfa dem Schwein. Für mich als Vegetarierin wird es zur Qual, diese detaillierten Erklärungen zu lesen, wie von welchem Stück des Kalbs und des Schweins das Cordon bleu besteht. Aber ich könnte mir gut vorstellen, dass nicht nur ich schockiert bin, sondern auch der eine oder andere Fleischesser darüber nachdenken wird, was er da eigentlich so isst.
Theresa Kaufmann, Oberrüti AG

(SonntagsZeitung)

Erstellt: 14.03.2019, 17:35 Uhr

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